Der zweite Mann ist bereit

DROCHTERSEN. Fußball ist schnelllebig. Für den Regionalligisten SV Drochtersen/Assel bleibt kaum Zeit, um den Schock nach der schweren Verletzung von Torwart Patrick Siefkes zu verarbeiten. Am Freitag steht das erste Heimspiel an – gegen einen Kracher.D/A empfängt um 19.30 Uhr im Kehdinger Stadion den Favoriten auf die Meisterschaft, den VfB Lübeck. Im Tor stehen wird die Nummer zwei, Jannis Trapp.

Am vergangenen Dienstag hat die Nachricht vom Kreuzbandriss der Drochterser Nummer eins im Tor, Patrick Siefkes, kurz vor dem Training schnell die Runde gemacht in der Mannschaft. Die Stimmung unter den Spielern war entsprechend gedrückt. D/A-Trainer Enrico Maaßen rief seine Leute zusammen. In einem Kreis sprachen sie über den personellen Rückschlag und darüber, dass es nicht hilft, den Kopf in den Sand zu stecken, dass es weitergeht. Jetzt sofort. Dass das Team den Ausfall kompensieren und mit Jannis Trapp ein guter zweiter Mann zwischen die Pfosten gehen werde. Relativ schnell wurde die Stimmung wieder besser.

Der Ausfall von Siefkes birgt Konsequenzen für den ganzen Verein. Solange Trapp nämlich in der Regionalliga eingesetzt wird, fehlt er als Aushilfe für die zweite Mannschaft in der Landesliga. Die hat ein ähnliches Torhüterproblem und muss derzeit entweder auf einen talentierten Feldspieler oder einen Keeper mit Kreisligaerfahrung zurückgreifen. In der ersten Mannschaft nimmt vorerst Torwarttrainer Christoffer Schellin den Reservistenposten ein. Der hat naturgemäß einen enormen Trainingsrückstand.

„Patrick ist ein Bundesliga-Torwart, der zu klein ist“

D/A wird auf dem Transfermarkt reagieren. Am 31. August endet die Frist. „Wir machen keine wilden Sachen“, sagt Enrico Maaßen. Obwohl die Zeit drängt, gingen er und Vereinspräsident Rigo Gooßen bei möglichen Kandidaten das Für und Wider in Ruhe durch. Erste Gespräche habe er, Maaßen, bereits geführt. Regionale Spielerberater verfolgen die Medien und boten bereits am Dienstag ihre Torhüter an. Die meisten guten Torhüter stehen allerdings längst unter Vertrag. Aber es gibt die Unzufriedenen oder die dritten Torhüter in höherklassigen Vereinen. Patrick Siefkes ist schwer zu ersetzen. „Patrick ist ein Bundesliga-Torwart, der zu klein ist“, sagt Enrico Maaßen. Siefkes misst nur 1,82 Meter.

D/A-Trainer Enrico Maaßen musste sich schnell auf sein Kerngeschäft konzentrieren und seine Mannschaft auf den vermeintlichen Übergegner aus Lübeck vorbereiten. Auf die Mannschaft, die mit den Vorschusslorbeeren der meisten Experten in die Saison geht. Verstärkt mit erfahrenen Spielern, die den Aufstieg in die Dritte Liga schaffen sollen. Der VfB dominierte zum Auftakt der Saison den VfB Oldenburg und gewann 2:0. Lübeck will zurück in den Profifußball, spätestens, wenn der Verein in zwei Jahren sein 100-jähriges Jubiläum feiert.

Die Verletzung von Siefkes ist nicht der einzige Rückschlag vor dem ersten Heimspiel. Mit Sven Sören Zöpfgen steht im Mittelfeld ein Leistungsträger nicht zur Verfügung. Zöpfgen fällt mit muskulären Problemen aus. Das Comeback von Stürmer Jasper Gooßen steht wegen einer Entzündung der Achillessehne in den Sternen. Womöglich rückt Marcel Andrijanic nach einer Kapselverletzung im Knie wieder in den Kader. Er hinterließ zuletzt im Training einen guten Eindruck.

Im Tor wird gegen Lübeck auf jeden Fall Jannis Trapp stehen. „Er wird die Sache gut annehmen“, sagt Enrico Maaßen. Trapp hat das Vertrauen des Trainers. Im Pokalspiel gegen Heeslingen überzeugte die Nummer zwei im Elfmeterschießen, beim Saisonauftakt in Jeddeloh agierte er nach seiner Einwechslung solide. Trapp sagt, er hätte lieber unter anderen Umständen gespielt. „Solch eine Verletzung wünscht man keinem“, sagt er über Siefkes. Aber er freue sich auf Freitagabend, auf die vielen Zuschauer, auf den Gegner. „Ich versuche, es cool runterzuspielen“, sagt Trapp. So, wie es seine Art sei.

 

Der Auftakt und der Landespokal

Für das erste Heimspiel der Saison gegen VfB Lübeck bittet die SV D/A um rechtzeitige Anreise. Zuschauer, die Karten im Vorverkauf erwerben, haben keine Wartezeit an der Stadionkasse. Für das Spiel haben sich zahlreiche Fans aus Lübeck angekündigt. Das Spiel wurde vom Norddeutschen Fußballverband als Sicherheitsspiel eingestuft. Entsprechend werden die Zuschauer am Eingang überprüft. Die Polizei erwartet 50 bis 60 Lübecker und werde mit einer „angemessenen Anzahl“ an Einsatzkräften vor Ort sein, sagt Einsatzleiter Gerd Oltmann. Zuletzt gegen Oldenburg feierten die Lübecker den Sieg friedlich. In der Halbzeitpause verlost D/A zehn Eintrittskarten für die Comedy-Premiere mit Marco Reimer. Die Veranstaltung findet am Sonntag in der Kulturscheune am Rathaus statt.

Im Landespokalwettbewerb geht es für die SV D/A am Dienstag, 15. August, weiter. Das Viertelfinale auswärts beim Oberligisten SC Spelle-Venhaus wird um 18.15 Uhr angepfiffen.

Quelle: Stader Tageblatt