D/A erkämpft glücklich ein torloses Remis

WOLFSBURG. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat sich beim Meisterschaftsaspiranten VfL Wolfsburg II am Mittwochnachmittag einen Punkt erkämpft. Die Partie endete 0:0. Spielerisch war Wolfsburg überlegen. D/A ackerte und hatte viel Glück.

D/A-Trainer Enrico Maaßen vertraute in Wolfsburg gegen den bis dato zehnmal in Folge ungeschlagenen VfL wieder auf die defensive Variante. In der Fünfer-Abwehrkette sorgten Marco Schuhmann, Sören Behrmann, Dimitri Fiks, Nikola Serra und Matti Grahle für Ordnung. Das defensive Mittelfeld bildeten Nico Mau, Oliver Ioannou und Sven Sören Zöpfgen. Alexander Neumann und Erdogan Pini störten das Wolfsburger Angriffsspiel frühestens an der Mittellinie. Maaßen gab seinen Vielspielern Meikel Klee, Laurens Rogowski und Marius Winkelmann eine Pause.

Drochtersen überließ den Wolfsburgern weite Teile des Mittelfelds und versuchte, bei Ballgewinnen mit schnellem Umkehrspiel Nadelstiche zu setzen. Dies gelang in der Anfangsphase nur bedingt. Nach einer Viertelstunde verpasste Alexander Neumann einen schwachen Rückpass des Wolfsburgers Iba May auf seinen Torwart Niklas Klinger nur knapp. Erdogan Pini hatte May zuvor unter Druck gesetzt.

Der VfL Wolfsburg gehört seit Jahren zu den Topteams der Regionalliga Nord. In der laufenden Saison streitet sich der VfL mit den ärgsten verbliebenen Konkurrenten, Weiche Flensburg, VfB Lübeck und Hamburger SV II, um den Aufstieg in die 3. Liga. Der VfL stellt nach Jeddeloh mit 50 Toren den besten Angriff der Regionalliga und mit 22 Gegentoren die drittbeste Abwehr.

Erste Chance nach 21 Minuten

Die erste echte Chance kreierte D/A am Mittwoch erst nach 21 Minuten. Neumann behauptete im Strafraum den Ball gegen vier Wolfsburger. Sein Schuss ging links am Tor vorbei. Danach drückte der VfL. Matti Grahle blockte einen Schussversuch von Murat Saglam im letzten Moment. Wolfsburg erspielte sich Möglichkeiten. Mehrfach stand D/A-Schlussmann Philipp Kühn im Mittelpunkt. Aber Kühn behielt die Übersicht und faustete die Bälle reihenweise aus der Gefahrenzone.

D/A traute sich in der Schlussphase der ersten Halbzeit offensiv mehr zu und hätte sogar in Führung gehen können. Aber Pini vergab nach 42 Minuten die Riesenchance zum 1:0. Er scheiterte aus spitzem Winkel an Torwart Klinger. Kurz danach blieb ein Schuss von Serra in der Abwehr hängen. Bei einem Versuch von Neumann soll ein Wolfsburger Spieler im Strafraum die Hand zur Hilfe genommen haben. Neumanns Beschwerden beim Schiedsrichter blieben ungehört. „Ein klarer Elfmeter“, sagt Enrico Maaßen. Der Coach sagt aber auch: „Aus den Abschlüssen müssen wir mehr machen.“

In den Aufeinandertreffen beider Mannschaften in den vergangenen Jahren sind nie mehr als drei Tore gefallen, insgesamt gerade mal neun Treffer in sechs Spielen. Fünf Spiele gingen Remis aus, torlos oder 1:1, eines gewann der VfL mit 2:1.

Kurz nach der Pause hatte Drochtersen Glück. Ein platzierter Kopfball streifte ganz knapp am Tor von Kühn vorbei. Nach einer Stunde parierte der Drochterser Keeper einen Schuss aus spitzem Winkel. In Minute 70 wäre er gegen einen Versuch von Justin Möbius chancenlos gewesen. Aber der Ball rauschte knapp am rechten Pfosten vorbei.

D/A schwimmt

D/A schwamm mächtig in der Defensive. Im Spielaufbau indes tat sich die Mannschaft von Enrico Maaßen schwer. Wie zuletzt gegen Altona 93 fehlte dem Passspiel die Präzision. Die zündende Idee fehlte. Die Zuschauer erlebten ein Spiel auf ein Tor. Erst in der 78. Minute entwischten der eingewechselte Jasper Gooßen und Alexander Neumann ihren Bewachern, spielten den Konter aber nicht gut aus. „Gerade die Offensiven gehen am Stock“, sagt Maaßen. Die Belastung durch die vielen Spiele in den vergangenen Tagen hätten Spuren hinterlassen.

In der Schlussphase versuchten die Drochterser alles, um wertvolle Zeit von der Uhr zu nehmen. Torwart Philipp Kühn übertrieb es mit der Zeitschinderei und kassierte die Gelbe Karte. Aber die nahm Kühn in Kauf für einen Punkterfolg bei einem der Meisterschaftsfavoriten, der D/A spielerisch weit überlegen war. „Wir haben vor dem Spiel in der Aufstellung viel getauscht. Trotzdem hat die Mannschaft funktioniert“, sagt Maaßen.

Nach 26 von 34 Spielen in der Regionalliga Nord sind die D/A-Fußballer mit 13 Unentschieden die absoluten Remis-Könige. Am kommenden Sonnabend geht es auswärts bei Eintracht Braunschweig II weiter. Das Hinspielergebnis: 1:1 – natürlich.

Die Statistik

Tore: keine

SV Drochtersen/Assel: Kühn, Schuhmann, Behrmann, Fiks, Serra, Grahle, Ioannou, Mau, Zöpfgen (72. Andrijanic), Neumann (89. Brunsch), Pini (54. Gooßen)

VfL Wolfsburg II: Klinger, Klamt (81. Stutter), Marmoush, Saglam, Abdat, May, Hanslik, Badu, Franke, Sarr (46. Neuwirt), Justvan (72. Möbius)

Schiedsrichter/in: Timo Hippel – Assistenten: Sebastian Berger, Ralf Iwanowski

Nächstes Spiel: Eintr. Braunschweig II – SV Drochtersen/Assel (Sbd., 21. April, 14 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt