U 10 I – irrer Schlußspurt im Spitzenspiel gegen unglückliche JSG Geest

Am frühen Abend trafen sich in Drochtersen unsere U 10 und die JSG Geest, zum vorletzten Spiel der Saison. Zumindest für unsere Jungs, hat die JSG noch ein Nachholspiel gegen Buxtehude vor der Brust. Ein entscheidendes Spiel, ging es für beide Teams immerhin um die Kreismeisterschaft. Dabei die JSG zum Siegen verdammt, hatten sie sich mit einer unglücklichen Auftaktniederlage gegen Himmelpforten in der Endrunde etwas sehr unglücklich ins Hintertreffen gebracht.

Allerdings im 2. Spiel dem amtierenden Kreismeister JSG A/O/B mit einem 4 : 2 die erste Saisonniederlage beigefügt und somit seine Titelchancen gewahrt. Dafür benötigten die Gäste heute einen weiteren Sieg. Die Gastgeber, die mit 3 Siegen aufwarten konnten, hatten dabei die Chance den 3 Punktevorsprung auf A/O/B zu halten. Im günstigsten Fall sogar Platz 1 endgültig zu festigen, spielten die beiden Verfolger JSG A/O/B und JSG Himmelpforten/ Hammah zeitgleich. Ich nehme es vorweg, A/O/B gewinnt klar mit 6 : 0, so dass die Entscheidung definitiv eine Woche später fallen würde.

Personell konnten wir aus den Vollen schöpfen. Alle Mann an Bord, stellten wir uns von Beginn an auf eine sehr schwere Aufgabe ein. Und man sollte Recht behalten. Was sich in den nächsten 50 Minuten entwickelte war eine richtige Achterbahnfahrt, mit 2 spielerisch starken Teams die fast ständig entschlossen den Abschluss suchen, zweier bärenstarker Keeper und Chancen, die auf beiden Seiten für 2 Spiele gereicht hätten. Und ein Spiel mit einer völlig verrückten Wendung.

Vom Anpfiff los geht’s hier gleich munter zur Sache. Die Gäste drücken gleich mal auf die Tube und kommen gleich zweimal aus der Distanz zum Abschluß. Einmal links und einmal rechts rauscht der Ball vorbei. D/A die zunächst mit dem böigen Wind spielen testen mit einem ersten Distanzschuß durch Max den Keeper, der aber sicher zupackt.

Dann erobert Geest den Ball im Mittelfeld, spielt schnell in die Spitze. Der fliegende Abwehrchef der Gäste, Leo, wird nicht richtig angegriffen, kann abschließen und es steht 0 : 1 (8.).

Nun ist D/A noch mehr gefordert und versucht sofort Druck auf das gegnerische Tor auszuüben, ist man an eine schnelle Antwort interessiert. Dabei allerdings immer Vorsicht geboten, denn die schnellen Konter der Gäste sorgen immer dafür, dass man auf der Hut sein muss.

Eine echte Herkulesaufgabe hat u.a. Terrier Matthis zu stemmen, der es meist mit dem 10er der Gäste, Lelands und Elias ihrem Mitspieler vom HSV zu tun hat. Man muss sagen, der Terrier macht das insgesamt gewohnt einsatzstark und ist auch offensiv immer wieder eine treibende Kraft. So wie in der 15. Minute. Leland treibt den Ball durch das Mittelfeld, spielt auf den sich gut frei gelaufenen Matthis, der nicht nur halb links seinen Gegenspieler abschüttelt, sondern auch noch vor dem Tor cool bleibt und den Ball ins rechte Eck jagt! 1 : 1 (15.)

 

Dieses Tor tut den Gastgebern gut. Die nun immer entschlossener auf das Tor der Gäste drängen. Ein Abschluß von Max touchiert die Latte. Zweimal köpft der aufgerückte Leland nach Eckbällen rechts vorbei. Ein Abschluß von Matthis landet auf dem Netz der Querlatte. Bei einem Eckball von rechts verfehlt dann Leland per Seitfallzieher das Tor.

Kurze Zeit später marschiert er über rechts, bringt einen scharfen Ball an den langen Pfosten, den Matthis nur denkbar knapp verpasst.

 

Auf der anderen Seite Geest mit einem Konter und einem Abschluß aus wenigen Metern, den Elias mit einem Riesenreflex an die Latte lenkt, ehe Jarek die Gefahr auf der Torlinie endgültig bereinigt.

 

Auf der anderen Seite dann ein starker Ball durch gesteckt auf Max, der aus 9 Metern frei zum Abschluss kommt. Doch er jagt den Ball über die Latte und vergibt damit die beste Chance zur Führung.

Einige weitere Abschlüsse sind allesamt sichere Beute des starken Gästekeepers. Zur Halbzeit wäre eine Führung für die Gastgeber verdient gewesen, die nach dem Ausgleich mächtig Druck ausübten aber Geest bei jedem Angriff immer selbst gefährlich.

