Drochterser blenden die Schmerzen aus

DROCHTERSEN.  Der Coach des Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel, Lars Uder, hat seine Spieler am Mittwochabend mit einer besonderen Trainingseinheit überrascht. Die D/A-Kicker spielten auf dem Sportplatz in Assel Rugby.

Eine Stunde lang übernahm der Trainer des Aufsteigers in die 1. Rugby-Bundesliga, FC St. Pauli, das Kommando. Und Friedrich Michau (38) forderte die Drochterser Fußballer.

Nach einer Stunde spüren die Drochterser Muskeln, die sie in ihrer Sportart eher selten einsetzen. Schürfwunden zieren die Knie einiger Spieler. Sie bluten. Aber sie zeigen ihre Schmerzen nicht. Das hat Friedrich Michau ihnen eingebläut. „Wir zeigen nicht, dass uns etwas weh tut. Wir stöhnen nicht“, sagt der St. Pauli-Trainer. Das habe etwas mit dem Ethos der Sportart Rugby zu tun. Das ist eine Lebenseinstellung.

Das Training beginnt noch ganz harmlos. Die Spieler werfen sich im Lauf paarweise die Bälle zu. Die wenigsten hatten solch ein Ei schon einmal in der Hand. Danach geht es auf dem Rasen zur Sache. Rücken an Rücken sitzen die Spieler, haken sich ein und versuchen, sich niederzuringen. Der Verlierer geht in den Unterarmstütz, der Gewinner darf sich acht Sekunden lang auf dessen Rücken setzen und Gewicht machen. „Der Oberkörper muss fest sein“, sagt Michau und schlägt sich mit der eigenen Faust heftig gegen die Brust. Körperspannung ist wichtig.

Eine Übung später proben die Drochterser Tackling. Sie greifen sich die Hüfte des Gegners und zerren ihn um. Danach rammen sie den mit einem Puffer ausgestatteten Mann, der im Weg steht, einfach weg. „Kämpfen ist wichtig. Wir wollen gewinnen“, sagt Michau. Beim Rugby müsse jeder Spieler 100 Prozent geben, bei nur 50 Prozent käme der Gegner und bereite einem Schmerzen. Michau feuert seine Philosophien per Dauerfeuer raus. „Immer nach vorne, niemals allein“, ist auch so ein Motto, dass er seinen Rugbyspielern einimpft und dass zu D/A gut passen könnte.

Quelle: Stader Tageblatt