D/A rennt an und trifft das Tor nicht

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel verabschiedet sich mit einem 0:0 gegen Hildesheim in die Winterpause. D/A agierte vor nur 321 Zuschauern überlegen, traf aber das Tor nicht. Warum die Hildesheimer die ersten Lacher auf ihrer Seite hatten.Die Gäste aus Hildesheim handelten sich bereits weit vor dem Anpfiff wohlverdienten Spott ein. Die Nachricht, dass die Gäste den Koffer mit den Trikots, den Hosen und den Stutzen in der Heimat vergessen hatten, verbreitete sich im Stadion wie ein Lauffeuer. D/A erwies sich als guter Gastgeber und lieh den Hildesheimern seine nagelneuen schwarzen Auswärtstrikots. D/A-Zeugwart Michael Feyerherd musste schmunzeln: „Wenn mir das passiert wäre, wäre ich gar nicht erst aus dem Bus gestiegen.“

D/A wollte dieses Nachholspiel nach fünfwöchiger Wettkampf-Abstinenz unbedingt bestreiten, um im kommenden Jahr nicht noch in größere Terminschwierigkeiten zu geraten. Drei Ligaspiele und das Pokal-Halbfinale gegen den Drittligisten VfL Osnabrück stehen 2018 zusätzlich auf dem Programm. Dabei mussten einige Drochterser Spieler ihren Urlaub verschieben, um am Freitag auf dem Platz zu stehen. Der Rasen hatte die niederschlagsreichen Tage gut überstanden. Deshalb versuchten die Gastgeber, spielerische Lösungen gegen die fast 90 Minuten lang destruktiv spielenden Hildesheimer zu finden. Bis auf zwei kleine Ausnahmen sahen die Zuschauer ein Spiel auf ein Tor.

Bereits in der fünften Minute hatte Jasper Gooßen den Führungstreffer auf dem Fuß. Seinen Schuss aus sieben Metern parierte der Hildesheimer Torwart Nils Zumbeel. Nach einem Wackler in der Drochterser Abwehr kam Hildesheim zwei Minuten später zu seinem ersten und harmlosen Torschuss.

D/A bestimmte vor magerer Kulisse das Spiel. Immer wieder versuchten die Kehdinger, über die Außenpositionen Druck aufzubauen. Gooßen und Marcel Andrijanic hatten nach einer Viertelstunde gute Möglichkeiten, wurden aber abgeblockt.

D/A ist offensiv stark

Offensiv fanden die Gäste nicht statt. D/A dagegen umso mehr. Nico Maus Schuss ging nach 37 Minuten neben das Tor. Die größte Möglichkeit für die Hausherren vergab Alexander Neumann fünf Minuten vor der Halbzeit. Der Stürmer nahm einen Andrijanic-Freistoß volley. Der Ball flog knapp über die Latte. Erinnerungen an die dürftigen Offensivbemühungen Mitte der Hinrunde wurden wach. Erst in den letzten beiden Partien gegen Norderstedt und in Egestorf hatte D/A sich mit insgesamt acht Toren wieder freigeschossen. „Wir waren vorne zu fahrlässig. Wir müssen die klaren Dinger reinmachen“, sagt Marcel Andrijanic, der durchaus versuchte, kreativ das Spiel zu lenken.

Nach dem Seitenwechsel belagerte D/A das Hildesheimer Tor, ohne sich zunächst zwingende Chancen zu erarbeiten. Eine gute Gelegenheit hatte Gooßen per Kopf nach einer Ecke. Die Gäste strahlten nur bei Kontern so etwas wie Gefahr aus. D/A verlor im Angriff kurzzeitig die Linie. Es sollte sich als das große Luftholen vor der Schlussoffensive entpuppen.

Ab der 74. Minute wurde es vor dem Hildesheimer Tor wieder richtig gefährlich. Drochtersen drängte auf die Führung. Aber Neumann und der eingewechselte Erdogan Pini scheiterten freistehend. Hildesheim hatte nichts mehr entgegenzusetzen und wollte das Remis über die Zeit schaukeln. Quälend lange Zeit ließen sich die Gäste bei den Wechseln, Torhüter Zumbeel spazierte vor Abstößen fast aufreizend langsam durch seinen Strafraum. In der Nachspielzeit verpasste es erneut Neumann, sein Team zu erlösen. Der Hildesheimer Schlussmann zeigte eine Glanzparade.

So bleibt beim Gang in die Weihnachtsferien ein fader Beigeschmack. „Wir sind sehr enttäuscht. Wir hätten gewinnen müssen“, sagt D/A-Trainer Enrico Maaßen. Ein 5:0 wäre okay gewesen. Die Art und Weise, wie seine Elf den Bedingungen strotzte, habe ihm gefallen. D/A werde sich jetzt sammeln und Kraft tanken. Maaßen: „Dann werden wir hoffentlich eine furiose Rückrunde spielen.“

Die Statistik

Tore: Fehlanzeige

SV Drochtersen/Assel: Kühn, Klee (73. Schuhmann), Serra, Mau, Rogowski, Grahle, Winkelmann, Zöpfgen, Andrijanic (73. Nagel), Gooßen (67. Pini), Neumann

VfV 06 Hildesheim: Zumbeel, Hot, Doege (90+2. Bakir Mahmud), Kilic, Rauch, Prior-Bautista, Drizis, Lange (79. Zlatkov), Schulze, Sonntag (87. Oganesian), Ibekwe

Schiedsrichterin: Susann Kunkel; Assistenten: Matz Lennart Simon, Tom-Lennart Maschmann

Zuschauer: 321

Quelle: Stader Tageblatt