Nur 7500 dürfen die Bayern sehen

DROCHTERSEN. Die SV Drochtersen/Assel wird das Kehdinger Stadions für das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München am 18. August maximal auf 7500 Zuschauer erweitern können. Damit ist jetzt schon klar: Der Verein wird bei weitem nicht alle Kartenwünsche erfüllen können.

Seitdem feststeht, dass der DFB-Pokalkracher im Kehdinger Stadion ausgetragen wird und nicht in einer größeren Arena in Hamburg, können sich die Vereinsvertreter um D/A-Präsident Rigo Gooßen vor Kartenanfragen nicht retten. Gooßen sagt, es sei schade, dass sich die Kapazität des Drochterser Stadions nicht erweitern lasse. Es sei technisch schlichtweg nicht möglich, auf der Gegenseite der Haupttribüne eine zusätzliche Tribüne zu errichten. Die Fachfirma habe davon abgeraten. Zudem sei das Sichtfeld beispielsweise durch Kameratürme und Stahlträger stark eingeschränkt. „Ich glaube aber, die Menschen haben Verständnis dafür, dass unseren treuen Fans beim Kartenkauf ein Vorrecht eingeräumt wird“, sagt Gooßen. Das ist der aktuelle Stand der Organisation:

Die Tickets

Etwa 7500 Plätze sind am 18. August zu vergeben. Die Bayern werden ein Kontingent von 1600 Karten erhalten. Darunter sind 300 Tickets für Sitzplätze. Der amtierende deutsche Meister hätte D/A sogar 15 000 Karten abgenommen. Die Bayern-Fans werden eine komplette Zusatztribüne besetzen.

Am Anfang dieser Woche schrieb D/A alle etwa 600 Vereinsmitglieder und 400 Dauerkarteninhaber an. Mitglieder können bei Interesse bis zu drei, Dauerkarteninhaber maximal zwei Tickets kaufen. Zudem bedient D/A seine Sponsoren. Die Geldgeber des Deutschen Fußballbundes (DFB) haben ein viel größeres Interesse an Eintrittskarten als vor zwei Jahren im Vorfeld des Spiels gegen Borussia Mönchengladbach. Auch diese Wünsche muss der Regionalligist befriedigen. Bis zum Ende der nächsten Woche erhält der Verein aus allen Gruppen die Rückmeldungen. Erst dann weiß D/A, ob überhaupt noch Karten in den freien Verkauf gehen können. Wenn ja, plant der Verein den Verkauf im Rahmen des Regionalligaspiels am Mittwoch, 1. August, gegen den FC St. Pauli II.

Die Ticketpreise

Mit der Wahl des Stadions und nachdem die Kapazität feststand, haben die Drochterser in Absprache mit den Bayern die Preise für die Eintrittskarten für das Pokalspiel festgelegt. Demnach kostet ein Stehplatz 25 Euro, ein Sitzplatz 52 Euro und ein VIP-Ticket 160 Euro pro Person.

Die Zusatztribünen

D/A holt das Gladbach-Konzept erneut aus der Schublade und errichtet jeweils hinter den Toren mobile Zusatztribünen. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 100 000 Euro. Die Tribünen werden in zwei Phasen aufgebaut, vom 31. Juli bis zum 3. August und vom 7. bis zum 9. August. Der Verein hofft auf die Hände vieler freiwilliger Helfer, die unter Anleitung der Profis die Tribünen aufbauen. D/A hatte sogar überlegt, die Tribünen doppelt zu nutzen und spontan eine Musikband nach Drochtersen zu holen. Das sei aber nicht realisierbar, sagt Rigo Gooßen.

Die Sicherheit

Vor einigen Tagen besprachen D/A und der DFB die Sicherheit im Kehdinger Stadion. Gegen Gladbach setzte der Club etwa 100 Ordner ein, Helfer aus dem eigenen Verein und Profis. Außerdem sicherte eine Hundertschaft Polizisten die Veranstaltung. Etwa in diesem Rahmen wird sich der Personalaufwand erneut bewegen. Gooßen erklärt, dass der Verein noch Ordner suche.

Die TV-Übertragung

Der Sender „Sky“ und der DFB haben die Partie zwischen D/A und den Bayern als „Fokusspiel“ deklariert. Die Begegnung steht in besonderem Interesse. Die TV-Produktionsfirma verfolgt das Spiel für die Live-Übertragung und die Konferenzschaltung mit fünf festen Kameras auf fünf Türmen und vier mobilen Kameras.

Die Bayern

Wie vor zwei Jahren den Gästen aus Mönchengladbach wird D/A auch den Bayern zwei Umkleidekabinen zur Verfügung stellen, darunter die eigentliche Drochterser Heimkabine. Die Kehdinger Fußballer nutzen die angrenzende Sporthalle. Wie die Bayern am 18. August anreisen, steht noch nicht fest. Eine Option ist offenbar der Flug zum Sea-Airport Cuxhaven/Nordholz.

Das Medieninteresse

Von TV- und Radiosendern hat Rigo Gooßen bislang zehn Anfragen für Interviews und verschiedenste Beiträge rund um die D/A-Mannschaft erhalten. „Das Interesse ist deutschlandweit riesig“, sagt der D/A-Präsident.

Quelle: Stader Tageblatt