Nullnummer zwischen D/A und Havelse im Kehdinger Stadion

DROCHTERSEN. Mit dem TSV Havelse ist ein Gegner zu Gast, gegen den der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel den Anspruch hat, das Heimspiel zu gewinnen. Daraus wird nichts an diesem Sonnabendnachmittag. Es wurde ein mageres 0:0.

Viele Zuschauer werden am Sonnabend noch das vergangene Heimspiel des Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel in bester Erinnerung gehabt haben, dieses spektakuläre 5:1 gegen Norderstedt, als sie ins Kehdinger Stadion gekommen sind. Die damit einhergehende Erwartungshaltung konnte D/A gegen den TSV Havelse nicht erfüllen.Trainer Lars Uder analysierte die Magerkost letztlich differenzierter und kann mit dem Unentschieden zu Null gut leben.

Die Vorzeichen sind auch nicht die Besten. Mit Laurens Rogowski, Meikel Klee, Florian Nagel und Alexander Neumann stehen vier Stammspieler als Ersatzspieler auf dem Spielberichtsbogen. Rogowski, Nagel und Neumann sind aber gar nicht als mögliche Einwechselungen vorgesehen. Der angeschlagene Rogowski und Nagel mit seinem Bluterguss unterm Fuß werden für das Pokalspiel gegen den Drittligisten Eintracht Braunschweig am kommenden Mittwoch geschont. Neumann hat einen Magendarmvirus.

D/A-Trainer Lars Uder schickt dafür Jan-Ove Edeling, Hassan El-Saleh, Liam Giwah und Sung Hyun Jung in die Startelf. Oliver Ioannou ersetzt zudem den gelbgesperrten Nico Mau.

D/A fehlt Souveränität

D/A fehlt in der ersten Halbzeit die zuletzt so gelobte Souveränität und Selbstverständlichkeit im eigenen Spiel, die spielerische Linie ist nur in vagen Ansätzen zu erkennen. Das Spiel ist insgesamt sehr fahrig, viele Spielunterbrechungen durch kleine Fouls tun ihr übriges dazu. Uder schiebt diesbezüglich und nachvollziehbar dem Schiedsrichter auch den Schwarzen Peter zu, dieser habe mit seinen Pfiffen einiges an Spielfluss verhindert. Und ganz allgemein stellt Uder in diesem Zusammenhang fest: „Es ist eine Frechheit, wie wenig unsere Spieler geschützt werden. Aber wir jammern nicht und bekommen dann nicht die Fouls.“

Darüber hinaus haben die Drochterser aber auch ungewohnt viele Fehlpässe im Spielaufbau. Das fällt besonders bei Taktgeber Marcel Andrijanic auf. Der ist präsent wie immer, trifft fast immer die richtigen Entscheidungen, setzt diese aber auch oft genug zu ungenau um. „In der ersten Halbzeit trifft das zu“, sagt Uder. „Aber in der zweiten Halbzeit haben er und Oliver (Ioannou; Anm. d. Red.) das Spiel bestimmt.“ Die Positionstreue der beiden suche ihresgleichen, lobt Uder.

Edeling, der Neumann lauffreudig ersetzt, kommt zu zwei Halbchancen in der ersten Halbzeit. „Mit mehr Spielpraxis wird er diese Chancen nutzen“, sagt Uder, den nötigen Killerinstinkt habe der Neuzugang. Überhaupt wäre mit etwas mehr Glück und einer besseren Chancenverwertung der Sieg möglich gewesen. Till Hermandung hat in der 35. Minute eine Großchance, schießt aber aus kurzer Distanz den Torwart an. Die beiden größten Chancen hat Havelse: In der 11. Minute zwingt Rafael Hotes D/A-Torhüter Patrick Siefkes zu einer Glanzparade, mit den Fingerspitzen lenkt er den Ball noch knapp am Pfosten herum.

In der 25. Minute landet ein Kopfball von Almir Kasumovic auf dem Tornetz, das war ganz knapp und der Havelser kam viel zu frei zum Abschluss. D/A-Kapitän Sören Behrmann hat ihn im Rücken stehen und kommt zuvor nicht an den Kopfball heran. Bitter: Behrmann ist mit einer Achillessehnenverletzung ins Spiel gegangen und muss sich in der zweiten Halbzeit auswechseln lassen. Für das Pokalspiel am Mittwoch gegen Eintracht Braunschweig sehe es nicht gut aus, meint Behrmann nach dem Spiel. Die Schwierigkeiten im D/A-Spiel sind nicht explizit an den Neuen festzumachen. Einzig Jung als offensiver Rechtsaußen fehlt die Durchsetzungsfähigkeit.

D/A startet schwungvoll in die zweite Hälfte

Die zweite Halbzeit beginnt D/A dann schwungvoll. Edeling sorgt mit einem Lupfer aus spitzen Winkel für einen verfrühten Torjubel. Knapp. In der 54. Minute hat Jung die Führung auf dem Fuß – und da passiert ein Unglück: Manasse Eshele wirft sich in den Schuss und prallt so unglücklich mit Jung zusammen, dass er benommen liegen bleibt. Das Spiel wird für 20 Minuten unterbrochen und der Havelser muss mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. TSV-Trainer Christian Benbennek dankt in der Pressekonferenz später für den „warmen Applaus“ der Zuschauer für den Verletzten.

Nach der Verletzungspause folgt fußballerische Magerkost. Höhepunkt ist ein frech geschossener Freistoß von Hermandung. Bis zur 90. Minute, da hat der Havelser Kasumovic tatsächlich das 1:0 auf dem Fuß. Und zwei Minuten später gelingt D/A mal eine sehenswerte Kurzpassstafette und Ioannou lupft gefährlich. Das war’s.

Havelse-Trainer Benbennek entschuldigt sich beim Publikum für das „Gegurke“. Uder pflichtet im Großen und Ganzen bei, aber differenziert und mit den Argusaugen eines Trainers. Seine Mannschaft hat es den Umständen entsprechend sehr gut gemacht. Und D/A hat zum ersten Mal in dieser Saison zu Null gespielt. In diesem Zusammenhang hebt Uder explizit den jungen Innenverteidiger Liam Giwah hervor. Der hat sein erstes Regionalligaspiel gemacht und das ganz hervorragend.

Die Statistik

SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Stöhr (67. Kleine), Behrmann (60. Klee), Giwah, El-Saleh, Ioannou, Andrijanic, Hermandung, Edeling, Jung, Gooßen

TSV Havelse: Dlugaiczyk, Hotes, Fölster, Schleef, Eshele (55. Meyer), Jaeschke (79. Gökdemir), Bremer, Cicek, Wenzel, Maletzki (46. Langfeld), Kasumovic

Schiedsrichter: Kevin Rosin, Assistenten: Janik Möller, Thore Holst

Zuschauer: 552

Nächstes Spiel: D/A – Eintracht Braunschweig (Niedersachsenpokal, Mittwoch, 3. Oktober, 15 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt