0:5 – D/A sucht seine Tugenden

Wolfsburgs Torschütze Julian Justvan setzt sich von Jannes Wulff und Hilkiah Voigt ab, D/A hatte dem VfL nur wenig entgegenzusetzen. Foto: Struwe

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Von Jan Bröhan

DROCHTERSEN. Es kriselt beim Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel. Nach der deftigen 0:5-Niederlage im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg II lässt Präsident Rigo Gooßen seinem Ärger freien Lauf und findet bei der Pressekonferenz deutliche Worte.

Im fünften Heimspiel der Saison hat D/A den Tabellenführer VfL Wolfsburg II vor der Brust. D/A hat in den vergangenen zwei Spielen sechs Gegentore (3:3, 0:3) kassiert. Kann gegen den Meisterschaftsanwärter aber Selbstbewusstsein aus der Tatsache schöpfen, im eigenen Stadion bisher noch unbesiegt zu sein und vergangene Saison ein 1:0-Sieg geschafft zu haben. Doch dieses Mal kassiert D/A sogar fünf Gegentore, verliert chancenlos 0:5. „Ich bin verärgert“, sagt Gooßen nach dieser Pleite.

Elf Gegentore in den letzten drei Spielen machen ihm „große Sorgen“. „Wir verlieren unsere Tugenden, die uns in der Regionalliga groß gemacht haben“, sagt Gooßen, das sei besorgniserregend. Auch gegen den Favoriten Wolfsburg habe man sonst gut ausgesehen. „Ich bin verärgert über die Entwicklung der letzten Wochen“, sagt Gooßen.

D/A-Trainer Lars Uder muss derzeit auf einige langjährige Leistungsträger verzichten. Er setzt in seiner Startelf auf Torhüter Patrick Siefkes, Laurens Rogowski, Liam Giwah, Finn Zeugner, Dimitri Fiks, Marcel Andrijanic, Florian Nagel, Jan-Ove Edeling, Dario Kovacic, Alexander Shehada und Hilkiah Voigt. Es wird sich zeigen, dass gerade die jungen Neuzugänge die Ausfälle nicht kompensieren können.

Aufstiegsambitionen

Die Wolfsburger U23 nimmt den erneuten Anlauf, endlich in die dritte Liga aufzusteigen, nachdem es in der vergangenen Saison abermals fehlgeschlagen ist in den Relegationsspielen gegen Bayern München II. In dieser Saison steigt der Meister der Nord-Staffel direkt auf. Entsprechend professionell geht der VfL in jedes Spiel. Die Mannschaft reiste schon am Freitag an und residierte im Elbstrand Resort auf Krautsand.

In der Anfangsphase stehen sich noch zwei ebenbürtige Mannschaften gegenüber. D/A versteckt sich nicht und spielt selbstbewusst mit gegen den Favoriten. Es mangelt nur an Torchancen. Dann sinkt Andrijanic im eigenen Strafraum zusammen und deutet sofort seinen Wechsel an, für ihn kommt in der 19. Minute Jannes Wulff. Ein erneuter Schock für D/A. Wieder fällt ein Leistungsträger aus. „Uns fehlen gerade im Zentrum wichtige Spieler“, sagt Uder nach dem Spiel. Nur vier Minuten später hat VfL-Rechtsaußen Zakaria Hamadi zum wiederholten Mal zu viel Platz und darf in Ruhe flanken. Siefkes fliegt schön, verpasst den Ball aber um eine Fingerspitze. John Iredale ist dankbarer Abnehmer am langen Pfosten, 0:1 (23.). Ein vermeidbares Gegentor.

In der 26. Minute ist es abermals Hamadi, der zu viel Platz hat. Sein Abschluss landet bei Mamoudou Karamoko, der die nächste Chance hat. Nun wackelt D/A erheblich und scheint in jeder Aktion verunsichert. In der 29. Minute können die Innenverteidiger Fiks und Rogowski den Ball nicht klären. Dieses Mal nutzt Karamoko seine Chance, und erzielt ansehnlich per Heber von der Strafraumgrenze das 2:0 für den VfL. Ebenso ein vermeidbares Gegentor. Nur eine Minute später agiert Fiks leichtfertig, Siefkes muss alles riskieren und kommt vor Karamoko an den Ball. In der 32. Minute wird Julian Justvan im D/A-Strafraum nur begleitet und verpasst per Drehschuss knapp. D/A schwimmt.

Fiks rettet

In der 43. Minute verhindert Fiks das 0:3 auf der Linie. In der 45. klärt Siefkes stark im Eins-gegen-eins mit Luca Horn. D/A ist gut bedient mit dem 0:2 zur Pause. „Wir hätten mit mehr Biss verteidigen müssen, hätten giftiger und galliger sein müssen“, sagt Uder, und spricht damit auch die von Gooßen vermissten Tugenden an. Gerade die Defensivarbeit ist derzeit nicht mehr auf D/A-Niveau.

Nach dem Seitenwechsel dauert es nur drei Minuten, da schlagen die Wölfe wieder zu. Luca Horn schaltet schnell um und flankt perfekt auf den mitgeeilten Justvan, der per Flugkopfball sehenswert das 3:0 erzielt. Auch bei diesem Gegentor sieht die D/A-Mannschaft nicht gut aus, auch wenn es der VfL wie eine Spitzenmannschaft herausgespielt hat. „Wolfsburg hat uns gezeigt, wie man Regionalligafußball spielt“, sagt Uder.

In der 51. Minute dann tatsächlich mal eine D/A-Chance. Den Kopfball von Giwah rettet aber Edwards auf der Linie.

Kurz darauf steht es 0:4. Yannik Möker zieht in der 59. Minute unhaltbar aus der zweiten Reihe ab. D/A wirkt konsterniert. In der 73. Minute darf der eingewechselte Herrmann das 5:0 erzielen. D/A läuft hinterher, ist aber zumindest weiterhin bemüht. „Wir müssen die Punkte holen gegen die Gegner, mit denen wir uns messen können“, sagt Uder. Als nächstes spielt D/A gegen den Tabellenletzten.

Die Statistik

Tore: 0:1 (23.) Iredale, 0:2 (29.) Karamoko, 0:3 (48.) Justvan, 0:4 (59.) Möker, 0:5 (73.) Herrmann

SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Edeling, Rogowski, Fiks, Giwah, Zeugner, Andrijanic (18. Wulff), Voigt (59. Nadjem), Nagel, Shehada, Kovacic (79. Schuhmann)

VfL Wolfsburg II: Tasche, Klamt, Edwards, Heuer, Hamadi, Justvan, Stach, Horn (70. Abifade), Karamoko (60. Herrmann), Iredale (75. König), Möker

Schiedsrichter: Dr. Henrik Bramlage (Assistenten: Manuel Kramer und Rainer Wulftange)

Zuschauer: 681

Nächstes Spiel: HSC Hannover – D/A (So., 15. September, 15 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt