Philipp Kühn: Pokalheld in der alten Heimat

OSNABRüCK. Der 3. April 2018 war ein besonderer Tag im Leben des Fußballtorwarts Philipp Kühn. An diesem Tag avancierte der 26-Jährige zum Pokalhelden in Diensten des Regionalligisten SV Drochtersen/Assel.

Die 90 Minuten reguläre Spielzeit und vor allem das anschließende Elfmeterschießen im Halbfinale um den Landespokal gegen den Drittligisten VfL Osnabrück gaben Kühns sportlicher Karriere eine entscheidende Wendung. Heute steht Kühn eben bei jenem VfL Osnabrück unter Vertrag. Ein Wiedersehen mit dem Pokalhelden von einst im Kehdinger Stadion könnte es Ostern 2019 geben, wenn Kühn und der VfL Osnabrück erneut als Halbfinalgegner im Landespokal in Drochtersen gastieren.

Als der Niedersächsische Fußballverband vergangene Woche die Halbfinalpartien ausloste, war Kühn in Bremen unterwegs. D/A-Kapitän Sören Behrmann schickte Kühn per WhatsApp nur einen vielsagenden Lach-Smiley, als feststand, dass es eine Neuauflage des Semifinales der vergangenen Saison geben wird. Wenige Minuten später trudelten weitere Nachrichten von den D/A-Spielern Nico Mau und Dimitri Fiks ein. „Ich habe mich gefreut“, sagt Kühn. Es sei schön, an alter Wirkungsstätte aufzulaufen. Der VfL Osnabrück könnte für die Schmach vom 3. April 2018 Revanche nehmen. Mehrfach hatte die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune damals die Chance, den Sack zuzumachen. Aber Kühn parierte drei Elfmeter. Diese Glanzleistungen passten gut in die Bewerbungsmappe des Torwarts, der für den seinerzeit schwer verletzten Stammkeeper Patrick Siefkes ein Jahr lang in Drochtersen spielte, und immer gesagt hat, er wolle wieder zurück in den Profifußball.

Mit dem VfL Osnabrück grüßt Kühn derzeit von der Tabellenspitze der 3. Liga. Fans und Spieler, sagt Kühn, haben ihn nach seinem Wechsel an die Bremer Brücke gut aufgenommen. Trotz des Pokalspiels, in dem ausgerechnet er zum Spielverderber wurde. Allerdings agiert er nur als Nummer zwei hinter Stammtorwart Nils Körber. Daniel Thioune schickte Kühn bislang zweimal in einem Ligaspiel aufs Feld. Im Landespokal hingegen war Kühn bislang gesetzt. Gegen den VfL Oldenburg (2:0) und den BSV Rehden (5:0) spielte der ehemalige Drochterser 90 Minuten lang durch. „Ich hätte mir mehr Spielzeit gewünscht. Aber ich gebe trotzdem Gas“, sagt Kühn. Sportlich laufe es schließlich für den VfL. Er freue sich mit seinen Kollegen. Alles andere würde ihn auch nicht weiterbringen. „Das Ego steht hinter dem Team“, sagt Kühn.

Der VfL Osnabrück zeigt in dieser Saison ein ganz anderes Gesicht, als im Vorjahr. Am 14. Spieltag steht der Traditionsverein mit drei Punkten Vorsprung auf Preußen Münster auf Rang eins der 3. Liga. Viele neue Spielercharaktere haben frischen Wind in die Mannschaft gebracht. Das Trainerteam hat einen klaren Plan.

Quelle: Stader Tageblatt