D/A feiert wichtigen Auswärtssieg gegen Altona 93

HAMBURG. Auch für die sprichwörtlich „dreckigen Siege“ gibt es in den Fußball-Ligen dieses Landes drei Punkte. Über die freuten sich die Regionalliga-Fußballer der SV Drochtersen/Assel nach ihrem 3:1-Sieg bei Altona 93.

Dass spielerisch längst nicht alles gut war, interessierte auf D/A-Seite angesichts der Tabellenkonstellation allenfalls am Rande. Es war der umjubelte Schlussakkord eines intensiven, kämpferischen Spiels: Der eingewechselte Jasper Gooßen schloss einen Konter mit dem Tor zum 3:1 ab, unmittelbar danach pfiff der Schiedsrichter die Regionalligapartie zwischen Altona 93 und der SV Drochtersen/Assel ab.

Lange Zeit sah es in einer zerfahrenen Partie so aus, als würden sich die Tabellennachbarn 1:1 unentschieden trennen. Doch dann patzte Altonas Schlussmann Tobias Grubba in der 75. Minute, als er einen eher harmlosen Distanzschuss vom eingewechselten Marco Schuhmann nicht festhalten konnte und D/A-Angreifer Alexander Neumann den Ball zur 2:1-Führung einnetzte. Drochtersens Trainer Enrico Maaßen sprach hinterher von einem „dreckigen Tor“.

Neumann war es auch, der die erste Chance des Spiels kreierte. Marcel Andrijanic verpasste seine Hereingabe knapp (7.). D/A agierte zunächst druckvoller vor 1335 Zuschauern auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn im Hamburger Westen und ging verdient durch Erdogan Pini in Führung (19.).

Nach gutem Beginn den Faden verloren

Drochtersen verpasste es in dieser Phase, ein weiteres Tor nachzulegen. Die Gäste waren nach einer Serie von sieben Spielen ohne Sieg in erster Linie damit beschäftigt, die Ordnung zu halten. D/A-Abwehrchef Nico Mau analysierte nach dem letztlich verdienten Auswärtssieg: „Wir haben sehr gut angefangen, verdient das 1:0 gemacht, dann aber den Faden verloren.“

Die Gastgeber waren nicht zwingend in ihren Offensivaktionen, kamen aber noch vor der Pause zum Ausgleich. Das Tor erzielte Arnold Lechler (39.), der einen schönen Freistoß vom gefährlichsten Altonaer Angreifer, Nick Brisevac, verwertete.

In der zweiten Spielhälfte plätscherte die Partie vor sich hin. Die Hausherren, als Aufsteiger noch ohne Heimsieg in der Regionalliga Nord, agierten ohne Mumm, D/A passte sich der spielerisch schwachen Vorstellung zunehmend an. Immerhin: Die Drochterser beschäftigten den Gegner, sodass das 2:1 fallen konnte, wenn auch begünstigt durch einen individuellen Fehler. Mau: „Unser Spiel ist es, aus einer stabilen Ordnung heraus zu agieren.“ Eine Gala-Vorstellung der Drochterer war es nicht, doch war es in dieser Tabellenkonstellation ein gewonnenes „Sechs-Punkte-Spiel“, wie Maaßen nach der Partie des Tabellen-14. gegen den Zwölften sagte.

D/A-Coach Maaßen setzt auf den Nachwuchs

Auch das Team von Altona-Trainer Berkan Algan strauchelt nach vernünftigem Saisonstart gewaltig. Der Liga-Neuling bekommt zunehmend Probleme in der rauen Regionalliga-Luft. Das Tor gegen D/A war das erste Heimtor seit zwei Monaten für die Gastgeber. Dazwischen verlor Altona dreimal mit 0:3 zu Hause, zuletzt überdies unglücklich bei Jeddeloh mit 1:2. D/A könnte eine Blaupause für Altona 93 sein. Auch in Hamburg versucht man, ohne das große Geld in der Regionalliga zu spielen.
Dass Drochtersen nach zwei überraschend tollen Jahren nun ein wenig schwächeln würde, liege in der Natur der Sache. Da käme der jetzige „Brustlöser“ nur recht, sagte der 33-Jährige. Maaßen: „Nach der langen Durststrecke ging es für uns um ein gutes Ergebnis.“ Was die zweite Hälfte betraf, kritisierte er einfache Ballverluste im Umschaltspiel. Man habe dennoch „verdient gewonnen“ und dem Gegner kaum Torchancen erlaubt. Nach dem Abpfiff bildete die D/A-Mannschaft einen Kreis auf dem Rasen und bejubelte den Auswärtssieg ebenso erschöpft wie ausgelassen.

Statistik

Tore: 0:1 (19.) Pini, 1:1 (39.) Lechler, 2:1 (75.) Neumann, 3:1 (90.+3) Gooßen.
D/A: Kühn, Klee, Rogowski, Mau, Serra, Elfers (61. Schuhmann), Grahle, Pini, Ioannou, Andrijanic (69. Winkelmann), Neumann (78. Gooßen).
Zuschauer: 1335
Nächstes Spiel: D/A – Eintracht Braunschweig II (Freitag, 20. Oktober, 19.30 Uhr).

Quelle: Stader Tageblatt