D/A-Routinier Oliver Ioannou ist wieder da

DROCHTERSEN. Er gehört zum Stamm des Regionalligisten SV Drochtersen/Assel. Doch in seine vierten Saison ging Oliver Ioannou mit Ungewissheiten: Verletzt verpasste er die Vorbereitung. Nun ist der Sechser zurück und gefragt – so auch gegen Flensburg.

Oliver Ioannou (29) war seit dem Regionalliga-Aufstieg absoluter Stammspieler der SV Drochtersen/Assel. Ex-Trainer Enrico Maaßen lotste ihn, den Kapitän des Ligakonkurrenten Lüneburger SK Hansa, nach Kehdingen und setzte fortan auf den zentralen Mittelfeldspieler. „Enno weiß, wie man einen überzeugt“, sagt Ioannou. Er hatte weitere Angebote. Beim LSK hatte er das Gefühl, dass sich nichts weiterentwickeln würde. Es haperte an Kleinigkeiten, damit sich die Spieler wohlfühlen, sagt Ioannou. Drei Jahre war er, der aus Geesthacht stammt, beim LSK, inklusive Regionalliga-Aufstieg. Ioannou wurde beim HSV ausgebildet, spielte mit dem SC Vier- und Marschlande in der A-Jugendbundesliga, sammelte mit Hannover 96 II bis 2011 Regionalligaerfahrung, damals auch noch gegen Ost-Clubs wie Chemnitz, Magdeburg oder Hertha Berlin II und Hansa Rostock II. Ein stets gesetzter Fußballer mit viel Erfahrung.

Und dann das. Mit einer Schulterverletzung inklusive Operation, ausgekugelt, Bänder gerissen und Knochenabsplitterungen, beendete Ioannou die vergangene Saison. Die Vorbereitung unter dem neuen D/A-Trainer Lars Uder verpasste er komplett, insgesamt war er knapp zwölf Wochen raus. „Das Schwierigste ist immer, die fehlende Fitness wiederzubekommen“, sagt Ioannou. Dafür waren viele individuelle Einheiten nötig. Wie der neue Trainer tickt, das hat sich Ioannou trotz Verletzung von Anfang an ganz genau angeschaut. „Ich fehlte bei keiner einzigen Einheit“, sagt er und lächelt. So sei er bei seinem Wiedereinstieg relativ schnell reingekommen.

Bei der vergangenen Viererkette, dem Sport-Talk des TAGEBLATT, gab es hinter den Kulissen eine amüsante Szene. Lars Uder erzählte, dass die Mannschaft bei gut zehn Prozent sei, was seine Vorstellung vom eigenen Spiel betreffe. Der anwesende Ioannou schaute verdattert und sagte, er dachte, bei 50 bis 60 Prozent. Vereinfacht gesagt, lässt Uder die Drochterser mit mehr Risiko spielen und gesteht den Spielern Fehler zu. Da gilt es vor allem, die Balance zwischen den eigenen Angriffen, dem eigenen Spielaufbau und der Defensive zu finden. Da muss sich die Mannschaft Automatismen erarbeiten und erspielen. „Die sind schon da“, sagt Ioannou, er wähnt D/A unter Uder auf einem guten Weg. Das mutigere Spiel gefällt ihm.

Lob vom Trainer

Er selbst ist auch wieder da. Er stand jetzt fünf Mal in Folge in der Startelf im zentralen Mittelfeld. Nach seinem ersten Heimspiel gegen Havelse (0:0) lobte Uder die Präsenz und die Positionstreue von Ioannou und dessen Nebenmann Marcel Andrijanic. Die folgenden beiden Heimspiele gewann D/A gegen die klaren Favoriten Eintracht Braunschweig (Pokal) und Meisterschaftskandidat VfB Lübeck. Nun kommt mit dem Tabellendritten Weiche Flensburg der nächste Titelkandidat (Sbd., 15 Uhr). „Wir haben schon gezeigt, dass uns diese Gegner liegen“, sagt Ioannou. D/A werde „kontrolliert verteidigen“ müssen. Dem eigenen Anspruch zum Trotz, sei Fußball ergebnisorientiert. Gegen Favoriten müsse man sich anpassen.

Viel mehr als angepasst hat sich Ioannou nach seinem Wechsel. In Stade und Kehdingen ist er mittlerweile heimisch. Mit seiner Freundin wohnt er in Stade. Im Elbstrand Resort auf Krautsand arbeitet er, der gelernte Industriekaufmann, nun als Fitnesskaufmann mit B-Lizenz und ist einer der Leiter des Fitnessstudios. „Der Job macht Spaß, man hat mit Menschen zu tun, die in ihrer Freizeit sind“, sagt Ioannou. Entspannt. Als er noch in Lüneburg wohnte und seine Ausbildung machte und fast täglich pendeln musste, musste er viel verzichten. Jetzt sagt er: „Alles passt.“

Damit das so bleibt, muss nach dieser Saison sein auslaufender Vertrag bei D/A verlängert werden. Aber Ioannou ist ja wieder zurück, und gefragt.

Quelle: Stader Tageblatt