Marius Winkelmann führt D/A zum 4:0-Sieg

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hatte in dieser Saison bisher nur sein erstes Heimspiel gewinnen können. Die Sehnsucht nach dem zweiten Sieg im Kehdinger Stadion war groß. Dieser ist nun gelungen.Mit einem „fulminanten Auftritt“, wie der D/A-Vorsitzende Rigo Gooßen schwärmte und dabei in seinem Überschwang nicht übertrieb. D/A besiegte den FC Eintracht Norderstedt mit 4:0.

Die Drochterser haben am Samstagabend ihre 648 Fans im Kehdinger Stadion mit feinem Fußball verwöhnt und auch in der Höhe verdient gewonnen. Für die Gäste, die in der Spitzengruppe der Tabelle mitmischen, war es erst die zweite Saisonniederlage. Die Drochterser waren in allen Belangen überlegen. Ein ganz starkes Spiel machte Marius Winkelmann, der aus der insgesamt starken Einheit herausstach.

Er erzielte das überfällige 1:0 kurz vor der Pause. Der Führungstreffer war ein Akt des Willens. D/A hatte sich an der Strafraumgrenze von Eintracht Norderstedt festgebissen, fand gegen das Bollwerk aber keine Lösung. Als Winkelmann auf halbrechter Position die Chance sah, abzuziehen, zog er voll durch, wurde aber von einem Norderstedter geblockt. Winkelmann blieb gedankenschnell und nutzte sofort die zweite Chance zum wuchtigen Vollspannschuss. Dieses Mal fand der Ball durch alle Beine den Weg ins Tor. Der Treffer war zu diesem Zeitpunkt freilich goldwert und hochverdient.

Ein nahezu perfekter Auftritt

Winkelmann setzte mit dem 4:0-Endstand auch noch das Ausrufezeichen hinter einen nahezu perfekten Auftritt von D/A. Das beruhigende 2:0 (74.) durch Marcel Andrijanic hatte Winkelmann mit starker Ballbehauptung im Mittelfeld und anschließendem Pass nach links außen auf Jannes Elfers ebenso eingeleitet. Die D/A-Verantwortlichen ließen es sich so natürlich nicht nehmen, Winkelmann zum Spieler des Spiels zu küren, nachdem sie bei den vergangenen zwei Heimspielen auf diese Ernennung verzichtet hatten. Winkelmann lobte lieber das Kollektiv: „Wir haben heute alle überzeugt. Das macht Mut für die nächsten Spiele.“

D/A-Trainer Enrico Maaßen war schon nach dem 2:0 die große Erleichterung bis in die Fußspitzen gesprungen. Vor Freude tippelte und hüpfte er aufs Spielfeld zum Torschützen Andrijanic. Nach dem Sieg lobte er das „großartige Spiel“ seiner Mannschaft. „Wir hatten wieder einen Plan und dieses Mal ist er voll aufgegangen.“ Die Mannschaft hat den Plan voll umsetzen können. Eintracht Norderstedt hat nie seinen Rhythmus gefunden, auch weil die Drochterser die gegnerischen Schlüsselspieler attackiert haben, wie Maaßen sagte. D/A hat aber eben nicht nur das Spiel des Gegners, der zwei erwähnenswerte Chancen hatte, unterbunden – sondern selbst „richtig guten Fußball gespielt“, wie Maaßen freudig feststellen durfte.

D/A kombinierte mit schnellem und direktem Spiel. Zwar waren dabei auch Ungenauigkeiten im Spiel. Aber die emsigen Spieler gewannen oftmals die entscheidenden Bälle nach Ballverlusten schnellstmöglich zurück.

Lob vom Gästetrainer

In den ersten 40 Minuten dominierte D/A, fand aber in der Gefahrenzone noch keine durchschlagenden Lösungen. Das Tor lag zwar in der Luft. Doch auch die Angst, an der Chancenverwertung zu scheitern. „Meine Güte, kann der nicht mal reingehen, hab’ ich gedacht“, umschrieb Maaßen sein Gefühlsleben. Damit meinte er die 40. Minute, als ein Abschluss von Nico Mau noch per akrobatischer Flugeinlage von Vico Meien auf der Torlinie geklärt wurde. Dann sorgt Winkelmann mit dem Pausenpfiff für die Erlösung.

Nach der Pause war das D/A-Spiel noch zielorientierter. Alexander Neumann mit einem ersten Warnschuss. Jasper Gooßen vergibt eine Großchance aus zentraler Position, weit drüber. Andrijanic trifft den Pfosten. Gooßen stochert den Abpraller im Fallen nicht hart genug. Doch dann fällt nach Winkelmanns Spielverlagerung und Elfers’ Vorlage das 2:0 – große Erleichterung.

Mit dem 3:0 macht Jasper Gooßen endgültig alles klar. Nach einem Ballgewinn wird er per Pass in den freien Raum geschickt und behält vor Eintracht-Torhüter Johannes Höcker die Ruhe. Norderstedts Trainer Dirk Heyne lobte die Leistung von D/A ebenso, seine Mannschaft war nicht in der Lage, das eigene Spiel aufzuziehen, weil die Drochterser zu überlegen waren.

Die Statistik

Tore: 1:0 (45.) Winkelmann, 2:0 (74.) Andrijanic, 3:0 (85.) Gooßen, 4:0 (87.) Winkelmann.

SV Drochtersen/Assel: Kühn, Klee, Rogowski, Mau, Serra, Elfers, Andrijanic (84. Grahle), Zöpfgen, Winkelmann (89. Brunsch), Gooßen (87. Meyer), Neumann.

Zuschauer: 648.

Nächstes Spiel: 1. FC Germania Egestorf-Langreder – D/A (So., 12. November, 14 Uhr).

Quelle: Stader Tageblatt