D/A schlägt die Remiskönige aus Oldenburg mit 3:1

OLDENBURG. Der Fußballregionalligist SV Drochtersen/Assel hat sein Auswärtsspiel beim VfB Oldenburg mit 3:1 gewonnen. D/A tritt ersatzgeschwächt an, Trainer Lars Uder muss auf zehn Spieler verzichten. D/A-Torwart Fabian Klinkmann überzeugt beim Ex-Club.

In der 39. Minute demonstrierte Fabian Klinkmann seine Reflexe: Oldenburg konterte im eigenen Stadion und nach einem Pass zwischen die Drochterser Abwehr tauchte Gazi Siala frei vor dem D/A-Keeper auf. Genau vom Elferpunkt zog der Oldenburger ab – Klinkmann riss mit einem riesigen Reflex den linken Arm hoch und lenkte den Ball über die Latte. Die Oldenburger schlugen die Hände ungläubig über den Kopf, Siala und sein Vorlagengeber sanken bedrückt auf die Knie. Bereits in der 22. Minute behielt Klinkmann in einem Eins-gegen-eins die Oberhand. „Klinke ist jung und talentiert. Wir müssen nicht darüber reden, ob er Regionalliga-Niveau hat – das hat er“, sagt D/A-Trainer Lars Uder. Klinkmann ersetzte den verletzten Patrick Siefkes, der mit Kapselriss ausgefallen ist. Uder freut sich, dass D/A „zwei Mega-Keeper hat“.

Das Oldenburg-Spiel war für Klinkmann der zweite Einsatz im D/A-Trikot. Im Pokal gegen Eintracht Braunschweig durfte er ran und wurde im Elfmeterschießen zum Pokalhelden. Auch das zweite Spiel hatte für den jungen Torwart besondere Brisanz. Drei Jahre spielte der Keeper beim VfB, ehe er vor der Saison nach Kehdingen wechselte. „Es hat Spaß gemacht, mal wieder zu spielen. Gerade gegen den Ex-Club ist man natürlich doppelt motiviert“, sagt Klinkmann. Sein Trainer bescheinigt ihm eine super Leistung. Der junge Torwart will keine Ansprüche auf den Platz zwischen den Pfosten stellen, hat aber „Blut geleckt“. Mit seiner Parade gegen Siala, den er noch aus Oldenburger Zeiten kennt, hätte er die Aktion des Spiels gehabt – wäre da nicht das Traumtor seines Mannschaftskollegen Sung Hyun Jung.

Wahnsinns-Solo von Jung

Mit einem Wahnsinns-Solo brachte Drochtersens Angreifer Jung die Gäste in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung. Der 23-Jährige setzte noch hinter der Mittellinie zum Dribbling an, zog von rechts in die Mitte und ließ auf dem Weg zum Sechszehner schon drei Gegenspieler stehen, ehe er sich auch an der letzten Abwehrreihe vorbeispielte. Im Stile eines Mittelstürmers versenkte Jung den Ball aus 15 Metern mit rechts, links vorbei am VfB-Towart. Es war die erste echte Torchance für D/A. „Eine überragende Aktion. Eigentlich müsste er sich damit zum Tor des Monats bewerben“, sagt Uder.

Ansonsten gab es wenige Chancen auf beiden Seiten, obwohl das 4-1-4-1 System von D/A darauf ausgelegt war, „mit Dampf in die Schnittstellen zu stoßen“, wie Uder sagt. Dafür lassen die Gäste aber, wie auch die Oldenburger in Halbzeit eins, die entscheidende Präzision in den Pässen vermissen. Dadurch entwickelt sich ein umkämpftes, aber chancenarmes Spiel. Die wenigen Möglichkeiten auf beiden Seiten sind dafür umso hochkarätiger: Die Angreifer des VfB Oldenburg scheiterten an Klinkmann. Alexander Neumann vergab freistehend die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen. Sein Schuss ging knapp am langen Pfosten vorbei.

In der zweiten Hälfte kam Oldenburg druckvoll aus der Kabine und zum verdienten Ausgleich. Bei einem Eckball setzte sich Jeffrey Volkmer gegen zwei D/A-Verteidiger durch. „Das hatte sich angekündigt. Wir waren in den Zweikämpfen zu weit weg“, sagt Uder. D/A schien der Gegentreffer aber gut zu tun, denn danach sind sie wieder im Spiel.

Alexander Neumann ging im Strafraum zu Boden und Schiedsrichter Jorrit Friedrich Eckstein-Staben zeigte sofort auf den Punkt. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte den Strafstoß zur erneuten Führung. Nach einem Bilderbuch-Konter über Neumann, Jung und Till Hermandung erzielte letzterer in der 78. Minute mit dem 3:1 die Vorentscheidung. Kurz zuvor klatschte ein Freistoß von Marcel Andrijanic aus 18 Metern ans Lattenkreuz.

Uder ist mit dem Sieg und der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. „Wir waren heute über die Konter unglaublich präsent“, so Uder. D/A trat stark ersatzgeschwächt an, musste wegen Sperren und Verletzungen auf zehn Spieler verzichten. Da kommt es zur absoluten Unzeit, dass auch Nico Mau zur Halbzeit verletzungsbedingt raus musste. Er hatte muskuläre Probleme.

Die Statistik

Tore: 0:1 Sung (28.), 1:1 Volkmer (60.),1:2 Neumann (69.), 1:3 Hermandung (79.)

VfB Oldenburg: Pöpken – Ndure, Erdogan, Saglam, Volkmer, Madroch, Evers, Richter (63. Steinwender), Siala (72. Magouhi), Temin (76. Lukowicz), Makangu

SV Drochtersen/Assel: Klinkmann – Kleine, Stöhr, Mau (46. Klee), Fiks, Ioannou (90+3. Hadaschik), Edeling, Andrijanic, Hermandung, Neumann (89. Pini), Sung

Schiedsrichter: Eckstein-Staben, Assistenten: Krüger, Lassen

Zuschauer: 978

Nächstes Spiel: SV Drochtersen/Assel – SSV Jeddeloh (So., 04. November, 15 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt