D/A erlebt den ersten Rückschlag

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel musste am Freitagabend vor 1640 Zuschauern im Kehdinger Stadion seine erste Saisonniederlage hinnehmen. Gegen den Hamburger SV II verlor die Mannschaft von Trainer Enrico Maaßen mit 0:1.Die Drochterser beißen, kämpfen, geben Gas und erspielen sich Chancen. „In der zweiten Halbzeit haben wir den HSV schwindelig gespielt“, sagt Enrico Maaßen nach dem Abpfiff. Der Druck in der Schlussphase ist in der Tat immens und die Hypothek des 0:1-Rückstandes aus der 36. Minute nicht ernsthaft hoch. Aber der HSV wehrt sich, agiert abgezockt, ballsicher und hat mit Tom Mickel einen Torwart zwischen den Pfosten, der die Kehdinger Stürmer an diesem Abend zur Verzweiflung bringt. Enttäuscht sei er, räumt Maaßen ein. Aber die Niederlage ist nichts, was ihn aus der Ruhe bringen könnte. Zu gut lief es bislang für D/A. Und der HSV II ist (und bleibt) immerhin der Tabellenführer der Nordstaffel, nun mit 13 Punkten, vier Siegen und einem Remis auf dem Konto. D/A verbringt die Nacht auf Rang fünf, wird aber vermutlich vorerst ins obere Mittelfeld durchgereicht werden.

Das erste Ausrufezeichen des Spiels setzt der HSV II in der fünften Minute. Als Henrik Giese frei vor dem Drochterser Tor zum Kopfball kommt, halten die Zuschauer im Kehdinger Stadion die Luft an. Giese köpft links vorbei. D/A atmet durch. Jannis Trapp, der für den verletzten Philipp Kühn im Tor steht, holt den Ball zum Abschlag.

Nach acht Minuten entdeckt auch D/A die Offensive für sich. Alexander Neumann zieht aus der Drehung ab, drischt den Ball aber über den Fangzaun in Richtung Vereinsheim. Finn-Patrick Gierke macht es kurze Zeit später ein wenig besser. Bei seinem Versuch fehlt nur die Feinjustierung. Der Ball landet aus kurzer Distanz am Außennetz.

Die Gastgeber sind jetzt wach. Sie erspielen sich Möglichkeiten. Nach einer Viertelstunde versucht Neumann HSV-Torwart Tom Mickel mit einem Schuss aus 40 Metern zu überlisten, verzieht aber knapp und rauft sich die Haare. Gierkes Schuss landet danach daneben. D/A sucht die Abschlüsse aus der Entfernung.

Nach einer halben Stunde stimmen im Abwehrverbund der Drochterser die Abstände zwischen den Spielern nicht. Der HSV spielt Tiki-Taka mit den Gastgebern. Nico Mau rutscht in der 36. Minute zu spät in den Schuss von Jonas Behounek. Jannis Trapp im Tor kann nicht mehr retten. „In dieser Phase sind wir hinterhergelaufen“, sagt Maaßen.

Aber D/A fängt sich und spielt eine starke zweite Halbzeit. Bei Marius Winkelmanns Schuss in der 53. Minute muss sich Mickel strecken. 60 Sekunden später spitzelt Neumann den Ball links am Pfosten vorbei. Nico Mau scheitert am Hamburger Torwart. Die Drochterser erspielen sich eine Überlegenheit, die sie diesmal nicht in Zählbares umsetzen können.

Freilich fällt es einem Trainer leicht, nach einem Sieg Komplimente an den Gegner und das gegnerische Publikum zu verteilen. Aber aus dem Mund von HSV-Coach Christian Titz klingt das ziemlich aufrichtig, als er sagt, dass er von der Stimmung und der Freundlichkeit der Zuschauer angetan war. Und D/A? „Eine Mannschaft, gegen die es unglaublich unangenehm ist, zu spielen.“

Die Niederlage der Kehdinger ist die erste in diesem Fußball-Jahr überhaupt. Seit diesem Sommer, ob in den Test- und Freundschaftsspielen in der Vorbereitung, im Pokal oder in der Liga, haben die Drochterser dieses Gefühl noch nie erlebt.

Die Statistik

Tor: 0:1 (36.) Behounek

SV Drochtersen/Assel: Trapp, Serra, Mau, Grahle Klee (68. Schuhmann), Andrijanic, Winkelmann, Elfers, Gierke (58. Gooßen), Pini (80. Fiks), Neumann

Hamburger SV II: Mickel, Seo, Haut, Giese, Behounek, Steinmann, Janjicic (76. Ambrosius), Kwarteng (68. Stark), Ito, Gouaida, Knöll (90. Njie)

Zuschauer: 1640

Schiedsrichter: Theodor Potiyenko – Assistenten: Jens Kampling, Tim Gutendorf

Nächstes Spiel: St. Pauli II – D/A (So., 3. September, 14 Uhr)

Quelle: Stader Tageblatt