Neumann trifft wieder beim D/A-Sieg in Norderstedt

NORDERSTEDT. Nach einem starken Auftritt hat der Regionalligist SV Drochtersen/Assel mit 4:0 bei Eintracht Norderstedt gewonnen. Mann des Tages war Alexander Neumann mit drei Toren und einer Vorlage.

Nach dem Abpfiff verrät Enrico Maaßen, dass er seinen Stürmern vor dem Spiel die Füße gestreichelt hat. Gerade Alexander Neumann kann diese Streicheleinheiten gebrauchen. Rein statistisch ist der Angreifer bis zum Spiel in Norderstedt mit Abstand zwar erfolgreichster Drochterser Torschütze. Aber die beiden vorerst letzten seiner bis dato neun Treffer erzielte Neumann am 27. Januar gegen Eutin. Die Torflaute hielt danach ganze 14 Pflichtspiele, Pokal mit einberechnet. Das hat ihn mächtig gewurmt.

„So eine lange Phase ohne Tor hatte ich noch nie“, sagt Neumann, der für D/A jetzt in 132 Spielen 66 Mal getroffen hat. In den vergangenen Wochen habe er vor jedem Spiel stets ein gutes Gefühl gehabt. Vor dem Anpfiff in Norderstedt ordnet er sein Gefühl eher in die Kategorie „neutral“ ein.

D/A bietet am Sonntag im Plambeck-Stadion eine ganz starke erste Halbzeit. Früh stören die Angreifer das Norderstedter Aufbauspiel. Die Abwehr steht sicher. Nach elf Minuten prüft Jasper Gooßen erstmals Eintracht-Torwart Johannes Florian Höcker. Ein Schuss von Meikel Klee geht zehn Minuten später knapp links vorbei. D/A kreiert Chancen und ist bei Standards gefährlich. Bei einem Freistoß von Nico Mau muss sich Höcker strecken.

Neumann beendet Torflaute

Die Führung ist überfällig. In der 39. Minute beendet Alexander Neumann seine wochenlange Torflaute. Weil sich Höcker beim Rauslaufen verschätzt, kann Neumann den Ball ganz entspannt über die Linie schieben. Nach einer Flanke von Florian Nagel ist Neumann nur 60 Sekunden später erneut zur Stelle. Per Kopf markiert er die beruhigende 2:0-Halbzeitführung. „Ich habe immer gesagt, dass ein Tor hermuss. Dann läuft es“, sagt Neumann. Und wie.

D/A ist hungrig auf weitere Tore. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff erzielt Neumann seinen dritten Treffer und avanciert spätestens jetzt zum Spieler des Tages. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld setzt Nagel Neumann stark in Szene. 120 Sekunden später legt Neumann für Nagel zum 4:0 auf. Norderstedt gelingt nichts. Erst nach einer Stunde lässt D/A die erste Eintracht-Chance zu. Ein Schuss von Linus Meyer geht knapp drüber. „Die Spielweise von Florian kommt mir zugute“, sagt Neumann und lobt damit seinen am Sonntag kongenialen Offensivpartner. „Norderstedt hatte immer dann Probleme, wenn wir hinter die Kette gespielt haben“, sagt Neumann über die Taktik der Drochterser. Zum Matchplan gehörte zudem, Abwehrspieler und Torwart Höcker früh anzulaufen, um sie zu Fehlern zu zwingen. „Es ist immer schön, wenn ein Plan gelingt“, sagt Neumann.

D/A dominiert die Partie nach Belieben. Selbst Sven Sören Zöpfgen schaltet sich ins Offensivspiel ein und hämmert den Ball aus 20 Metern an die Latte. „Wir waren auf allen Positionen klar besser besetzt“, sagt Enrico Maaßen. Er erlebt an diesem sonnigen Nachmittag eine Demonstration seiner Mannschaft. „Einen aggressiven Auftritt“, eine „perfekte Haltung“, „die bessere Spielidee“.

D/A spielt mit Biss

Vor allem die nötige Einstellung konnte Eintracht-Trainer Dirk Heyne bei seinem Team nicht erkennen. „Drochtersen dagegen hat mit Körper, Biss und Zug gespielt“, sagt der Coach.

D/A hätte sogar höher gewinnen können. Aber womöglich hätte Enrico Maaßen seinen Stürmern danach die Füße küssen müssen. Frei haben die Sieger vom Sonntag jetzt bis Mittwochnachmittag. Dann treffen sie sich im Bus, der sie zum Auswärtsspiel nach Lübeck fährt.

Die Statistik

Tore:0:1 (39.) Neumann, 0:2 (40.) Neumann, 0:3 (55.) Neumann, 0:4 (57.) Nagel.

SV D/A: Kühn, Klee (31. schuhmann), Serra, Fiks, Behrmann, Grahle, Mau (75. Stöhr), Zöpfgen, Nagel (64. Pini), Gooßen, Neumann.

Eintracht Norderstedt: Höcker, Marxen (72. Bauman), Coffie, Mandic, Lindener, Drinkuth, Koch (64. Meien), Toksöz; Choi (64. Stannis), Meyer, Veselinovic.

Schiedsrichter: Schlüwe (Assistenten: Otto und Quoos)

Zuschauer: 435

Nächstes Spiel: VfB Lübeck – SV D/A (Mi., 9. Mai, 19 Uhr).

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Schellin hört auf

Christoffer Schellin (links), hier mit Co-Trainer Markus Zimmermann, beendet seine Arbeit als Torwarttrainer bei D/A.

Der Torwarttrainer der SV Drochtersen/Assel, Christoffer Schellin (33), wird seinen Posten zum Ende der Saison abgeben. Schellin kümmert sich seit 2016 um die D/A-Torhüter und war einst selbst erfolgreicher Schlussmann. Neun Jahre lang spielte und trainierte er insgesamt für die Kehdinger. Schellin will aus beruflichen und familiären Gründen kürzertreten. Dem DFB-Stützpunkt in Stade bleibt er allerdings erhalten.

Schellins Nachfolger bei D/A wird Hinnerk Tiedemann (29) aus Estorf. Derzeit kümmert sich der C-Lizenzinhaber und Inhaber der Leistungslizenz Torwarttrainer um die Keeper beim VfL Güldenstern Stade. Tiedemann gehört dann gemeinsam mit Co-Trainer Markus Zimmermann zum Trainerstab unter dem neuen Coach Lars Uder.

Quelle: Stader Tageblatt