Mit Meikel Klee zurück in den Mentalitätsmodus

DROCHTERSEN. Die Niederlage der SV Drochtersen/Assel in Wolfsburg haben die Geschlagenen mit fehlender Mentalität begründet. Ein Unding für einen Kämpfer wie Abwehrrecke Meikel Klee – auch wenn er mittlerweile ein wenig altersmilde ist.

Meikel Klee ist mit seinen 30 Jahren ältester Spieler der SV Drochtersen/Assel. Zudem ist er zusammen mit Kapitän Sören Behrmann der Dienstälteste. 2010 wechselte Klee vom Oberligakonkurrenten TuS Güldenstern Stade nach Drochtersen. „Menschlich war es damals ein schwieriger Schritt“, sagt Klee. „Güldi“ war familiär. Trainer Martin König hatte ihn 2006 aus der U19 von Heeslingen geholt und er kämpfte sich mit seinem Ehrgeiz in die Mannschaft. „Sportlich musste ich aber nicht lange überlegen“, sagt Klee.

Die Perspektive bei Güldi sei „nicht so rosig“ gewesen. Mit D/A wollte er eine gute Rolle in der Oberliga spielen. Umso größer war der Schock, als es in seiner ersten Saison auch mit D/A runter in die Landesliga ging. Zu dem Zeitpunkt war niemals an Regionalliga zu denken. Aber auf den sofortigen Wiederaufstieg als Landesliga-Meister folgte drei Jahre später auch noch die Oberligameisterschaft und der Regionalliga-Aufstieg. „Unglaublich“, findet Klee das noch immer. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Regionalliga spiele.“ Nun schon im vierten Jahr.

Reingekämpft und etabliert haben sich die Drochterser Underdogs in der vierthöchsten Fußball-Liga als die viel zitierten „Mentalitätsbestien“. Einem wie Klee gefällt das – dieser Begriff, diese Art des Fußballs. Das ist sein Ding. „Wir sind immer gierig auf den Ball“, umschreibt er das intensive D/A-Spiel. Da wurmt es, wenn in Spielen wie gegen den Tabellenführer Wolfsburg II diese Selbstverständlichkeit nicht bestätigt werden kann. „In dem Spiel fehlte uns tatsächlich die typische D/A-Mentalität“, sagt Klee. Nach dem sehr schnellen Gegentor hatte das Team „’n Ködel in der Büx“, wie Klee sagt. Das sei eben so ein Tag gewesen.

Großer Ehrgeiz

„Niederlagen nerven immer“, sagt Klee. Besonders, wenn einer seinen großen Ehrgeiz betont wie er. Besonders, wenn einer wie Klee es versteht, seine Stärken und seinen Willen auf den Platz zu bringen. Und das alles bei dem Aufwand, den er, Spitzname Mörtel, betreibt. Der Maurer einer kleinen Firma steht um 5 Uhr auf und ist in der Regel bis 16.30 Uhr auf dem Bau. Ein Arbeitstag endet meistens mit „Hängerballett“, wie Klee sagt, also die Anhänger auf dem Firmengelände klar machen für den nächsten Tag.

Danach noch vier Trainingseinheiten pro Woche plus Spiel, das ist nicht ohne. „Da bin ich ganz ehrlich“, sagt Klee, „da gibt es schon Momente, wo ich denke: Das muss doch nicht sein.“ Vor allem nach wirklich schlauchenden Arbeitstagen, wenn allein schon die Hitze einen kaputt mache. „Das fällt einem nicht mehr so leicht wie noch mit Anfang, Mitte 20.“

Neben seinem Ehrgeiz ist es aber vor allem der Spaß, der ihn weiter antreibt. „Der Leistungssport mit den Jungs bei D/A macht noch Laune“, sagt Klee. Den „Jungen“ macht er auch gern mal Platz. „So weit bin ich mittlerweile“, sagt er bezüglich seiner Erfahrung und seines Alters. Was freilich nicht heißt, dass er sich als Dauergast auf der Ersatzbank sieht. Dafür sei er zu ehrgeizig und betreibe eben zu viel Aufwand.

Karriereende rückt näher

Die Zeit nach dem Leistungssport rückt aber näher. Klee hat geheiratet. Er hat in seinem Wohnort Bremervörde ein Haus gekauft, das er restauriert. „Alles Schritt für Schritt“, sagt er und strahlt dabei Gelassenheit aus.

Unter Dampf steht Klee wieder am Sonntag im Heimspiel gegen Eintracht Norderstedt. Anpfiff 15 Uhr. „Mit denen spielen wir auf Augenhöhe“, sagt Klee über den Tabellenzehnten (zwei Punkte weniger als D/A). „Ich bin sehr optimistisch, dass wir da was holen“, so Klee. Da spricht einer, der bei D/A zu den Paradebeispielen zählt bezüglich der Mentalität. Altersmilde? Nicht so lange er auf dem Platz ackert.

 

Das Pokalspiel

Das Viertelfinale des Niedersachsenpokals zwischen D/A und Eintracht Braunschweig findet am 3. Oktober, 15 Uhr, in Kehdingen statt. Der Vorverkauf für das Duell zwischen dem Regionalligisten und dem Drittligisten beginnt am Freitag. Die Karten sind beim Sporthaus Freudenthal in Drochtersen (Drochterser Straße 3) erhältlich, ab kommender Woche voraussichtlich auch in der Stadtschänke in Stade (Breite Straße 4). Stehplatzkarten kosten 12 Euro. Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre zahlen 8 Euro. Sitzplatzkarten sind nicht verfügbar. Vorbestellungen für VIP-Karten (80 Euro) sind bis zum 20. September möglich bei Lars Behrmann unter sv.d-a@t-online.de

Quelle: Stader Tageblatt