D/A feiert 4:0-Kantersieg gegen den SSV Jeddeloh

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat zum Abschluss der Hinrunde vor 702 Zuschauern einen 4:0-Kantersieg gegen den SSV Jeddeloh gefeiert. Zum Matchwinner avancierte Jasper Gooßen. Der 22-Jährige erzielte drei Tore.

Gooßen schießt sich gegen den SSV Jeddeloh den Frust von der Seele. Sein letztes Tor liegt fast drei Monate zurück. Das war am 12. August gegen Egestorf-Langreder. Am vergangenen Wochenende musste er eine Gelb-Rot-Sperre abbrummen. Die Torflaute hat den Stürmer geärgert. „Ich bin als Stürmer geil auf Tore. Von den Mitspielern gab es schon Sprüche“, sagt Gooßen. Aber er habe zuletzt kaum Bälle bekommen. Gegen Jeddeloh kommen die Vorlagen zentimetergenau. „Die zweite Halbzeit war wie ein Feuerwerk“, sagt Gooßen. Wenn D/A so weiter spiele, könne kein Gegner Drochtersen schlagen. Gooßen liebäugelt nach seinem Galaauftritt sogar selbstbewusst in Richtung Tabellenspitze.

Die Zuschauer erleben allerdings eine erste Halbzeit, die arm an Höhepunkten verläuft. D/A-Trainer Lars Uder stellt dem SSV Jeddeloh ein 4:4:2-System entgegen. In der Abwehrkette agieren Julian Stöhr, Dimitri Fiks, Laurens Rogowski und Eyke Kleine vor Torwart Fabian Klinkmann. Das Mittelfeld beackern Jasper Gooßen, Marcel Andrijanic, Oliver Ioannou und Sung Hyun Jung, der am vergangenen Wochenende gegen den VfB Oldenburg mit seinem Sololauf den 3:1-Sieg eingeleitet hat. Vorne stören Alexander Neumann und Jan-Ove Edeling.

Jung scheint die Dribblings für sich entdeckt zu haben. Agil und mit viel Tempo agiert er auf der rechten Seite. Links sollen Stöhr und Gooßen ihre Schnelligkeit einsetzen. Aber die Partie verläuft zäh. Erst nach elf Minuten wird es auf der Tribüne ein wenig lauter, als D/A über Andrijanic, Kleyne und Edeling kontert. Edeling steht im Abseits. Aber der Angriff taugt als erstes Lebenszeichen. Jeddeloh schießt in der 14. Minute das erste Mal aufs Tor. Der Schuss von Kevin Samide ist aber kein Problem für Klinkmann.

Nach einer Viertelstunde kommen die Hausherren in der Offensive besser ins Spiel. Wenn es schnell geht, strahlt D/A Gefahr aus. Mit präzisen Pässen überbrücken die Drochterser mehrfach das Mittelfeld. Allein der finale Pass kommt nicht an. Im Strafraum ist Schluss. D/A versucht es aus der Distanz. Die Schüsse von Jung und Neumann sind leichte Beute für Jeddelohs Torwart Christian Meyer. Nach einem Pass von Neumann in den Lauf von Ioannou grätscht im letzten Moment SSV-Verteidiger Michel Hahn in den Ball und kann klären. Unterm Strich bieten beide Teams aber Magerkost.

Abseitsentscheidungen als Weckruf

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff bleibt der Jubelschrei den Drochtersern im Halse stecken. Schiedsrichter Konrad Oldhafer erkennt den Treffer von Jung wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht an. Wütend protestieren die Hausherren. Erst recht, als Oldhafer zwei Minuten später auch Neumann wegen einer Abseitsstellung zurückpfeift. Aber die beiden Aktionen wirken wie ein Weckruf an Spieler und Zuschauer. Als Edeling auf der linken Seite seine Schnelligkeit einsetzt, einen starken Querpass in den Strafraum spielt und Gooßen am langen Pfosten in den Ball rutscht, hat auch der Unparteiische nichts mehr auszusetzen. Die Drochterser 1:0-Führung in der 55. Minute ist hochverdient.

D/A hat jetzt Geschmack gefunden am Toreschießen. Nach etwas mehr als einer Stunde steht erneut Gooßen im Strafraum richtig. Andrijanic und Neumann spielen vorher mit der Jeddeloher Abwehr Katz und Maus. Gooßen schiebt zum 2:0 ein. Den Hattrick macht der 22-Jährige in der 64. Minute perfekt. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld läuft er unbehelligt auf SSV-Keeper Meyer zu und verwandelt überlegt.

Danach dürfen wieder andere ran. Jeddeloh hat sich längst mit der Niederlage abgefunden, als Jan-Ove Edeling in der 74. Spielminute auf 4:0 erhöht. Zunächst sieht es bei seinem Lauf allein auf das Jeddeloher Tor danach aus, als habe er sich den Ball zu weit vorgelegt. Erst im letzten Moment spitzelt Edeling den Ball mit links an Meyer vorbei. Das nicht gegebene Tor hat Kräfte freigesetzt. „Wir haben uns gepusht und gesehen, da geht was“, sagt Gooßen. Das Team habe noch einen Gang hochgeschaltet.

D/A-Coach Uder wechselt. Nach langer Verletzungspause feiert Florian Nagel sein Comeback. Perspektivspieler Niklas Hadaschik darf Regionalligaluft schnuppern. D/A genießt die letzten Minuten und schaukelt das letzte Spiel der Hinrunde über die Zeit.

Die Statistik

Tore: 1:0 (54.) Gooßen, 2:0 (61.) Gooßen, 3:0 (63.) Gooßen, 4:0 (73.) Edeling

SV D/A: Klinkmann, Kleine, Rogowski, Fiks, Stöhr, Jung, Ioannou (80. Hermandung), Andrijanic, Gooßen, Neumann (75. Hadaschik), Edeling (74. Nagel)

SSV Jeddeloh: Meyer, Tönnies, Hahn, Geiger, Istefo, Lindemann (67. Kaiser), Stütz (67. Bennert), Ziga, Samide (74. Gnerlich), Ghawilu, Oltmer

Schiedsrichter: Konrad Oldhafer – Assistenten: Marco Kulawiak, Florian Schwarze

Zuschauer: 702

Nächstes Spiel: D/A – Lupo Martini Wolfsburg (So., 11. November, 15 Uhr, Kehdinger Stadion)

Quelle: Stader Tageblatt