D/A gegen Bayern: Fans ergattern letzte Tickets für Pokalkracher

DROCHTERSEN. Vor dem Regionalligaspiel der SV Drochtersen/Assel gegen den FC St. Pauli II am Mittwoch haben sich die Fans auf die letzten Eintrittskarten für den DFB-Pokalkracher gegen den FC Bayern München gestürzt. Kritik gab es an der Ticket-Politik der Kehdinger.

Tom Bjarne Pietsch schaut zu Boden und schüttelt den Kopf. Er hat keine Lust mehr, sich das Regionalligaspiel zwischen D/A und St. Pauli II im Kehdinger Stadion mit Papa Bernd anzuschauen. Also drehen die beiden vor dem Tickethäuschen um und fahren zurück nach Himmelpforten. „Wir sind etwas enttäuscht“, sagt Bernd Pietsch. Sie waren die Ersten in der Warteschlange, die keine Karten für den DFB-Pokalkracher zwischen D/A und dem FC Bayern München am 18. August mehr ergattern konnten. Alle 200 Tickets, die in den freien Vorverkauf gelangten, sind weg. Gut 150 der 250 Wartenden gehen leer aus.

Mehr Glück hat Michael Meyer aus Assel. Als Vereinspräsident Rigo Gooßen um 17.23 Uhr das Signal für den Start des Vorverkaufs gibt, stratzt Meyer auf die Holzhütte neben den Umkleidekabinen zu. Darin sitzen Lars Jagemann und Sascha Middeke hinter einem Bierzelttisch, auf dem sich die Tickets stapeln. Meyer kauft eine Stehplatzkarte für 25 Euro, bezahlt schließlich 43 Euro, weil D/A den Kauf eines Bayern-Tickets an den Kauf zweier Tickets für Regionalliga-Heimspiele knüpft. Bei zwei Sitzplätzen etwa können gut 140 Euro zusammenkommen. „Wenn die Bayern kommen“, sagt Meyer, „kann man das mal machen.“

So hält es auch Anka Schiffmann aus Drochtersen. Sie freut sich über zwei Stehplatzkarten, nachdem sie drei Stunden gewartet hat. „Es war ganz entspannt“, sagt sie. Die Wartenden hörten Musik, bauten einen Sonnenschirm auf und bestellten Pizza. Die Schlange reichte nicht, wie einige vermuteten, hunderte Meter durch das Wohngebiet, sie endete schon nach fünfzig Metern auf Höhe der Sporthalle.

Karten sind ausverkauft

Rigo Gooßen beäugt das Treiben vor der Holzhütte. Hört, wie Jagemann um 17.45 Uhr hinausruft, dass es noch sechs Sitzplatzkarten gibt. „Danach nur noch Stehplatzkarten.“ Nachdem die Sitzplätze ausverkauft sind, winkt ein älteres Ehepaar vor der Holzhütte ab. Mehr als 90 Minuten stehen, das wollen sie sich nicht antun – auch wenn die Bayern kommen. Um 18.22 Uhr sind alle Karten verkauft.

Lange Gesichter in der Warteschlange. D/A hatte erst am Tag zuvor bekanntgegeben, dass nur 200 Karten in den freien Verkauf wandern. Auf Facebook hagelte es Kritik: „Geschlossene Gesellschaft“, „Frechheit“, „ein Witz“, kommentierten User. Andere zeigten Verständnis. Lars Behrmann, der bei D/A für die Tickets zuständig ist, zeigt sich unbeeindruckt: „Uns ging es darum, die Dauerkartenbesitzer, Vereinsmitglieder, die Spieler der ersten Mannschaft und unsere Sponsoren vernünftig zu berücksichtigen.“ Konkret: 1000 Karten gingen an Dauerkartenbesitzer, 2000 an Vereinsmitglieder, 1000 an die erste Mannschaft, 1600 an den FC Bayern. Der Rest war für die Sponsoren, den DFB, die Helfer und die VIP-Gäste vorgesehen. „Mit dieser Aufteilung sind wir zufrieden“, sagt Behrmann. D/A hätte 25 000 Karten verkaufen können. Letztlich dürfen 7500 Zuschauer dabei sein.

Auch Bernd Pietsch mit Sohn Tom Bjarne? Er sieht noch eine Chance, Neuer, Müller und Hummels hautnah zu erleben. Es gibt einen Bekannten, und der kommt vielleicht noch an Karten.

Quelle: Stader Tageblatt