Abstiegskampf? SV D/A ist zurück in der Spur

HILDESHEIM. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat das Siegen doch nicht verlernt. Nach drei Niederlagen in Serie gewann die Mannschaft von Trainer Enrico Maaßen am Dienstag vor 790 Zuschauern beim VfV Hildesheim mit 2:1.
Nach 42 Sekunden vergibt Marcel Andrijanic die Riesenchance, D/A in Führung zu bringen und aus dem Abstiegskampf zu schießen. Abstiegskampf? Trainer Maaßen sagt, D/A sei nie richtig im Abstiegskampf gewesen. Bis gestern betrug der Abstand auf den ersten möglichen Abstiegsplatz fünf Punkte, de facto sechs, weil D/A über das beste Torverhältnis der Teams in der unteren Tabellenregion verfügt. Also will Maaßen das Wort nicht hören. Auch nicht nach drei Niederlage in Folge. „Wir spielen immer stabil“, sagt der Coach. D/A spiele ja keinen schlechten Fußball. Nur die Effektivität stimme nicht. D/A benötigt zu viele Chancen für ein Tor.

Andrijanic steht also nach einem Pass von Alexander Neumann knochenfrei vor Hildesheims Torwart Nils Zumbeel und scheitert. Drochtersen erlebt in Hildesheim in der Anfangsphase ein Déjà-vu. Im Hinspiel, das 0:0 ausging, agierte D/A drückend überlegen, kreierte Chancen über Chancen, traf aber das Tor nicht. Diesmal sind es mehr als ein halbes Dutzend Hochkaräter.

Ganz so leicht wie im Dezember macht Hildesheim es den Drochtersern nicht. In der vierten Minute schläft die D/A-Abwehr bei einem Kopfball von Ante Blazevic, den Keeper Philipp Kühn mit einem starken Reflex abwehrt. Danach drehen die Drochterser auf.

Gooßen trifft zur Führung

Jasper Gooßen schiebt den Ball ganz trocken und abgeklärt in der siebenten Minute flach über die Torlinie. 20 Meter steht er vom Hildesheimer Tor entfernt, zentral vor dem Strafraum, als er abzieht. Nicht hart, aber sehr platziert.

D/A will nachlegen und kontert im Stadion in Hildesheim, kombiniert sich durch das Mittelfeld und agiert bis zum Strafraum gefällig. Allein beim Abschluss fehlt die Präzision. Gooßen verfehlt nach einem Konter über Andrijanic und Oliver Ioannou nach einer Viertelstunde das Ziel. Hildesheim versucht es mehrfach aus der Distanz. Nur einmal wird es für D/A in der ersten Halbzeit noch brenzlig, als ein Kopfball knapp am Tor vorbeigeht.

Effektivität bleibt eine Eigenschaft, die Drochtersen in der laufenden Saison nicht gerade auszeichnet. Alexander Neumann schießt in der 36. Minute an den Pfosten. Nico Mau setzt einen Kopfball nach einer Ecke rechts am Tor vorbei. Nach dem Seitenwechsel scheitert erneut Gooßen an Zumbeel, freistehend aus halblinker Position.

Behrmann steht im Weg

Aus der zweiten gefährlichen Aktion der Hausherren entsteht in der 69. Minute der Ausgleich. Luis Prior Bautista umkurvt die Drochterser Defensiven. Nur Sören Behrmann steht ernsthaft im Weg, dummerweise im Strafraum. „Ich konnte gar nicht weg“, sagt Behrmann. Als Bautista fällt, pfeift Schiedsrichter Patrick Mewes. Den Elfmeter verwandelt Abdülbaki Hot.

Zehn Minuten später wechselt Maaßen den Sieg ein. Er weiß das zu diesem Zeitpunkt zwar nicht, jubelt aber wenig später über das zweite Saisontor von Erdogan Pini. Der Schuss zum 2:1 in der 82. Minute gehört in die Kategorie sehenswert. Matti Grahle und Florian Nagel narren die rechte Hildesheimer Abwehrseite, setzen Gooßen in Szene, der auf Pini ablegt. Zwei Minuten später kann Pini auf 3:1 erhöhen. Er läuft allein aufs Tor zu, aber er läuft zu langsam und überlegt letztendlich ein paar Zehntelsekunden zu lange, an welcher Seite er den Ball an Zumbeel vorbei legt. Ein Abwehrspieler holt Pini ein.

Nach Maaßens Mischung aus Arithmetik und Bauchgefühl ist D/A also frei von Abstiegssorgen. Jetzt sind es sieben Punkte Vorsprung bei vier ausstehenden Spielen. Schon am Donnerstag geht es in Lüneburg weiter.

Die Statistik des Spiels

Tore: 0:1 (7.) Gooßen, 1:1 (69., FE) Hot, 1:2 (82.) Pini.

SV D/A:Kühn, Klee, Behrmann, Mau, Serra, Grahle, Ioannou, Zöpfgen, Andrijanic (61. Nagel), Gooßen (88. Fiks), Neumann (78. Pini).

Hildesheim: Zumbeel, Lange, Doege, Hot, Rauch, Kilic (85. Staron), Schulze, Sonntag (62. Mahmud), Zlatkov, Prior Bautista, Blazevic.

Schiedsrichter:Patrick Mewes (Assistenten: Marco Gewecke, Malte Quoos)

Zuschauer: 790

Nächstes Spiel:Lüneburger SK Hansa – SV D/A (Do., 3. Mai, 18.45).

Quelle: Stader Tageblatt