Torwart Trapp rettet D/A im Elfmeterschießen

HEESLINGEN. Erneut mit viel Dusel hat sich der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel gegen den Oberligisten Heeslinger SC durchgesetzt und das Viertelfinale im Landespokal-Wettbewerb erreicht. Die Entscheidung viel im Elfmeterschießen. Ersatztorwart Jannis Trapp wurde zum Helden.

Es steht 1:1 in Heeslingen. Jeden Moment pfeift Schiedsrichter Christian Meermann aus Vechta ab. D/A-Trainer Enrico Maaßen zieht seine letzte Option und wechselt Jannis Trapp für Stammtorwart Patrick Siefkes ein. Ein Glücksgriff. Trapp pariert die Schüsse von David-Roland Maria und Oliver Warnke. Erdogan Pini versenkt den letzten Ball. D/A gewinnt 5:4.

Trapp spielte für Heeslingen, bevor er nach Drochtersen wechselte. Vor einigen Tagen entschärfte er bereits zwei Elfmeter bei einem Spiel während der Elsdorfer Pokalwochen gegen seinen alten Club. „Vor dem Spiel war mir noch nicht klar, dass ich reinkomme. Aber es ist schön, wenn ein Plan funktioniert“, sagt Trapp. Der Plan stammt offensichtlich vom Trainer. Maaßen sagt, er habe ein gutes Gefühl gehabt bei dem Gedanken, dass Trapp seinen alten Kollegen gegenübersteht. Das habe Heeslingen vielleicht verunsichert. „Er hat für uns das Spiel gewonnen“, so Maaßen. Sein Heeslinger Trainerkollege Hansi Bargfrede vermutet, dass seinen Schützen etwas in die Hose gerutscht sei. „Die hätte ich sogar gehalten.“

D/A bestimmt das Tempo

Dabei hätte das Spiel gar nicht so spannend werden müssen. D/A bestimmt in Heeslingen von Anfang an das Tempo. In den brandneuen roten und körperbetonten Trikots drückt die Mannschaft von Trainer Enrico Maaßen den Gastgeber weit in die eigene Hälfte. Erdogan Pini verzeichnet in der achten Minute die erste Halbchance. Sein Schuss landet aber in den zahlreichen Abwehrbeinen.

Drochtersen erspielt sich eine Fülle von Ecken und Freistößen aus dem Halbfeld. Allein die Genauigkeit fehlt bei den hohen Bällen. Die Standardspezialisten Pini und Florian Nagel finden im Zentrum keine Abnehmer. Die Diagonalbälle aus der Abwehrreihe auf die schnellen Außen Jannes Elfers und Meikel Klee sind ungenau. Ein Flachschuss von Jannes Elfers nach einer Viertelstunde ist für Heeslingens Torwart Arne Exner kein Problem.

Nach 18 Minuten kommt Heeslingen das erste Mal gefährlich vor das Tor von Drochtersens Schlussmann Patrick Siefkes. Und wie: Nach einer Ecke steht Sidney-Philipp Wix im Fünfmeterraum knochenfrei, setzt den Kopfball aber über die Latte. Ein Treffer hätte das Spielgeschehen auf den Kopf gestellt.

Drochtersen benötigt einige Minuten, um nach dem Warnschuss wieder in die Spur zu finden. Defensiv steht das Team zwar sicher, aber im Angriff gelingt bis zur 32. Minute nicht viel. Erst als Mau nach einer Ecke von Nagel aus dem Rückraum abzieht und Exner den Ball gerade noch so über die Latte lenkt, geht ein Raunen durchs Publikum. Die Großchance bleibt der letzte Höhepunkt der ersten Hälfte.

Paukenschlag nach Wiederanpfiff

Die zweite Halbzeit beginnt mit einem Paukenschlag aus 30 Metern. Einen Schuss von Marius Winkelmann, der im Vergleich zum Pokalspiel in Uphusen für Oliver Ioannou ins Mittelfeld rückte, fischt Exner nach einer Flugeinlage aus dem Winkel. Bei der fälligen Ecke legt Pini für Nico Mau auf. Der verzieht knapp. Nach 52 Minuten schlägt sich die Drochterser Überlegenheit auf der Ergebnistafel nieder. Nico Mau trifft per Strafstoß. Schiedsrichter Meermann zeigt sofort auf den Punkt, weil Heeslingens Abwehr die starke Kombination von Florian Nagel und Alexander Neumann im Strafraum per Foulspiel stoppt.

Nach einer Stunde entwickelt sich ein typischer Pokalfight. Hektisch wird es. D/A schwimmt. Heeslingen drückt, spielt jetzt viel offensiver. In der 69. Minute holt Drochtersens Nikola Serra Oliver Gerken im Sechzehner von den Beinen. Wieder Strafstoß, wieder Tor. Kevin Rehling lässt Siefkes keine Chance.

Erst in der Schlussphase haben Nagel und der eingewechselte Finn-Patrick Gierke den Siegtreffer auf dem Fuß. Aber in diesem Spiel fallen keine Tore aus dem Spiel heraus. In diesem Spiel wird ein Held geboren.

Quelle: Stader Tageblatt