D/A gegen St. Pauli: 3:0-Führung in letzter Minute verspielt

DROCHTERSEN. Am Mittwochabend will der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel den vierten Sieg im vierten Heimspiel einfahren. Gegen den FC St. Pauli II beginnt D/A furioa. Das ereignisreiche Spiel endet 3:3. Verdient für Pauli und bitter für D/A.

In der vergangenen Saison schaffte D/A einen umjubelten 2:1-Heimsieg gegen St. Pauli II. Jasper Gooßen sorgte für das 1:0 und Jannes Elfers schaffte in der Nachspielzeit noch den 2:1-Siegtreffer. Die Nachspielzeit wird wieder die Entscheidung bringen.

Gooßen und Elfers schauen aber verletzt zu.. Traier Lars Uder vertraut auf folgende Startelf: Torhüter Patrick Siefkes, Finn Zeugner, Liam Giwah, Laurens Rogowski, Nico von der Reith, Ashton Götz, Oliver Ioannou, Jan-Ove Edeling, Dario Kovacic, Alexander Neumann und Spielmacher Marcel Andrijanic, der am Montag noch das Training „schwänzte“.

Mittelfeldstratege Marcel Andrijanic ist am Sonntag zum zweiten Mal Vater geworden, zum zweiten Mal von einem Mädel. Das Töchterchen heißt Emilija. Beim Auswärtssieg gegen den Heider SV am Freitag war Andrijanic noch mit an Bord. „Im Spiel blendet man das aus, aber in der Pause oder nach dem Spiel geht der erste Weg zum Handy“, erzählt Andrijanic. Seine Frau war zehn Tage über dem Stichtag. „Das Handy blieb aber immer still.“ Am Sonnabend ging es dann ins Krankenhaus, am Sonntag verlief die Geburt reibungslos, am Montag war Andrijanic freilich beim Training entschuldigt, am Dienstag absolvierte er wieder das Abschlusstraining. Auf die Frage, ob ihn das neue Glück beflügeln wird, lacht er und sagt vor dem Spiel gegen Pauli: „Das werden wir heute Abend sehen.“

Ereignisreiche Minuten für Nico von der Reith

 Und das Spiel schreibt dann gleich die nächsten Geschichten. D/A macht von Anfang an mächtig Druck, kommt zu zwei nennenswerten Strafraumszenen. Paulis Cemal Sezer hat aber in Minute sechs die Großchance, köpft allerdings direkt in die Arme von Siefkes. Im direkten Gegenzug verarbeitet Neumann einen langen Ball, umkurvt Verteidiger und Torhüter und wird von Pauli-Keeper Jesper Wolf Heim elfmeterwürdig gelegt. Nico von der Reith tritt an. Er schießt platziert. Doch Heim wählt die richtige Ecke und klärt zur Ecke. Der Eckball fällt von der Reith im Strafraum vor die Füße und er zieht mit Außenrist sofort ab. 1:0 in der 8. Minute. Von der Reith muss in der 44. Minute verletzt ausgewechselt werden, weil er bei einer Sprungaktion, als er den Ball vorm Seitenaus rettet, umknickt.

In der 11. Minute heißt es dann schon 2:0. Ioannou flankt auf Neumann, der zurücklegt auf Kovacic, und der Ex-Paulianer vollstreckt. Kovacic spielte seit 2006 für St. Pauli und kam in dieser Saison zu D/A. Vor dem Spiel wünschte er sich einen Treffer gegen seinen Ausbildungsverein. Der Wunsch geht in Erfüllung.

In der 15. Minute hat Kovacic die nächste Großchance. In der 16. Minute dribbelt er sich über rechts durch, steckt durch auf Neumann, der ebenso erfolgreich dribbelt und wunderbar ins lange Eck versenkt. 3:0.

Doch Pauli spielt mit, kommt zu genügend Chancen gegen teilweise leichtfertig verteidigende Drochterser. In der 27. Minute ist es dann soweit. Robin Meißner setzt sich gegen Giwah durch und verkürzt auf 1:3. Dabei bleibt es in einem flotten Schlagabtausch bis zur Pause. In der kündigt sich ein Gewitter an.

St. Pauli nach der Pause besser

Nach dem Seitenwechsel dauert es nur drei Minuten, da verkürzt Mert Kuyucu mit einem unhaltbaren Distanzschuss auf 2:3. In der 50. Minute setzt der Regen ein und das Gewitter kommt minütlich näher. Die bange Frage ist, ob das Spiel durchgezogen werden kann. Das Spiel geht derweil munter weiter, wobei Pauli nun das bessere Team ist und die klareren Chancen hat. D/A kommt nur noch in Strafraumnähe, dann ist der Ball futsch.

Und als D/A denkt, das 3:2 über die Zeit gerettet zu haben, da gibt es in der Nachspielzeit noch einen Freistoß. 25 Meter vom D/A-Tor entfernt. Und Sezer schafft tatsächlich mit einem Traumfreistoß in den Winkel den letztlich verdienten 3:3-Endstand.

D/A-Präsident Rigo Gooßen sieht das genauso. Er habe selten eine Mannschaft gesehen, die nach einer 3:0-Führung derart verunsichert war. Und er habe selten eine Mannschaft gesehen, die nach einem 0:3 den Ausgleich so sehr verdient gehabt hätte, sagt er nach dem verpassten „großen Schritt“.

Pauli-Trainer Joachim Philipkowski befürchtete nach der ersten Viertelstunde schon einen Abschuss. Dann „haben wir aber ein gutes Spiel gesehen“, das Remis sei verdient. „Schade, dass wir den Sieg nicht ins Ziel bringen konnten“, sagt Uder. Er musste verletzungsbedingt früh wechseln und Spieler hätten sich durchgekämpft. Die beiden Tore in Hälfte zwei seien schlicht „Traumtore“ gewesen.

Von der Reith, Götz und Neumann verletzt oder angeschlagen ausgewechselt, Ioannou humpelt gestützt auf beiden Seiten nach dem Spiel in die Kabine. Sollten die Verletzungen schlimmer sein, ist dieses 3:3 nach 3:0-Führung ganz bitter.

Die Statistik

Tore: 1:0 (8. FE) von der Reith, 2:0 (11.) Kovacic, 3:0 (16.) Neumann, 3:1 (27.) Meißner, 3:2 (48.) Kuyucu, 3:3 (90.+2) Sezer

SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Zeugner, Rogowski, Giwah, von der Reith (44. Schuhmann), Ioannou, Andrijanic, Götz (42. Nadjem), Kovacic, Edeling Neumann (60. Wulff)

FC St. Pauli II: Heim, Wieckhoff, Frahm (46. Santos Teixeira), Senger, Kuyucu, Münzner, Golke (74. Viet), Lee, Sezer, Meißner, Stark

Schiedsrichter: Benjamin Schmidt; Assistenten: Kevin Dickscheid, Lorenz Müller

Zuschauer: 1001

Nächstes Spiel: Holstein Kiel II – D/A (So., 1. September, 14 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt

Tore und Highlights vom Spiel auf FuPa: https://www.fupa.net/tv/match/sv-drochtersenassel-fc-st-pauli-7745108-161176/