Serra rettet stark einen Punkt

OLDENBURG. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel muss mit einem 1:1-Unentschieden beim VfB Oldenburg zufrieden sein. Dabei hatten die Spieler von Enrico Maaßen reichlich Gelegenheit, das Spiel in der ersten Halbzeit für sich zu entscheiden.Von Wolfgang Wittig und Jan Bröhan

Während bei den Gastgebern in dieser Phase nicht viel zusammenlief, hatte D/A die Spielhoheit übernommen. „Wir haben sehr wuchtig gespielt und mit viel Struktur“, lobte Maaßen seine Mannschaft in der ersten Halbzeit. Eigentlich hätte D/A mit einer 2:0- oder 3:0-Führung in die Pause gehen müssen.

Bereits in der 8. Minute musste VfB-Schlussmann Hrvoje Bukovski sein ganzes Können aufweisen, um einen frühen Rückstand des VfB zu verhindern. Nur acht Minuten später musste der Keeper erneut eingreifen, um einen tollen Schuss von Marcel Andrijanic zu entschärfen. Der ehemalige VfBer Marius Winkelmann hatte ihn geschickt angespielt. Mitte der ersten Halbzeit konnte sich der VfB Oldenburg ein wenig vom Druck der Gäste befreien und mit Kontern im eigenen Stadion, doch die Defensive der Maaßen-Truppe hatte alles im Griff und ließ dem Gegner kaum Freiheiten. D/A übernahm zum Ende der Halbzeit wieder die Initiative, ohne aber die sich bietenden guten Chancen zu nutzen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild grundlegen. Plötzlich war der VfB Oldenburg das spielbestimmende Team. „Da haben wir das Spiel nicht mehr so gut kontrolliert“, sagte Maaßen. Fortan rollte Angriff auf Angriff in Richtung von Torwart Philipp Kühn. Dieser konnte sich nun bei etlichen Gelegenheiten mit guten Paraden auszeichnen und seine Mannschaft vor einem Rückstand bewahren. Nach einem Freistoß (52.) musste sich der Keeper ebenso lang machen wie nur wenige Minuten später (64.), als er einen Volleyschuss des zum Wochenende neu verpflichteten Mittelfeldspieler beim VfB, Süleyman Celikyurt, großartig parieren konnte.

D/A zieht sich komplett zurück

Drochtersen/Assel hatte sich unverständlicherweise komplett zurückgezogen und bot so dem Gegner reichlich Platz für sein nun flottes Angriffsspiel. Die Gäste kamen nur noch mit wenigen Kontern in die gegnerische Hälfte, ohne aber große Gefahr erkennen zu lassen. In der 75. Minute belohnte sich der VfB für seine Angriffsbemühungen mit einem Flugkopfball von Daniel Franziskus mit dem 1:0. „Beim Gegentor haben wir uns auf der linken Seite dumm angestellt, dafür aber toll nach dem Wiederanpfiff den Konter gefahren, der den Elfmeterpfiff brachte“, so Maaßen.

Denn: Der Jubel der Oldenburger Spieler war aber noch nicht ganz verklungen, da zeigte Schiedsrichter Konrad Oldhafer im Oldenburger Strafraum auf den Elfmeterpunkt. Zuvor hatte Okan Erdogan den flinken Nikola Serra nur mit einem Foul bremsen können. Nico Mau sorgte mit dem Strafstoß sicher zum 1:1-Ausgleich. „Das war eine Superaktion von Nicola“, lobte Maaßen. Serra hatte sich ein Herz gefasst und hat von der Mittellinie einen Sololauf gestartet, dabei vier Oldenburger stehen lassen, einen Doppelpass mit Alexander Neumann gespielt – und wurde dann gelegt.

In der 90. Minute musste SV Drochtersen/Assel noch um das Remis bangen. Doch der eingewechselte Marcel Lück konnte alleine vor dem Torwart stehend das Spielgerät nicht im Tor unterbringen. Letztendlich aufgrund der beiden Halbzeiten geht das Unentschieden in Ordnung.

Stimmen

D/A-Trainer Enrico Maaßen: „Aufgrund der zwei verschiedenen Halbzeiten muss ich mit dem Unentschieden zufrieden sein. Wir haben es in den ersten 45 Minuten versäumt, unsere guten Chancen mit einem oder mehreren Toren zu belohnen. In der zweiten Halbzeit hatte ich das Gefühl, als wenn einer den Stecker rausgezogen hatte. Da lief teilweise nichts mehr.“

VfB Trainer Stephan Ehlers: „Wir haben in der zweiten Halbzeit unser Selbstvertrauen wieder gefunden. In der 2. Halbzeit sind wir verdient in Führung gegangen, haben beim Gegenzug aber viel zu oberflächlich dagegen gehalten. In der ersten Halbzeit war Drochtersen klar die bessere Mannschaft.“

Und Marius Winkelmann sagte nach seiner Rückkehr ins Oldenburger Marschweg-Stadion: „Das war unser Minimalziel heute, wir wollten aber eigentlich die drei Punkte mitnehmen. Letztendlich müssen wir aufgrund beider Halbzeiten zufrieden sein.“

D/A-Trainer Maaßen stellte das Positive heraus, so ein Unentschieden in Oldenburg stehe auch für „Stabilität“. Aber klar sei auch, dass sich die Mannschaft für ihre Leistungen auch baldigst belohnen muss.

Die Statistik

Tore: 1:0 (74.) Franziskus, 1:1 (77. FE) Mau

VfB Oldenburg: Bukovski, Lach, Aalto, Franziskus, Aug, Hakansson, Richter, Erdogan, Temin (64.Lück), Tönnies, Celikyurt

SV Drochtersen/Assel: Kühn, Rogowski, Mau, Grahle, Serra, Andrijanic (70. Pini), Winkelmann (77. Schuhmann), Elfers, Ioannou, Nagel (61. Gooßen), Neumann

Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (Hamburg)

Zuschauer: 1258 im Marschweg-Stadion

Nächstes Spiel: D/A – BSV Schwarz-Weiß Rehden (So., 8. Oktober, 15 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt