D/A zeigt perfekte Abwehrleistung beim HSV II

HAMBURG. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat sich beim Tabellenführer Hamburger SV II ein 0:0-Unentschieden erkämpft. 230 Zuschauer sahen die Partie im Wolfgang-Meyer-Stadion. Und sie erlebten eine taktische Meisterleistung der Kehdinger.

Trainer Enrico Maaßen hat seine Mannschaft optimal auf den Spitzenreiter eingestellt. Auf die Tormaschine der Liga, die im Schnitt pro Spiel doppelt trifft. D/A erwartet den HSV zehn, zwanzig Meter vor dem eigenen Strafraum. Die defensiv eingestellten Abwehrreihen verschieben gekonnt, verengen die Räume geschickt. Der HSV prallt ab am Drochterser Bollwerk, einem 5:3:1:1-System. „Wir haben das nahezu perfekt verteidigt“, sagt Maaßen.

Der Trainer setzt am kommenden Dienstag, 3. April, wenn D/A ab 19 Uhr im Kehdinger Stadion im Halbfinale des Krombacher Niedersachsenpokals auf den Drittligisten VfL Osnabrück trifft, womöglich auf eine ähnliche Taktik. Insofern taugt das Hamburg-Spiel als perfekte Generalprobe. Dem Gegner den Ball im Mittelfeld überlassen. Ihn in Sicherheit wiegen, Reize setzen, schnell umschalten. Der Osnabrücker Trainer Daniel Thioune wird sich die Begegnung zwischen Drochtersen und dem HSV II genau anschauen, um seiner Mannschaft bessere Lösungsansätze mit auf den Weg zu geben, als sie dem HSV am Mittwochabend eingefallen sind.

D/A setzt im Wolfgang-Meyer-Stadion auf Konter. Und auf den schnellen Jannes Elfers, der auf der Spitze spielt. Die defensiven Mittelfeldspieler erkämpfen sich die Bälle und schicken Elfers. Nach einer Viertelstunde entwischt er seinem Bewacher Patrick Marcel Storb. Elfers will den Ball über Torwart Morten Jens Behrens lupfen. Es bleibt beim Versuch.

Elfers verletzt

Kurze Zeit später muss Elfers verletzt raus. Alexander Neumann rückt ganz nach vorne. Marcel Andrijanic gibt fortan den Kreativen dahinter. „Für Jannes ist das natürlich sehr bitter“, sagt Maaßen. Die erste Diagnose ergab einen Muskelfaserriss am Oberschenkel. Elfers gehört zu den schnellsten Spielern bei D/A. Auf solch einen ist Maaßen bei der Defensivtaktik eigentlich angewiesen.

Der HSV spielt, D/A hat die Chancen. Nikola Serra setzt den Ball über die Latte nach einer halben Stunde. Drochtersen schafft es aber nicht, die Konter auszuspielen. Dem finalen Pass fehlt die Genauigkeit. Dem HSV fällt dagegen kaum eine Lösung ein. Der Tabellenführer verzeichnet nur drei Schüsse aus der Distanz, die das Tor um viele Meter verfehlen. „Dass D/A tief steht, haben wir erwartet“, sagt HSV-Coach Steffen Weiß. Dass sein Team dagegen keine Mittel findet, dagegen nicht.

„Wir haben unnötige Torschüsse aus 35 Metern abgegeben und Drochtersen nicht in Bewegung bekommen“, sagt Weiß, der vor einigen Wochen den Posten von Christian Titz übernommen hat, der sich seit dem Rauswurf von Bernd Hollerbach beim HSV um die erste Mannschaft in der Bundesliga kümmert. Titz schaut sich die erste Halbzeit gegen D/A an und verschwindet dann zum gemeinsamen Bowling mit seinen Profis. Seine Meinung zum Spiel behält er für sich.

D/A schwimmt

Nach der Pause erhöht der Gastgeber den Druck. D/A schwimmt im Dauerregen von Hamburg kurzzeitig. Die erste richtige Möglichkeit nach Wiederanpfiff bleibt dennoch den Kehdingern vorbehalten. Andrijanic zieht aus 20 Metern ab. Behrens kratzt den Ball aus dem Winkel.

Als sich Schnee in den Regen mischt, verflacht das Spiel, jedenfalls, was die kreativen Momente angeht. Defensiv könnte die Partie als Lehrstunde für Taktikfans durchgehen. Die Drochterser Fünferkette wirft sich in jeden Ball.

Sieben Minuten vor dem Schlusspfiff bekommt der HSV noch seine erste und einzige hundertprozentige Chance. Der Gastgeber kombiniert sich in den Strafraum. Philipp Kühn hält den Schuss von Leon Mundhenk mit der Fußspitze. Und rettet D/A damit den Punkt. „Minimal haben wir den Punkt verdient“, sagt Enrico Maaßen.

Die Statistik

Tore: keine

SV Drochtersen/Assel: Kühn, Elfers (27. Andrijanic), Serra, Rogowski, Grahle, Winkelmann, Zöpfgen, Klee, Fiks, Ioannou, Neumann (90+1. Behrmann).

Hamburger SV II: Behrens, Behounek, Haut (83. Mundhenk), Giese, Seo, Kwarteng, Storb, Gmeiner, Opoku (62. Ronstadt), Köhlert (69. Ferati), Knöll.

Schiedsrichter: Daniel Fleddermann

Zuschauer: 230

 

Nächstes Spiel: SV D/A – VfL Osnabrück (Halbfinale, Landespokal, Dienstag, 3. April, 19 Uhr).