D/A: Auf großes Glück folgt größeres Pech

DROCHTERSEN. Nach einer gefühlten Ewigkeit haben die Regionalliga-Fußballer der SV Drochtersen/Assel wieder ein Punktspiel absolviert. Ohne Rhythmus und auf schwerem Geläuf hat sich D/A gegen den unangenehmen Gegner TSV Havelse ein 1:1 erkämpft.

Nur 647 Zuschauer lockte die Partie nach langer Fußball-Abstinenz ins Kehdinger Stadion. Verwöhnt wurden die treuesten D/A-Fans nicht. Die Trainer filterten das Positive aus der Punkteteilung und nahmen ihre Mannschaften ob der fußballerischen Magerkost in Schutz.

„Fußballerisch war nicht viel möglich“, sagte D/A-Trainer Enrico Maaßen, Fußball sei „ganz, ganz schwer“ auf diesem Rasen, der unter den Wetterbedingungen der letzten Wochen gelitten hat. Genauso sah es TSV-Trainer Christian Benbennek, der beiden Mannschaften ein Kompliment für ihre Einstellung und ihren Kampfgeist machte. „Ich bin froh über den Punktgewinn“, sagte Benbennek, damit sei der TSV Havelse positiv ins neue Fußballjahr gestartet.

Ähnlich beurteilte Maaßen das 1:1-Unentschieden. Das Minimalziel, den TSV Havelse auf Abstand zu halten, sei geglückt. Zudem habe Havelse die Mehrzahl an guten Chancen gehabt, also müsse D/A zufrieden sein mit der Punkteteilung. So das abschließende Fazit Maaßens.

Dass er aber auch ein wenig enttäuscht war über die späte Punkteteilung, äußerte sich in der Feststellung: „Eigentlich hätten wir das 1:0 nach Hause bringen müssen“, so Maaßen, „und vor dem Ausgleich müssen wir den Ball besser klären.“

Kampf und Biss statt Spielkultur

Kurz vor der Pause hatte Maaßen von seiner Mannschaft lautstark gefordert, sie solle sich ins Spiel „reinarbeiten“. Dies gelang nach der Pause. Die Drochterser agierten nicht mehr ausschließlich mit langen Bällen, Endstation war immer in der sicheren TSV-Innenverteidigung. Spielkultur war nicht vorhanden, dafür Kampf und Biss. Mit spielerischen Elementen bekam D/A aber in Hälfte zwei mehr Spielkontrolle und näherte sich dem gegnerischen Tor Stück für Stück mit Abschlüssen. Die 1:0-Führung durch einen Kopfball von Matti Grahle kam daher in der 86. Minute nicht überraschend und war auch nicht unverdient.

Allerdings hatten die Drochterser im Vorfeld zwei Mal Riesenglück. Kurz nach Wiederanpfiff konnte Nico Mau per Grätsche nicht klären und TSV-Stürmer Julius Langfeld lief allein auf D/A-Torhüter Philipp Kühn zu, der angesetzte Heber senkte sich nur knapp hinter der Latte.

Kühn hatte schon in der ersten Halbzeit zwei Mal in letzter Not retten müssen: Einen zu kurzen Rückpass erwischte er nur um zwei Fußspitzen eher als Havelses Langfeld, und in einer anderen Szene musste Kühn zu einem Flugkopfball außerhalb des Strafraums ansetzen, um einen Ball vorm Gegner zu klären.

Riesenglück Nummer zwei in Hälfte zwei: Wieder hatte Mau das Nachsehen gegen Langfeld, der spielte im Strafraum quer und TSV-Dribbler Daniel Kofi Kyereh nahm Maß, traf aber nur den Innenpfosten des langen Ecks und der Ball sprang parallel zur Torlinie wieder heraus.

Per Glücksschuss zum Ausgleich

Als D/A dann nach der 1:0-Führung wie der sichere Sieger wirkte, da traf Noah Plume nach einem Standard und aus dem Gewühl heraus mit einem absoluten Glücksschuss zum Ausgleich, in der 90. Minute. Der Ball senkte sich nach dem Drehschuss unhaltbar ins lange Eck.

D/A-Präsident Rigo Gooßen fasste das Spielgeschehen recht passend zusammen: „Beim 1:0 hatten wir Glück und beim 1:1 hatten wir Pech, das Pech war dabei ein bisschen größer.“ Er freue sich aber, dass endlich wieder Fußball gespielt wird. Und dies ab sofort fast ausschließlich im Drei-Tages-Rhythmus. Am Mittwoch empfängt D/A den starken Aufsteiger SSV Jeddeloh.

Die Statistik

Tore: 1:0 (85.) Grahle,; 1:1 (90.) Plume

SV Drochtersen/Assel: Kühn, Grahle, Serra, Rogowski, Klee, Mau, Winkelmann, Fiks (46. Ioannou) , Andrijanic (87. Behrmann), Gooßen, Neumann (86. Pini)

Zuschauer: 647

Nächstes Spiel: D/A – Jeddeloh (Mi., 14. März, 19 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt