D/A schießt Norderstedt aus dem Stadion

DROCHTERSEN. Der Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat mit einem nahezu perfekten Heimspiel die 0:4-Niederlage in Wolfsburg vor einer Woche vergessen lassen. D/A schoss Eintracht Norderstedt mit 5:1 ab. Der Trainer erlebte einen entspannten Arbeitstag.Manchmal ist es schlicht so einfach. „Heute hat es Spaß gemacht, Fußball zu schauen“, sagt Lars Uder bei der Pressekonferenz nach dem Sieg. Es ist nicht nur die Höhe des Sieges, die Uder erfreut. Es ist vor allem die Art und Weise, wie die SV Drochtersen/Assel diesen Sieg herausgespielt hat. Die Mannschaft hat, um einfach bei den Worten Uders zu bleiben, Fußball gespielt. Und zwar sehr guten.

Die Drochterser demonstrieren vor 682 Zuschauern von Anfang an Entschlossenheit, wollen das Spielgeschehen bestimmen. Das klappt. Schon nach acht Minuten köpft Kapitän Sören Behrmann den zweiten Eckball von Florian Nagel ein. 1:0. Das gibt noch mehr Selbstvertrauen und Sicherheit. Eintracht Norderstedt findet kaum statt. Nico Mau und Marcel Andrijanic sind die Herren im Zentrum. Julian Stöhr und Till Hermandung spielen frisch und mutig auf der linken Seite. Jasper Gooßen und Alexander Neumann ackern an vorderster Front. Die Abwehrkette um Behrmann ist sachlich und abgeklärt zur Stelle, wenn sie denn mal einschreiten muss.

Mau schießt aus elf Metern vorbei

D/A spielt gefällig, nur die absolute Torgefahr wird noch vermisst. Ein feiner Freistoß von Mau ist die beste Chance. Bis Gooßen in der 36. Minute im Strafraum zu Fall gebracht wird. Elfmeter. Klare Sache für Mr. 100 Prozent vom Punkt. Mau läuft an. Das 2:0 ist nur noch Formsache. Der Torwart springt nach rechts aus Sicht von Mau, er schießt nach links. Einige Fans springen schon hoch zum Jubeln. Da geht der Ball vorbei. Es herrscht ein wenig Ungläubigkeit auf der Tribüne. Ist das wirklich passiert?

Mau, der zum Spieler des Spiels auserkoren wird, ist ob seines Fehlschusses „richtig angefressen“. „Aber zum Glück ging ja alles gut“, sagt er. Kurz vor der Pause fährt D/A einen lehrbuchreifen Konter. Neumann leitet weiter auf Gooßen, der verlagert das Spiel von links nach rechts und schickt Florian Nagel, der wiederum quer legt auf Andrijanic. Und der vollendet mit feinem Fuß unhaltbar unter die Latte, 2:0.

Nach dem Seitenwechsel laufen gerade mal 28 Sekunden, da erhöht Hermandung nach Vorarbeit von Neumann auf 3:0. Nun herrscht Feststimmung auf dem Platz und den Rängen. Mau und Neumann vergeben kurz darauf zwei Großchancen. Dann darf Stöhr allein in den Strafraum ziehen und behält die Ruhe, erzielt per sattem Flachschuss ins lange Eck das 4:0.

Uder genießt Spiel seiner Mannschaft

4:0 endeten die beiden Spiele in der vergangenen Saison. „Wir wollten es besser machen als letzte Saison“, sagt Eintracht-Trainer Dirk Heyne. Das schnelle 0:1 habe dem Vorhaben einen schnellen Dämpfer verpasst. „Und dann bereiten wir noch das 0:2 vor“, so Heyne leicht sarkastisch, „dann nehmen wir uns etwas für die zweite Halbzeit vor und bereiten das 0:3 und 0:4 wieder vor.“ Es tue weh, hier zu stehen, sagt Heyne bei der Pressekonferenz.

Uder genießt es. Die Fehler, die sein Gegenüber bemängelt, habe D/A durch das eigene wuchtige Spiel erzwungen und danach eben auch noch fein ausgespielt beziehungsweise ausgenutzt. „Wie die Tore entstanden sind – Kompliment an die Mannschaft“, sagt Uder. Die Präsenz im Mittelfeld wurde belohnt und die Konter überragend gefahren, lobt Uder seine Spieler.

Der Anschlusstreffer fällt aus dem Nichts. Und richtet nichts mehr an. Weil D/A sehr souverän verwaltet und dabei immer wieder Nadelstiche setzt. Der eingewechselte Sung Hyun Jung sticht dann noch zu. Er umkurvt nach einem abermaligen feinen Konter Eintracht-Torhüter Johannes Höcker und stellt den 5:1-Endstand her.

„Eine überragende erste Halbzeit“, lobt D/A-Präsident Rigo Gooßen. Wenn man sich aber die Tabelle angucke, wisse man, dass es eine ganz enge Saison werde, warnt Gooßen. Eher nicht für D/A, wenn weiterhin so ein Fußball gespielt wird.

Verletzt: D/A muss in der Hinrunde auf Flügelflitzer und Leistungsträger Jannes Elfers verzichten. Dessen Verletzung stellte sich als Sehnenabriss heraus, der diese Woche operiert wird.

Die Statistik

Tore:1:0 (8.) Behrmann, 2:0 (43.) Andrijanic, 3:0 (46.) Hermandung, 4:0 (55.) Stöhr, 4:1 (59.) Veselinovic, 5:1 (82.) Jung

D/A: Siefkes, Klee, Rogowski (83. Hadaschik), Behrmann, Stöhr, Mau, Andrijanic (69. Ioannou), Nagel, Neumann, Hermandung (64. Jung), Gooßen

Norderstedt: Höcker, Marxen, Rose, Coffie, Bork (80. Can), Meien, Koch, Stannis (46. Brisevac), von Knebel, Facklam (46. Toksöz), Veselinovic

Nächstes Spiel: HSV II – D/A (Freitag, 21. September, 19 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt

Alle Tore, sowie weitere Highlights des Spiels HIER (FuPa.net)