0:1 beim LSK: Sonntagsschuss besiegelt D/A-Pleite

LÜNEBURG. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat am Mittwochabend beim Lüneburger SK Hansa mit 0:1 verloren. D/A-Trainer Enrico Maaßen trauerte am Ende jedoch nicht der Niederlage nach. Es gab einen anderen Grund.

D/A gehörten die ersten Minuten. Die erste Großchance hatte Bünyamin Balat nach einer Viertelstunde. Sein Schuss landete nach einer Kombination über Nikola Serra und Alexander Neumann an der Latte. Balat gehört zu den Spielern, die D/A am Sonntag beim letzten Heimspiel der Saison verabschieden wird. Zum zweiten Mal überhaupt durfte der kleine Dribbler von Anfang an spielen. Und Trainer Enrico Maaßen baute auf seine Künste bei den Standardsituationen. Balat versuchte viel, um sich in der Regionalliga noch einmal gut zu präsentieren. In der 15. Minute fehlte ihm das Quäntchen Glück. Nur zwei Minuten später köpfte Nikola Serra nach einer Vorlage von Meikel Klee freistehend über das Tor. D/A hatte bis dahin Ball und Gegner im Griff, agierte gewohnt aggressiv und eroberte viele Bälle.

Zum Verhängnis wurde D/A die frühe Verletzung von Sven Sören Zöpfgen. Nach seiner Auswechslung wegen Adduktorenproblemen in der 20. Minute standen die Kehdinger sieben Minuten später unsortiert im defensiven Mittelfeld. Gökay Isitan konnte aus der Distanz unbedrängt schießen und traf zum 1:0 für die Gastgeber. Maaßen wechselte Florian Nagel für Zöpfgen ein. Weil die Sechs für den gelernten Offensivspieler eine ungewohnte Position ist, dauerte es eine Weile, bis er sich an seine neue Rolle gewöhnt hatte. Zu lange. Nagel und Marius Winkelmann gaben Isitan im Mittelfeld nur Begleitschutz.

Vorwürfe seitens des Trainers an Nagel gab es nicht. Nagel war erst fünf Minuten vor dem Spiel im Bardowick-Stadion eingetroffen. Anderthalb Stunden vorher absolvierte er an der Universität in Hamburg noch eine Maschinenbau-Prüfung. Maaßen: „Er war noch völlig kalt.“ Die Prüfung soll dagegen gut gelaufen sein. So hatte Nagel wenigstens ein Erfolgserlebnis an diesem Tag.

Nach dem überraschenden Führungstor der Lüneburger passierte nicht mehr viel. Viele Fouls bestimmten das Spiel. Die Gastgeber präsentierten sich spielerisch zwar limitiert, aber im Abstiegskampf überaus aggressiv. Weil D/A dem in nichts nachstand, hatte der umsichtige Schiedsrichter Stefan Zielsdorf alle Hände voll zu tun.

Nach dem Seitenwechsel kamen beide Teams schwer in Tritt. Lüneburgs George Kelbel vergab nach einer Stunde eine aussichtsreiche Konterchance. Im Gegenzug prüfte Matti Grahle LSK-Torwart Ole Springer.

D/A hatte anschließend nach Standards einige gute Möglichkeiten, ließ die aber ungenutzt. Lüneburg war bei Kontern brandgefährlich und warf in der Defensive alles in die Waagschale. George Kelbel hätte in der Nachspielzeit fast noch das 2:0 erzielt. Sein Schuss landete aber an der Latte.

„In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir wollten“, sagt D/A-Verteidiger Nico Mau. Allerdings sei Drochtersen nicht das passende Konzept eingefallen, um die Lüneburger Abwehr auseinanderzunehmen. Marius Winkelmann ärgerte sich wegen des Sonntagsschusses, der zum Tor führte. „Wir haben vorher besprochen, dass Isitan ein Spieler ist, der so etwas kann“, sagt er. Gekämpft habe D/A. Aber die Mittel hätten gefehlt.

D/A-Trainer Enrico Maaßen trauerte nicht einmal mehr der Niederlage nach, sondern vielmehr der Tatsache, dass diese Partie offenbar Spuren hinterlassen hat. „Ich denke, dass fünf Spieler aus dieser Startelf am Sonntag gegen Braunschweig nicht auflaufen können“, sagt der Coach. Neben Zöpfgen schleppte sich auch Meikel Klee bis zu seiner Auswechslung mit Schmerzen über das Spielfeld.

Der Lüneburger SK bekam seine Revanche für die 0:2-Hinspielniederlage, über die wegen der Lebensmittelvergiftung einiger seiner Spieler noch lange diskutiert wurde. Diesmal hat der LSK vor dem Anpfiff auf Spaghetti Bolognese verzichtet. „Wir essen nach dem Spiel. Aber Nudeln mit Tomatensoße. Das Hackfleisch lassen wir weg“, sagt Lüneburgs Trainer Elard Ostermann und lächelt. Der Sieg gegen D/A war ein Schritt in Richtung Klassenerhalt. Lüneburg will aus den verbleibenden zwei Spielen vier Punkte holen und ihn aus eigener Kraft schaffen. So bliebe der Region ein rassiges Derby auch in der kommenden Saison erhalten.

Die Statistik

Tor: 1:0 (27.) Isitan.
SV Drochtersen/Assel: Siefkes, Serra, Mau, Grahle, Klee (87. Gierke), Winkelmann, Zöpfgen (22. Nagel), Elfers, Balat (65. Rogowski), Gooßen, Neumann.
Zuschauer: 492
Nächstes Spiel: SV Drochtersen/Assel – Eintracht Braunschweig II (Sonntag, 14. Mai, 15 Uhr, Kehdinger Stadion).

Quelle: Stader Tageblatt