D/A hat in Wolfsburg keine Chance

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat am Sonnabend beim Tabellenführer VfL Wolfsburg II einen gebrauchten Tag erwischt. Vor 350 Zuschauern unterlag die Mannschaft von Trainer Lars Uder dem Titelanwärter mit 0:4 und war dabei nahezu chancenlos.

Bereits in der sechsten Spielminute hebelte der Aufstiegsaspirant die defensiv eingestellte Drochterser Abwehrformation das erste Mal aus. Ein Flankenball von Julian Klamt von der rechten Seite köpfte Daniel Hanslik mühelos ein. Hanslik hatte sich zentral gegen D/A-Innenverteidiger Laurens Rogowski durchgesetzt.

D/A-Trainer Lars Uder beorderte Jasper Gooßen in das Sturmzentrum. Hassan El-Saleh, Nico Mau, Florian Nagel, Till Hermandung und Dimitri Fiks agierten im Mittelfeld. Die Abwehr bildeten Meikel Klee, Rogowski, Kapitän Sören Behrmann und Eyke Kleine. Drochtersen zog sich weit in die eigene Hälfte zurück. Das Umkehrspiel nach den seltenen Ballgewinnen funktionierte nicht. Gooßen und Nagel liefen sich im Angriff fest, weil das Mittelfeld nicht aufrückte.

Trainer moniert Körpersprache und fehlende Kommunikation auf dem Platz

D/A lief den Wolfsburgern meistens hinterher. Der Tabellenführer spielte ballsicher, schnell und abgeklärt. Drochtersen ließ den Favoriten kombinieren. Nach 21 Minuten fing Torwart Patrick Siefkes im letzten Moment einen Querpass ab. 60 Sekunden später musste er in höchster Not klären. Nico Mau prüfte seinen eigenen Schlussmann mit einer verunglückten Kopfballrückgabe. Der Drochterser Schlussmann stand mehr und mehr im Fokus. Sein Reflex auf der Linie verhinderte in der 23. Minute den 0:2-Rückstand. Nach einer halben Stunde war Siefkes schließlich machtlos bei einem abgefälschten Schuss von Murat Saglam. „Wir waren nicht laut genug, nicht präsent genug“, sagte Trainer Lars Uder. Der frühe Rückstand war ein „Schlag ins Gesicht“.

Direkt nach dem zweiten Gegentor forderten die Drochterser vehement Elfmeter. Hassan El Saleh war in den Wolfsburger Strafraum eingedrungen und nach Meinung von Schiedsrichter Mario Birnstiel fair vom Ball getrennt worden. D/A-Präsident Rigo Gooßen erkannte von der Seitenlinie eine klare Fehlentscheidung. „Ich hätte gern gesehen, wie das Spiel verlaufen wäre, wenn er den Elfmeter gepfiffen hätte“, sagte Gooßen, der mit so mancher Entscheidung des Unparteiischen nicht einverstanden war. „Da waren einige Delikatessen dabei“, sagte Gooßen.

Die einzige Chance für D/A hatte Dimitri Fiks kurz vor der Halbzeit. Sein Schussversuch aus spitzem Winkel landete allerdings im Seitenaus.

Nur eine kurze Phase des Aufbäumens

Für Fiks und Eyke Kleine war der Arbeitstag zur Halbzeit vorbei. Uder brachte Oliver Ioannou und Marcel Andrijanic. Kurzzeitig sahen die Zuschauer sogar ein Aufbäumen der Drochterser Mannschaft. Ein Freistoß von Andrijanic verfehlte das Wolfsburger Tor nur knapp. Die gute Phase der Gäste dauerte nicht lange. Nach 56 Minuten übernahmen die Gastgeber wieder das Kommando. Als Hanslik in eine Flanke rutschte, haben die 350 Zuschauer den Ball schon im Netz gesehen.

Zehn Minuten später machte es Hanslik besser. Diesmal mit dem Kopf nach einer Ecke von der rechten Seite. 3:0 für Wolfsburg. Der VfL erteilte der SV Drochtersen/Assel eine Lektion. „Der VfL wird bis zum Schluss oben mitspielen“, sagte Gooßen.

Dabei sah die Bilanz vor dem siebten Aufeinandertreffen beider Mannschaften eigentlich ganz gut aus. D/A gelang gegen die Bundesligareserve zwar seit der Regionalliga-Zugehörigkeit noch kein einziger Sieg in sechs Spielen. Aber in der Statistik standen immerhin fünf Unentschieden gegen eine Mannschaft, die jedes Jahr ambitioniert um den Aufstieg in die 3. Liga mitspielt.

Harmlose Drochterser Mannschaft

An diesem Sonnabend klappte bei D/A kaum etwas. Elvis Rexhbecaj erhöhte sogar noch auf 4:0 und machte die Schmach perfekt. Die Drochterser haben gegen die Tormaschine der Regionalliga verloren. Gelangen den Wolfsburger im Schnitt bis dato drei Treffer pro Begegnung, haben sie diesen Wert gegen eine harmlose Drochterser Mannschaft sogar noch ausgebaut. „Unsere Abwehr war heute gerade bei Standards nicht auf der Höhe“, sagte der D/A-Präsident.

„Wir können gegen solche Gegner nur mit Stimmung und Mentalität gewinnen“, sagte Lars Uder. Die habe ihm diesmal gefehlt. Die Spielidee funktioniere dagegen. „An das Verteidigen der Standards müssen wir nochmal ran“, so der D/A-Coach.

Am nächsten Sonntag empfängt D/A ab 15 Uhr Eintracht Norderstedt im Kehdinger Stadion.

Quelle: Stader Tageblatt