Drochtersen vergisst das Toreschießen

DROCHTERSEN. Ein Spiel, das niemals Remis enden darf, endet 0:0-unentschieden. Die SV Drochtersen/Assel verpasst es trotz Überlegenheit, gegen den Lüneburger SK ein Tor zu schießen. 711 Zuschauer sehen viele D/A-Chancen und keine für Lüneburg. Dumm nur, dass Fußball ein Ergebnissport ist.

Wenn D/A-Torwart Philipp Kühn nichts zu tun hat, wenn er entspannt Abschläge und Abstöße wie im Training schlagen kann, dann machen seine Vorderleute einen guten Job. D/A spielt in der ersten Halbzeit dominant gegen den Lüneburger SK Hansa. Und das mit den üblichen Verdächtigen in der Fünfer-Abwehrkette. Meikel Klee rechts und Jannes Elfers links interpretieren ihre Rolle dabei allerdings ziemlich offensiv. Beide haben am Freitagabend gegen schwache Lüneburger freie Bahn. Elfers ist der meistgefoulte Mann auf dem Platz. Der LSK kann den 21-Jährigen auf legale Weise kaum halten.

Vor der Kette agieren die ehemaligen Lüneburger Matti Grahle und Oliver Ioannou umsichtig. Gerade Grahle gewinnt fast jeden Zweikampf. Er gibt den aggressiven Führungsspieler. Grahle brennt nahezu. In Abwesenheit von Erdogan Pini, der mit Magen-Darm-Beschwerden passen musste, organisieren Florian Nagel, Marcel Andrijanic und Alexander Neumann die D/A-Offensive gegen das klassische 4:4:2-System der Gäste.

Nach einer Viertelstunde ohne nennenswerte Strafraumszenen spielt sich D/A näher an das Lüneburger Tor heran. Neumann verzieht. Sein Flachsschuss kracht knapp links hinterm Tor in die Werbebande. Nach 22. Minuten steigt Nico Mau nach einer Ecke zum Kopfball hoch, vergibt aber den Hochkaräter. Andrijanic hat in der 33. Minute die Führung auf dem Fuß, scheitert aber aus zentraler Position an LSK-Torwart Ole Springer. Elfers, Klee, Grahle: D/A schießt aus allen Lagen. Zählbares verbuchen sie nicht. Die größte Chance vergibt Neumann kurz vor der Halbzeit.

Lüneburg findet offensiv kaum statt

Nach der Pause drücken die Hausherren unvermindert weiter. Aber es dauert bis zur 53. Minute, ehe D/A wieder richtig gefährlich wird. Nagel und Neumann scheitern mit ihrem Gemeinschaftsprojekt. Eine Minute später macht der LSK-Torwart seinem Namen alle Ehre. Springer kratzt einen Freistoß von Andrijanic nach einer Flugeinlage aus dem Winkel. Der LSK kann sich in dieser Phase kaum aus der eigenen Hälfte befreien. Springer reagiert glänzend, als er einen abgefälschten Schuss von Nagel entschärft. Der Keeper war schon auf dem Weg in die andere Ecke.

Lüneburg findet offensiv kaum statt. Nur mit einigen unkontrollierten Pässen bringen sich die Gastgeber einige Male in den Hauch von Gefahr.

Das Tor ist eigentlich nur eine Frage der Zeit. Aber es will nicht fallen. Nagel ist in der 78. Minute ganz nahe dran, aber seinen Schuss nach einem Freistoß von Andrijanic klärt ein Lüneburger zur Ecke. D/A-Trainer Enrico Maaßen bringt jetzt mit dem ehemaligen Lüneburger Finn-Patrick Gierke seinen ersten Joker. Gierke führt sich kurze Zeit später mit einem Linksschuss ein, der knapp am Tor vorbeistreicht.

Bitter für die Hausherren: Die Drochterser belohnen sich nicht für den immensen Aufwand. Selbst LSK-Trainer Achim Otte zollt D/A für die Leidenschaft und die Aggressivität Respekt. „Uns hat der Zugriff gefehlt“, sagt Otte. Die Mannschaft habe es Torwart Ole Springer zu verdanken, dass sie aus Drochtersen einen Punkt entführen konnte.

D/A-Trainer Enrico Maaßen gelobt nach dem Spiel Besserung, was die Torausbeute angeht. Die käme wieder zurück. „Die Jungs schießen ja nicht mit Absicht nicht ins Tor“, sagt Maaßen. Die Art und Weise habe ihm erneut gefallen, wie schon zuletzt beim 1:1 in Havelse. Maaßen: „Die Jungs haben alles gegeben. Nur am Ende gingen uns vielleicht etwas die Körner aus. Im Abschluss müssen wir kaltschnäuziger sein.“

Drochtersen verbessert sich in der Tabelle zunächst auf Rang zehn. Allerdings könnte D/A heute oder am Sonntag von Teams wie Braunschweig oder Havelse noch überholt werden.

Die Statistik

Tore: Fehlanzeige

SV D/A: Kühn, Klee, Serra, Mau, Rogowski, Elfers, Grahle, Ioannou, Andrijanic (78. Gierke), Nagel (86. Gooßen) Neumann

LSK: Springer, Deichmann, Hunold, Pauer, Boettcher (90+2. Treu), Lahmann-Lammert (59. Zazai), Büchler, Vobejda, Kobert, Ilgner (79. Varela Monteiro), Pägelow

Schiedsrichter: Jorrit Friedrich Eckstein-Staben – Assistenten: Björn Krüger, Florian Pötter

Zuschauer: 711

Nächstes Spiel: VfB Oldenburg – SV D/A (So., 1. Oktober, 15 Uhr, Marschwegstadion Oldenburg)

Quelle: Stader Tageblatt