D/A II gegen A/O: Das Derby der Zweikämpfe

DROCHTERSEN. Diesem Landesliga-Derby fehlten eigentlich nur die Tore. Gastgeber SV Drochtersen/Assel II und die SV Ahlerstedt/Ottendorf trennten sich am Sonntag 0:0-Unentschieden. Gut 140 Zuschauer sahen hochkarätige Chancen und aggressive Zweikämpfe.Der kleine Kunstrasenplatz neben dem Kehdinger Stadion in Drochtersen lässt bei Dauerregen und starkem Wind keine fußballerische Finesse, aber durchaus gefährliche Torraumszenen zu. „In solch einem Spiel geht es nur um Mentalität“, sagt A/O-Trainer Malte Bösch. Und weil beide Mannschaften mental auf Augenhöhe spielen, verdient diese Partie keinen Sieger. Es kracht aber mächtig auf dem Grün.

In der neunten Minute knallt der Ball nach einem Schuss von Drochtersens Michel Junge an den Ahlerstedter Pfosten. Die Gäste versuchen, das Spiel auf dem engen Platz noch enger zu machen, verzichten auf die Flügelspieler und stehen kompakt im Zentrum. A/O wird in der 25. Minute erstmals gefährlich. Nach einer Ecke von Thorben Glüsing scheitert Niklas Nissen an D/A-Torwart Henrik Licht.

Warum der Ahlerstedter Nils von Salzen nach einer halben Stunde den Ball aus fünf Metern zentral vor dem Tor über die Latte schießt, wird er sich wahrscheinlich noch die ganze Woche fragen. Hauke Wuelbern leitete die Riesenchance mit einem katastrophalen Fehler im Aufbauspiel ein. Im Gegenzug verzweifelt Paul Kötz, nachdem er den Abpraller nach einem Pfostenschuss von Niko Junge nicht im Tor unterbrachte. Die erste Halbzeit ist spielerisch um Klassen besser als die zweite. Dafür erleben die wenigen Zuschauer in Durchgang zwei in der Kehdinger Kälte hitzige Szenen.

Für den ersten Aufreger sorgt in der 76. Minute Drochterens Hauke Wuelbern, der Martin Sattler auf dem Weg zum Tor am Oberkörper festhält und dessen Sturmlauf unsanft stoppt. A/O fordert Rot. Schiedsrichter Yannick Leinfels belässt es bei Gelb. Nach einem Foul von Mike Pye an A/O-Spieler Thorben Glüsing rennen sogar die Betreuer auf den Platz und bilden mit den Spielern ein wildes Rudel. Wieder agiert Leinfels souverän und verwarnt die Übeltäter. Der Schiedsrichter steht oft im Mittellpunkt. Jan-Miklas Steffens ist mit Gelb gut bedient, nachdem er sich mit einem wüsten Schubser bei Nils von Salzen revanchierte. Unterm Strich sind das die Szenen, die das Derby in Halbzeit zwei ausmachen.

„Ich glaube, wir können mit dem Unentschieden besser leben als D/A“, sagt Malte Bösch, der bei A/O bis Sommer 2019 verlängert hat. Der Vorstand wollte mit der Trainerpersonalie ein Signal setzen. Mit der Aggressivität, sagt D/A-Coach Hannes Schulz, sei er zufrieden gewesen. „Nur ein Tor hat gefehlt.“

Die Statistik zum Derby

Tore: Fehlanzeige

SV D/A II: Licht, M. Junge, Ribbe, Wuelbern, A. Zielke, Baumgartner (82. Gröne), Kötz (66. Yaman), Steffens, N. Junge, B. Zielke, Pye.

SV A/O: Haepp, von Holt, von Salzen, T. Nissen, N. Nissen, Buchholz (65. Steingröver), Gerken, Dammann, Wulff, Speer (23. Sattler), Glüsing.

Zuschauer: 140

Nächste Spiele: SV A/O – Tus Harsefeld (Do., 30. November, 20 Uhr); Rotenburger SV – SV D/A II (So., 3. Dezember, 14 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt