D/A-Trainer Enrico Maaßen zieht Halbzeitbilanz

DROCHTERSEN. Am Freitag startet der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel mit dem Spiel beim VfB Lübeck (Anpfiff um 19.30 Uhr) in die Rückrunde. Zeit, um gemeinsam mit D/A-Trainer Enrico Maaßen Bilanz zu ziehen.

Die Gesamtbilanz

Vor dem Start in die Rückrunde am Freitag gegen den VfB Lübeck rangiert die SV Drochtersen/Assel auf dem elften Tabellenplatz im breiten Mittelfeld der Fußball-Regionalliga Nord. Allerdings ist die Tabelle nicht gerade aufgrund der zahlreichen Spielausfälle in den vergangenen Wochen. „Alles in allem können wir mit dem Saisonverlauf zufrieden sein“, sagt D/A-Trainer Enrico Maaßen, zumal sein Team im Halbfinale um den Landespokal steht und sich dort Ostern 2018 mit dem Drittligisten VfL Osnabrück messen darf. Alle Spiele seien wahnsinnig eng gewesen. In der Statistik stehen fünf Siege, vier Niederlagen und sieben Unentschieden. D/A verlor drei Mal mit 0:1. Auch in diesen Spielen habe nicht viel gefehlt. „Über die gesamte Saison hinweg waren wir in einem Spiel nicht gut. Das war das Spiel gegen Rehden“, sagt Maaßen, der mit der Stabilität seines Teams einverstanden ist. Die Stabilität habe sich längst zum Markenzeichen entwickelt. Zwei oder drei Siege statt der Unentschieden seien der große Wunsch gewesen. Aber die Regionalliga sei kein Wunschkonzert. „Gemessen an unseren Strukturen und dem monetären Mitteln, die zur Verfügung stehen, ist Platz zehn das erwartbare Ergebnis“, so der Trainer. Vor D/A stünde mit Egestorf-Langreder nur eine Mannschaft, die ähnliche Strukturen hat, wie Drochtersen.

Die Heimbilanz

D/A gewann von acht Spielen erst zwei und erzielte insgesamt neun Tore vor eigenem Publikum, allerdings vier gegen Eintracht Norderstedt und drei gegen den VfB Lübeck. In sechs Spielen traf D/A demnach nur zwei Mal das Tor im Kehdinger Stadion. „Die Statistik brauchen wir nicht schönreden“, sagt Enrico Maaßen. D/A wollte zu Hause eine Macht werden. Die höchste Heimniederlage kassierte D/A gegen Hannover 96 II (0:3). Die Bundesliga-Reserve reiste mit vielen Bundesligaprofis an. Dass die zweiten Mannschaften von Bundesligisten gegen D/A mit Spielern aufwarten, die bereits Bundesliga-Erfahrung gesammelt haben, fasst Maaßen als Kompliment auf. „Wir haben uns einen Namen gemacht, dass wir ein schwer zu bespielender Gegner sind“, sagt Maaßen. Bis auf die Leistung im Spiel gegen Rehden könne der Trainer seinen Spielern keinen Vorwurf machen. Die Diskrepanz zwischen den Heimspielen und den Auswärtsspielen sei nicht immer erklärbar.

Die Auswärtsbilanz

In der Auswärtstabelle steht D/A auf Rang fünf. 13 Punkte sammelte die Mannschaft auf fremden Plätzen. Nur in Flensburg setzte es eine 0:1-Niederlage.

Die Entwicklung der Spieler

Maaßen gibt sich sehr zufrieden mit der persönlichen Entwicklung vieler Spieler. Darum ginge es schließlich. D/A versuche jedes Jahr in einer immer stärker werdenden Regionalliga, den Kader mit guten Talenten aus der Region zu bestücken. Zwischen den Spielern aus der Region oder dem eigenen Nachwuchs und den Neuverpflichtungen aus ferneren Vereinen will D/A die Balance finden. Spieler wie Nikola Serra haben in den vergangenen Monaten eine gute Entwicklung hingelegt. Zusammen mit Jannes Elfers und Jasper Gooßen habe Serra die größten Schritte gemacht, sagt Maaßen. Gooßen sei neben Sven Zöpfgen der Spieler im Team, der Informationen am schnellsten adaptieren könne. Auch Laurens Rogowski weist eine gute Stabilität auf. Er ist fester Bestandteil der Defensive geworden. D/A tue es allerdings nicht gut, dass Spieler wie Florian Nagel, der den Erfolg in den vergangenen Jahren mitgeprägt habe, in dieser Saison verletzungsbedingt noch gar nicht stattgefunden habe. Einer wie Nagel kann in engen Spielen den Unterschied machen. Er gehörte neben Alexander Neumann immer zu den besten Torschützen der Kehdinger. Der sei für Drochtersen nicht zu ersetzen.