Im 2. Durchgang heißt es nun vor allem den starken Wind zu berücksichtigen, dürfte der Gast nun mit diesem verstärkt im Rücken, versuchen daraus Kapital zu schlagen. Daher heißt es defensiv konzentriert zu Werke gehen und den Wind zu berücksichtigen.

Die 2. Halbzeit ist erst wenige Augenblicke alt, da begehen wir zentral vor dem Tor, ca 15 Meter, ein Handspiel. Der Freistoß kommt flach auf das Tor, Elias kann den spät vor ihm auftauchenden Ball nicht kontrollieren und die Nummer 9, Dijvar, reagiert blitzschnell und staubt zum 1 : 2 ab. (26.)

 

Das macht die Sache nicht leichter aber die Jungs feuern sich weiter an auf dem Platz und sind auf eine weitere schnelle Antwort bemüht. Max mal nach Zuspiel von Mickey mit einem Schlenzer von der Strafraumkante, der knapp am rechten Eck vorbei segelt. Insgesamt ist es aber kein Leichtes in dem vom 8er der Gäste gut organisiertem Defensivverbund die Lücke zu finden, werden viele gefährliche Ansätze meist noch zur Ecke abgewehrt.

Dazu Geest mit dem Wind im Rücken mit immer wieder gefährlichen Kontern. Wieder geht es schnell, wird der erste Ball geblockt, der 2. gegen den linken Pfosten geknallt und da in dieser Szene das Mittelfeld abschaltet und nicht mit nachsetzt, kommt die Nummer 7 der Gäste, Friedjof Lasse, aus vollem Lauf und unbehelligt von der Strafraumkante zum Abschluss und jagt den Ball mit gefühlt 200 km/h in den rechten oberen Winkel. 1 : 3 (35.).

Dieser Treffer verfehlt scheinbar seine Wirkung nicht, haben die Gäste weiter Oberwasser und kann nach einer weiteren Konfusion im D/A Strafraum mit letzter Kraft geklärt werden. Nun kommt hier jemand verbal ins Spiel, der eigentlich eher als wortkarger Mensch im Team bekannt ist. Unser Keeper Elias fordert lautstark seine Jungs auf nochmal alles zu geben und ist mal so richtig in Rage! Manometer, wann hatten wir das denn mal-:) So versucht er meist selbst das Spiel schnell zu machen und sollte in der verrückten Schlußphase ohnehin noch eine Hauptrolle spielen.

 

Doch wir geben nicht auf und rennen weiter an, versuchen es auch zum Teil immer noch mit einigen guten Passagen, wo wir den Ball schnell spielen. Ben wird auf links geschickt, der dort oft einen schweren Stand hatte, setzt sich hier gut durch und kommt frei zum Abschluss. Aber er setzt den Ball rechts vorbei.

Nach  etwas mehr als 40 Minuten lösen wir unsere 3er Kette hinten so gut wie auf, heißt es nun Sekt oder Selters! Und das bietet den Gästen nun auch die besten Konterchancen und müssten dann den Sack eigentlich zu machen! Denn wieder toll gespielt durch die Gäste, die frei aus 5 Metern zum Abschluss kommen!!! Der Ball wird hart getroffen doch Elias mit einem Riesenreflex!!!-Nachschuß und nochmal der Keeper mit einer sensationellen Parade, wo er final den Ball unter sich begräbt.

Ein Abschluß über links, Elias macht sich lang und kratzt den Ball noch raus!

 

Leland hält es längst nicht mehr hinten, marschiert durch das komplette Mittelfeld, geht rechts in den Strafraum und hämmert den Ball gegen den Pfosten! Dann wieder Konter Geest, die von der Strafraumkante einen Ball auf das obere rechte Eck ziehen, wo erneut Elias sich lang macht und den Ball mit einer Hand gerade noch zur Ecke lenkt. Ein anderes Geschoß klärt er ebenso reaktionsstark.

So hat Geest es in dieser Phase verpasst, das Spiel endgültig zu entscheiden oder besser gesagt höher zu schrauben, gegen eine D/A Mannschaft die hinten aufgelöst hat und ihr Heil in der totalen Offensive sucht.

Die Uhr läuft gegen die Heimmannschaft und knapp 3 1/2 Minuten vor dem Ende scheinen die Gäste das Spiel auch so gewonnen zu haben.  Verdient wäre es aufgrund der Chancen im 2. Durchgang allemal.

Aber was man der eigenen U 10 nie absprechen kann in der Saison 2016/17, ist ihr Wille. Denn das Team kämpft trotz des sich anbahnenden Schicksals bis zur letzten Sekunde! Und das darf hier erwähnt werden, hat noch einen im Köcher, der sich in dieser Saison in Sachen Vorbild und absolutem Teamplayer überragend hervorgetan hat, sprich extrem stark entwickelt hat.

Sein Motto: Wenn ich verliere, dann aber  nur wenn wir nix unversucht gelassen haben.

