Ein leidenschaftliches Remis gegen Wolfsburg

DROCHTERSEN. Die Spieler des Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel haben sich am Freitag vor 906 Zuschauern gegen den VfL Wolfsburg II als Mentalitätsbestien gezeigt. Stürmer Alexander Neumann erzielte den Ausgleich zum 1:1-Endstand in der letzten Minute.Bis zur 70. Minute ist die Begegnung zwischen D/A und einem der heißesten Anwärter auf die Meisterschaft allenfalls ein Leckerbissen für Taktikliebhaber. D/A steht weit in der eigenen Hälfte, wenn Wolfsburg den Ball sicher in seinen Reihen führt. Drochtersen lässt den Kreativen beim VfL keine Luft zum Atmen. Abwehrchef Nico Mau agiert nach seinen Wacklern im Lübeck-Spiel wie ausgewechselt und gewinnt jeden Zweikampf.

D/A-Trainer Enrico Maaßen hat Torwart-Neuzugang Philipp Kühn den Vorzug gegenüber Jannis Trapp gegeben. Kühn tritt abgeklärt auf, dirigiert seine Vorderleute lautstark. Der Mann zeigt Präsenz und eine Selbstbewusstsein ausstrahlende Körpersprache. Flanken pflückt er sicher runter. In Gefahr gerät sein Tor bis dahin nicht. D/A vertraut auf sein schnelles Umkehrspiel, das in der Vorwoche zum Erfolg führte. Aber nach Wolfsburger Ballverlusten fehlt die Feinjustierung bei den Pässen. So verpuffen aussichtsreiche Situationen. „Tief stehen und Nadelstiche setzen.“ Das war der Plan von Maaßen. Hurra-Fußball hatte Wolfsburg in der Vorwoche bereits beim 4:3 gegen den SSV Jeddeloh bestraft.

D/A versteht das 0:1 als Weckruf

Das 0:1 durch den Wolfsburger Blaz Kramer verstehen die Hausherren als Weckruf. Kramer versenkt einen Abpraller, nachdem ein Kollege vorher an Kühn scheiterte. D/A rennt an, nicht blind, sondern mit präzisen Ballstafetten, mit Tempo, mit Kraft, mit Willen. In der 77. Minute verpasst Florian Nagel allein vorm Tor den Ausgleich. Marcel Andrijanic zeigt in der 84. Minute seine ganze Genialität bei einem Freistoß aus dem Halbfeld. Andrijanic hebt den Ball über Wolfsburgs Torwart Phillip Menzel. Der Ball landet am Innenpfosten und tanzt auf der Torlinie entlang. Nagel und Marco Schuhmann versuchen es aus der Distanz. Aber erst der zweite Geniestreich von Andrijanic leitet den umjubelten Ausgleich ein. Neumann verwertet seine starke Flanke am zweiten Pfosten. D/A feiert das 1:1 wie einen Sieg. „Das Spiel ist toll für die Moral“, sagt Maaßen. Aber eigentlich müsse D/A die Partie gewinnen.

Der neue Drochterser Torwart Philipp Kühn gewinnt einen ersten Eindruck von seiner neuen Mannschaft. Er strahlt nach dem Abpfiff und schaut sich im Stadion um. „Hinten raus bin ich zufrieden“, sagt er über seine Premiere in Drochtersen. Er sagt, er habe sich gefreut über das Vertrauen, das der Trainer ihm geschenkt habe. Er sagt, er sei gekommen, um zu spielen.

Die Statistik

Tore: 0:1 (70.) Kramer, 1:1 (90.) Neumann

SV D/A: Kühn, Serra, Mau, Grahle, Klee (74. Schuhmann), Elfers, Andrijanic, Ioannou (74. Winkelmann), Nagel, Pini (34. Gierke), Neumann

Schiedsrichter: Thiemann, Assistenten: Herbach, Kittel

Zuschauer: 906

Nächstes Spiel: SC Spelle-Venhaus – D/A (Di, 15. August, 18.15 Uhr, Viertelfinale Landespokal)

Quelle: Stader Tageblatt