Die Spielweise

„Wenn du im ersten Regionalliga-Jahr Vierter wirst und den Pokal gewinnst und im zweiten Jahr Neunter wirst, wirst du wahrgenommen von den anderen Clubs“, sagt Maaßen. Im ersten Jahr gab es unmittelbar nach den Spielen von den gegnerischen Trainern ob der defensiven Spielweise häufig Kritik. Aber D/A hat sich längst zu einer Mannschaft gemausert, die defensiv die besten Strukturen aufweist. Maaßen sagt, er sei auf die Mentalität seines Teams stolz. Das D/A-Spiel sei jetzt mehr ausbalanciert. Einst operierten die Kehdinger fast ausschließlich mit langen Bällen. Mittlerweile findet Drochtersen spielerische Mittel, die Abwehr der Gegner zu knacken. „Wir sind facettenreicher geworden“, sagt Maaßen.

Die Gegentore

Das letzte Tor aus dem Spiel heraus kassierte D/A in Oldenburg. Das war am zehnten Spieltag. Defensiv macht D/A demnach viel richtig. Woche für Woche arbeitet die Mannschaft am Abwehrverhalten bei Standardsituationen. Fast die Hälfte seiner Gegentore kassierte D/A nach ruhenden Bällen. Irgendwann sei die Anfälligkeit nach Standards zu einer psychologischen Sache geworden. „Am meisten müssen wir uns darin entwickeln, die Standards zu verhindern“, sagt Maaßen. In den vergangenen zwei Wochen stand D/A diesbezüglich schon viel stabiler.

Die Neuzugänge

Die erfahrenen Neuzugänge Marcel Andrijanic und Erdogan Pini haben dem Drochterser Spiel ihren Stempel aufgedrückt, spielten aber selten durch. Andrijanic wurde bereits neu Mal ausgewechselt, Pini sechs Mal. Andrijanic warf eine Verletzung zurück. Seit zwei Wochen ist er wieder auf dem aufsteigenden Ast und bekleidet im offensiven Mittelfeld eine laufintensive Position. Nach 60 Minuten benötigt D/A mehr Frische bei den Kreativen – deshalb die vielen und taktisch bedingten Wechsel. Pini kann am Ball alles, brauchte aber seine Zeit, um als Angreifer das laufintensive Drochterser Spiel gegen den Ball anzunehmen.

Das Personelle

„Man soll niemals nie sagen, aber geplant ist nichts“, sagt Maaßen über mögliche Neuzugänge in der Winterpause. D/A habe keinen akuten Bedarf. Stand jetzt, so der Trainer, wolle er sich auch von keinem Spieler trennen.

Die Winterpause

Das letzte planmäßige Spiel bestreitet Drochtersen am 10. Dezember gegen Eutin. Allerdings soll das Nachholspiel gegen Borussia Hildesheim noch am 15. Dezember stattfinden. D/A muss seinen Urlaub dadurch um eine Woche verkürzen. Das Training nach der Weihnachtspause startet bereits am 6. Januar 2018. Vom 21. bis zum 26. Januar bestreitet die Mannschaft auf Mallorca ein Trainingslager. Gegen den starken Aufsteiger SSV Jeddeloh geht es am 4. Februar vor eigenem Publikum weiter.

Die Zuschauerbilanz

Mit 878 Zuschauern im Schnitt pro Heimspiel liegt D/A ligaweit auf Rang vier. Die Zahl ist im Vergleich zur Vorsaison um 48 Zuschauer gestiegen. Krösus ist der VfB Lübeck mit 1502 Zuschauern. Schlusslicht ist in dieser Bilanz die U 23 von Eintracht Braunschweig mit gerade mal 205 Zuschauern.

Die Torschützen

Törles Knöll vom unangefochtenen Tabellenführer Hamburger SV II führt die Torschützenliste mit 14 Treffern an. D/A-Stürmer Alexander Neumann belegt mit sieben Treffern Rang sieben. Drochtersens Abwehrchef Nico Mau und Mittelfeldsspieler Marius Winkelmann sind mit jeweils vier Treffern die zweitbesten Kehdinger Schützen.

Quelle: Stader Tageblatt