Und so ist er maßgeblich an den letzten beiden Szenen des Spiels beteiligt! So treibt Leland den Ball nochmal entschlossen durchs Mittelfeld, der zu Ben auf links kommt. Dieser behauptet sich gegen 2 Gegenspieler, spielt einen sauberen Paß in den Lauf von eben erwähnten Leland, der nochmal in den Strafraum geht und den Ball unhaltbar ins Eck jagt! 2 : 3 (48.)

Noch 2 Minuten auf der Uhr! Man wittert nochmal Morgenluft greift weiter an und dann die letzte Aktion in diesem Spiel! Erneut Angriff, erneut bekommt Leland den Ball und er behält die Übersicht, spielt den Ball in den Lauf von Max, der von rechts cool bleibt und den Ball in die Maschen jagt! 3 : 3 (50.) Danach ist direkt Schluss.

Für die JSG Geest ein ganz bitterer Moment, hat man 3 Minuten vorher den eigentlich schon sicheren Sieg vor Augen gehabt, bedeutet dieser finale KO gleichzeitig auch das Aus im Meisterrennen. Kopf hoch Jungs. Irgendwann seit ihr endlich mal dran.

 

Fazit: 2 unterschiedliche Halbzeiten. Bis auf die Anfangsphase hatte D/A im ersten Durchgang einige Male die Chancen, mit dem Wind im Rücken, in Führung zu gehen. Musste aber gegen starke JSG’ler immer auf der Hut bleiben. Im 2. Durchgang das gegenteilige Bild, wo Geest jetzt das frühe 2 : 1 in die Karten zu spielen schien und mit dem 3 : 1 dann alle Trümpfe in der Hand hatte. D/A war zwar selbst noch einige Male gefährlich, hätten die Gäste aber den Sack gegen eine entblößte Defensive zumachen müssen. Als alle schon das 3 : 1 als druckfähig ansahen, schlug D/A nochmal gnadenlos zu. Fasst man beide Halbzeiten zusammen, ist der Punkt in der Summe sicherlich verdient, aufgrund der 2. Halbzeit aber mehr als glücklich für die Gastgeber.

 

Man of the Match: Elias Boroske

Unser Keeper zeigte heute eine bärenstarke Vorstellung. Er hatte zwar beim 1 : 2 ein wenig mit sich gehadert, als er den spät auf sich zukommenden Freistoß nicht unter Kontrolle bekommen konnte. Aber dafür hatte er insgesamt keinen Grund. In der ersten Halbzeit lenkte er schon einen Ball aus der Nahdistanz an die Latte. Im 2. Durchgang glänzte er mit mehreren Riesendingern! Die beiden Bälle die er hintereinander aus 5 Metern entschärfte und ein weiteres Geschoß, was er ebenfalls wieder reflexartig an die Latte lenkte waren schlichtweg sensationell. Holte einen weiteren schweren Ball noch aus dem Eck und machte sich bei einer weiteren Chance auf das obere rechte Eck ebenfalls ganz lang und wischte diesen Ball auch noch weg. Zudem ein immer auf Augenhöhe agierender Keeper, der seine Vorderleute lautstark animierte nie aufzustecken und selbst mit gutem Vorbild voran ging und so maßgeblich sein Team mit nach vorne puschte. Ein sehr starker Auftritt unserer Nummer 1!

 

Trainer: „Natürlich sind wir am Ende mit diesem Punkt zufrieden. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir 3 Minuten vor dem Ende noch mit 1 : 3 hinten gelegen haben. Wir wussten das es ein sehr schweres Stück Arbeit wird. Geest ist für mich eine der spielstärksten Mannschaften im Kreis und das war heute einmal mehr nicht zu übersehen. Wir haben trotz des frühen 0 : 1 in der ersten Halbzeit eine gute Antwort gegeben und es dann bis zur Pause verpasst, aufgrund des dort klaren Chancenplus eine Führung mit ein oder 2 Toren heraus zu spielen. Die Chancen waren dort eindeutig da. Gegen den Wind wurden wir im 2. Durchgang gleich auf dem falschen Fuß erwischt, was unseren Plan natürlich über den Haufen geworfen hat. Nach dem 1 : 3 wurde es dann ganz schwer, da wir alles gegen einen schnellen und spielstarken Gegner auf eine Karte setzen mussten. Das gab dann den Gästen natürlich die nötigen Räume zum Kontern, wo wir dann viel Glück und einen überragenden Keeper im Tor hatten. Auf der anderen Seite muss ich aber auch das restliche Team loben, die trotz der Schwere der Aufgabe nie aufgegeben haben und am Ende hin sich sogar noch sich mit einem Punkt belohnt hat. Eine knappe Niederlage hätte zwar an der Ausgangssituation im Finale nächste Woche nichts geändert aber mit der Erfahrung heute, eigentlich am Boden  und dennoch wieder aufgestanden zu sein, nehmen wir wichtiges Selbstvertrauen mit nach Ottendorf! Dort gibt es nun am Mittwoch ein richtiges Finale um die Kreismeisterschaft. Das erreicht zu haben, ist der Verdienst des Teams für eine tolle Saison die sie gespielt hat.“