Landespokal: D/A zieht ins Halbfinale ein

SPELLE. Jetzt sind es nur noch 90 Minuten bis zum Einzug in den DFB-Pokal. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat am Dienstagabend vor 546 Zuschauern beim Oberligisten SC Spelle-Venhaus mit 5:1 gewonnen und ist in das Halbfinale um den Landespokal eingezogen.Der Sieg fällt in die Kategorie souverän. Überlegen verwirklichen die Spieler von D/A-Trainer Enrico Maaßen dessen Masterplan. Nur in der Anfangsphase haben die Drochterser wohl noch die dreieinhalbstündige Anfahrt in den Knochen. Aber in ihren Reihen spielt der Mann, der an diesem Abend den Unterschied macht. Alexander Neumann hat richtig Lust am Toreschießen. Doch der Reihe nach.

D/A überlässt dem Gastgeber in der ersten Viertelstunde den Platz. Es kann Trainer Enrico Maaßen nicht passen, dass seine Spieler passiv agieren zwischen den Strafräumen, dass Spelle immer wieder den Abschluss schafft und sich bei den Versuchen immer mehr annähert an das Tor von Philipp Kühn. Nach fünf Minuten schießt Sascha Wald drüber, seinen zweiten Warnschuss pariert der Drochterser Torwart sechs Minuten später. Danach beschwert sich Kühn, weil Daniel Olthoff so locker zum Abschluss kommt und er sich im Tor schon richtig strecken muss.

D/A geht in der 21. Minute in Führung, weil sich Spelles Keeper Michael Gellhaus außerhalb des Strafraums einen Dribbling mit Alexander Neumann leistet, anstatt den Ball einfach ins Seitenaus zu bolzen. Neumann nimmt Gellhaus den Ball ab und bugsiert ihn überlegt ins leere Tor. Fußballer nennen solch einen Treffer gerne Dosenöffner oder wahlweise Brustlöser. Die Brust wird bei D/A noch breiter, als Finn-Patrick Gierke in der 30. Minute auf 2:0 erhöht. Spielfreudig zeigt sich der Kreative, der für den verletzten Erdogan Pini in den Startelf gerückt ist. Gierke hat drei Minuten später sogar das 3:0 auf dem Fuß, scheitert nach einem Querpass von Neumann aber am Pfosten.

Trifft Gierke in dieser Phase, ist das Spiel entschieden. So schlägt Spelle kurz vor der Halbzeit zurück. Mit einem Kopfball gegen die Laufrichtung von Philipp Kühn markiert Sascha Wald den Anschlusstreffer.

Es wird ungemütlich im Speller Stadion. Der Starkregen weicht den Rasen auf. Eine Gewitterfront rückt bedrohlich nahe. Kein Drochterser will den Abbruch des Spiels, zumal nach dem Seitenwechsel alles nach Plan läuft. Alexander Neumann spitzelt den Ball nach 50 Minuten über Gellhaus ins Tor zum 3:1. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist die Gegenwehr der Gastgeber gebrochen. „Heute hat alles geklappt“, sagt der Drochterser Stürmer. Viel nachgedacht habe er bei seinen Toren nicht. Neumann verlässt sich lieber auf seinen Instinkt. Nicht einmal drei Minuten nach dem 3:1 erzielt Neumann seinen dritten Treffer an diesem Tag. Es läuft für den Mann, der in dieser Saison im sechsten Pflichtspiel zum sechsten Mal traf.

Hungrig auf Tore bleiben Neumann und D/A bis zum Schluss. Aber Neumann kann teilen und überlässt dem eingewechselten Marius Winkelmann den Schlusspunkt des Abends. D/A spielt Spelle nach allen Regeln der Kunst aus. Nur einmal wird es trotz der hohen Führung hitzig. Nach einer wiederholten Grätsche in die Drochterser Spielerbeine ohne jegliche Aussicht auf Erfolg, platzt Maaßen an der Linie der Kragen. Nach wenigen Minuten kehrt wieder Ruhe ein.

„Ein 5:1 gegen solch einen ambitionierten Oberligisten ist nicht selbstverständlich“, sagt Maaßen. 90 Minuten muss D/A noch siegreich beenden. Ostern 2018 stehen die Halbfinalspiele an. Die Kehdinger dürfen langsam anfangen zu träumen von Gladbach, Dortmund oder den Bayern.

Die Statistik

Tore: 0:1 (21.) Neumann, 0:2 (30.) Gierke, 1:2 (44.) Wald, 1:3 (50.) Neumann, 1:4 (53.) Neumann, 1:5 (89.) Winkelmann.

D/A: Kühn, Elfers (82. Schuhmann), Serra, Mau, Grahle, Klee, Ioannou (56. Winkelmann), Andrijanic, Nagel, Gierke (63. Gooßen), Neumann.

Zuschauer: 546

Quelle: Stader Tageblatt