Die Mentalität entscheidet gegen Braunschweig

DROCHTERSEN. Der Trainer des Regionalligisten SV Drochtersen/Assel sagt, er freue sich auf Eintracht Braunschweig. Und so ganz chancenlos tritt D/A am Mittwoch (15 Uhr) gegen den Drittligisten im Viertelfinale des Niedersachsenpokals auch nicht an.

Uder freut sich, weil seiner Meinung nach die Mentalität solche Spiele entscheidet. Wer verliert, ist raus. Verliert die Eintracht, ist sie blamiert und die Saison des Absteigers wäre als aktueller Tabellenletzter der Dritten Liga wohl auch kaum noch zu retten. „Für Braunschweig ist dieses Spiel unfassbar schwer“, sagt Uder. Die Mannschaft von Coach Henrik Pedersen verlor zuletzt mit 2:4 gegen den SV Meppen.

So gegen Viertel vor fünf will Uder am Mittwoch mit seinen Spielern feiern. „Wir können gewinnen. Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt der Drochterser Trainer. Seine Jungs vermitteln ihm das. In Spielen, in denen es drauf ankam, sei D/A immer da gewesen. Zuletzt gegen die Bayern, im Niedersachsenpokal-Halbfinale der vergangenen Saison gegen den VfL Osnabrück, einst im Halbfinale gegen den VfB Oldenburg.

Entscheidend seien die ersten 15 bis 20 Minuten, sagt Uder. Entnervt D/A schon früh die durchaus taumelnden Braunschweiger mit seiner „ekligen“ Spielweise, könnte der Wettbewerb für Drochtersen noch die ein oder andere Runde weitergehen, so Uder. In den anderen Viertelfinalspielen stehen sich die Regionalligisten TSV Havelse und 1. FC Germania Egestorf/Langreder, der Regionalligist Rehden und der Drittligist Osnabrück und der Drochterser Ligarivale SSV Jeddeloh und Drittligist SV Meppen gegenüber.

Respekt vor dem Tempo

Lars Uder betreibt derzeit akribische Studien über Eintracht Braunschweig. Seinen Spielern präsentierte er am Montag die Videosequenzen häppchenweise und auch heute beim Abschlusstraining. Häppchen von der Spielweise des erfahrenen Stürmers Philipp Hofmann oder von „Straßenfußballer“ Onur Bulut mit seinen „schnellen Füßen“. „Nach vorne machen die viel Dampf“, sagt Uder. Der Drochterser Trainer hat eine Menge Respekt vor dem Tempo des Drittligisten. Das sei noch einmal eine andere Klasse als Regionalliga.

„Mal schauen, zu was wir im Stande sind“, sagt Uder. Vielleicht könne seine Mannschaft mehr Konter fahren. Interessant seien die Standardsituationen. D/A studiert für das Pokalspiel verschiedene Varianten ein.

Personell baut Lars Uder auf die größeren Alternativen im Vergleich zum letzten Punktspiel am Sonnabend gegen den TSV Havelse (0:0). Stürmer Alexander Neumann wird sein Magen-Darm-Virus vertrieben haben, Defensivmann Dimitri Fiks bekommt nach einer Grippe wieder Luft, entsprechend bandagiert könne Innenverteidiger Laurens Rogowski wohl auflaufen. Trotz einer entzündeten Achillessehne bei Sören Behrmann und einer Fußverletzung bei Florian Nagel bezeichnet Uder einen Einsatz der beiden Leistungsträger nicht als unwahrscheinlich.

Eintrittskarten

Für das Pokalspiel gegen Eintracht Braunschweig gibt es in den Vorverkaufsstellen Freudenthal in Drochtersen und Stadtschänke in Stade noch Tickets. Ein Sitzplatz auf der Haupttribüne kostet 25 Euro, ein Stehplatz 12 Euro, ein VIP-Ticket 80 Euro. D/A rechnet mit mehr als 300 Anhängern aus Braunschweig.

Drei Fragen an Henrik Pedersen, Trainer Eintracht Braunschweig

Herr Pedersen, Sie haben Eintracht Braunschweig nach dem Abstieg in die Dritte Liga zu Saisonbeginn übernommen. Nach zehn Spielen stehen Sie mit sieben Punkten am Tabellenende. Spüren Sie Druck?

Ich habe Druck vom ersten Tag gespürt. Das ist ein Traditionsverein mit großen Zielen, aber ich habe von Anfang an gesagt, wir müssen akzeptieren, dass wir jetzt in der Dritten Liga spielen. Und dass wir ankommen müssen – sind wir aber noch nicht. Daran arbeiten wir jetzt sehr hart. Und klar machen wir uns Druck. Die Spieler und ich wollen eine bessere Leistung zeigen, als die, die wir bislang gezeigt haben.

Sehen Sie ihre Mannschaft trotz des Fehlstarts als Favoriten gegen Drochtersen?

Darüber habe ich gar nicht nachgedacht, ich sehe das einfach als nächste Aufgabe, auf die wir uns wie auf alle anderen Spiele vorbereiten. Ich spreche eigentlich nie davon, Favorit oder kein Favorit zu sein. Wir bereiten uns auf jeden Gegner seriös vor und das machen wir auch für Mittwoch.

Aber ein Pokalspiel ist doch trotzdem etwas Besonderes, oder?

Im Moment ist eigentlich alles ein Pokalspiel für uns. Wir sind uns bewusst, dass uns eine robuste Mannschaft erwartet, die über ein gutes Umschaltspiel verfügt. Drochtersen kann sehr kompakt stehen, aber auch gut pressen. Uns erwartet eine spannende und schwierige Aufgabe in einem sehr, sehr wichtigen Spiel. Deshalb gehen wir sehr seriös damit um, damit wir uns auch im nächsten Jahr für den DFB-Pokal qualifizieren. Wir unterschätzen keinen, konzentrieren uns momentan viel auf uns selber. Dazu gehört ein guter Matchplan, wie gegen jeden Gegner.

Quelle: Stader Tageblatt