Dieser D/A-Spieler hat alle Höhen und Tiefen miterlebt

DROCHTERSEN. Wenn der Regionalligist SV Drochtersen/Assel am Sonntag das letzte Heimspiel der Saison bestreitet, sitzt Henry Sung wieder nur auf der Tribüne. Sein Auftritt beginnt erst nach dem Abpfiff.

Seit Monaten fällt der linke Mittelfeldspieler aufgrund einer hartnäckigen Schulterverletzung aus. Sungs Auftritt beginnt am Sonntag nach dem Abpfiff, wenn der Verein ihn aus der ersten Mannschaft verabschiedet. Sung hat die Misserfolgs-, aber vor allem die Erfolgsgeschichte der Spielvereinigung in den vergangenen sieben Jahren mitgeschrieben. Fußball will er erst wieder spielen, wenn seine Schulterverletzung hundertprozentig ausgeheilt ist.

„Ich habe bei D/A alles mitgenommen“, sagt Sung. Einen Abstieg aus der Oberliga, den Wiederaufstieg, den Aufstieg in die Regionalliga, den Gewinn des Landespokals, das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach, das Freundschaftsspiel gegen den HSV. Er sah Trainer wie Lars Jagemann, Norbert Riedel und Enrico Maaßen kommen und gehen. „Die Spiele gegen den HSV und Gladbach waren einmalig“, sagt Sung.

Der 28-Jährige hofft, dass sein Abschied kurz wird. „Drei, vier oder fünf Sätze reichen“, sagt Sung, der ungern in der ersten Reihe steht. Gedanken mache er sich jetzt schon, wie es sein wird ohne Leistungsfußball. Bisher habe er immer Vollgas gegeben. Sung: „Das wird bestimmt nicht einfach.“

Die vergangenen Monate verbrachte der Mittelfeldspieler vor allem im Fitnessstudio, um seine Schulter wieder zu stabilisieren. Er will durch Training wieder schmerzfrei werden, nicht durch eine Operation. „Wenn mir jemand die tausendprozentige Garantie geben würde, dass ich nach einer OP keine Probleme mehr habe, würde ich es machen“, sagt Sung. Aber die Garantie gibt es nicht. Hochklassiger Fußball stünde auf seiner Prioritätenliste zudem nicht mehr an oberster Stelle. Dort habe sich längst die Gesundheit angesiedelt. „Ich muss auf mich schauen“, sagt er.

Neben Sung verabschiedet die SV D/A am Sonntag Niklas Niekerken, Bünyamin Balat und Danny-Torben Kühn. Im Vorfeld will sich der Regionalligist aber noch ordentlich von seinem Heimpublikum im Kehdinger Stadion verabschieden. Trainer Enrico Maaßen muss personell gegen Braunschweig (Anpfiff 15 Uhr) wieder improvisieren. Nico Mau und Marius Winkelmann sind nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Sven Zöpfgen fällt verletzt aus. Laurens Rogowski und Meikel Klee sind angeschlagen.

Quelle: Stader Tageblatt.de