D/A-Flügelflitzer Elfers wieder nur Zuschauer

DROCHTERSEN. Wenn der Regionalligist SV Drochtersen/Assel am Freitag auf den BSV Rehden trifft, sitzt Jannes Elfers nur als Zuschauer auf der Bank. Im September hatte der Außenverteidiger das letzte Mal unter Wettbewerbsbedingungen gegen den Ball getreten.

„Zuschauen ist blöd“, sagt Jannes Elfers. Der 23-Jährige gilt eigentlich als hyperaktiv, was den Sport angeht. Elfers ist immer in Bewegung, eine Frohnatur mit Schalk im Nacken, ein typischer Kehdinger Jung. Aber eben ein Fußballer, den eine schwere Verletzung vorerst ausgebremst hat. Erst in den letzten Tagen durfte Elfers auf dem Rasen mal wieder ein paar Schüsse abgeben. Nichts Wildes. „Nur für den Kopf“, sagt Elfers. Vor der Winterpause, die am Freitag so gegen Viertel nach neun nach dem Abpfiff des Rehden-Spiels beginnt, will Elfers „nichts Dummes machen“. Sein Ziel sei es, mit dem Start der Vorbereitung in die Rückrunde wieder fit zu sein.

Elfers stand das letzte Mal am 2. September beim Heimspiel der Drochterser gegen die zweite Mannschaft von Holstein Kiel auf dem Platz. In der 43. Minute musste Elfers raus. Der Oberschenkel. Eine Sehne war gerissen. Muskuläre Probleme beschäftigen den schnellen Linksaußen bereits seit Jahren immer mal wieder. Am 19. September lag Elfers auf dem OP-Tisch. Danach begann die eigentliche Leidenszeit. Das Rumsitzen, das Nichtstun, zwischendurch noch Fieber, das Zuschauen und schließlich die Reha.

Elfers war Dauergast bei D/A-Physiotherapeutin Katja Sievers. Nach vier Wochen durfte er wieder laufen. „Mittlerweile geht es wieder“, sagt Elfers. Im Training absolviert er Steigerungsläufe. An Sprints wagt er sich noch nicht heran. Der Flügelflitzer will wieder der schnellste Spieler der Mannschaft werden. Sein Tempo auf der linken Seite ist für D/A eine Waffe. Bis zu seiner Verletzung erzielte Elfers zwei Tore. Legendär ist der 2:1-Siegtreffer gegen den FC St. Pauli II in der Nachspielzeit. Gegen Rehden brachte Elfers seine Mannschaft beim 2:1-Erfolg mit 1:0 in Führung. Der 23-Jährige hatte einen Lauf bis zu seinem Ausfall.

D/A-Trainer Lars Uder vermisst die Qualitäten von Jannes Elfers schmerzlich. „Seine Geschwindigkeit und seine Zweikampfstärke in der Defensive.“ Auch offensiv habe Elfers zuletzt eine Schippe draufgelegt. Er strahlte zudem Torgefahr aus.

Elfers wird sich auch am Freitag eine dicke Dauenjacke anziehen und auf der Bank Platz nehmen. Seit der Verletzung war er bei jedem Spiel als Zuschauer dabei. „Wir sind ein eingeschworener Haufen“, sagt Elfers, der vor elf Monaten für seine Leistungen im Vorjahr von den Zuschauern zum Spieler des Jahres gewählt wurde. Nahe bei der Mannschaft zu sein, gehöre in Drochtersen einfach dazu. Er könne helfen, er könne die Kollegen motivierend unterstützen. Nur Kicken, seine Lieblingsbeschäftigung, das ist vorerst nicht drin.

Letztes Spiel gegen BSV Rehden

D/A trifft im letzten Spiel des Jahres am heutigen Freitag im Kehdinger Stadion um 19.30 Uhr auf den Tabellen-15. BSV Rehden. Als Sechster sind die Drochterser Favorit. Erst kurz vor dem Anpfiff wird sich entscheiden, wer für D/A auflaufen kann. Defensivspezialist Nico Mau trainierte krankheitsbedingt nur wenig, Stürmer Jasper Gooßen ist noch angeschlagen. Trainer Lars Uder hat „richtig Bock auf das letzte Spiel“. D/A treffe auf einen schwer einschätzbaren Gegner, eine Mannschaft mit vielen Individualisten. Im Abstiegskampf holte Rehden in den letzten beiden Spielen sechs Punkte und gewann gegen Lüneburg 2:1 und in Havelse 1:0.

Definitiv nicht im Kader der Drochterser steht Marcel Andrijanic. Der Spielmacher sah vergangenes Wochenende in der Partie gegen Egestorf nach einem Rempler am Schiedsrichter die Rote Karte. Das Sportgericht entscheidet über die Länge der Sperre. Bis zum heutigen Freitag muss D/A eine Stellungnahme abgeben. Im Bericht des Schiedsrichters steht nach Angaben des Vereins, dass sich Andrijanic nach dem Spiel glaubwürdig beim Unparteiischen entschuldigt haben soll. Es bleibt abzuwarten, ob der Verband auf Tätlichkeit oder Unsportlichkeit entscheidet. Für Letzteres ist das Strafmaß geringer.

Quelle: Stader Tageblatt