Drochterser Gala: D/A nimmt den HSV auseinander

DROCHTERSEN. Eine starke Leistung hat der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel am Freitagabend vor 1452 Zuschauern abgeliefert. Die Mannschaft von Trainer Enrico Maaßen gewann gegen die Zweite vom Hamburger SV mit 4:0 und war dabei 90 Minuten lang überlegen.

DROCHTERSEN.„Das war so wuchtig, so leidenschaftlich. Wir waren heute nicht zu besiegen“, sagt Maaßen nach dem Spiel. Der D/A-Coach ist voll des Lobes und sucht nach Superlativen: „Ein Mega-Heimspiel vor einer traumhaften Kulisse.“ Dabei steckte D/A vor wenigen Wochen noch mitten im Abstiegskampf. „Nach einer der besten Leistungen in der Regionalliga ist in Drochtersen/Assel jetzt Ruhe“, sagt Vereinchef Rigo Gooßen. Aus den letzten drei Spielen holte D/A drei Siege und kletterte am Freitag auf Tabellenplatz acht.

Die Zuschauer sehen in der ersten Halbzeit ein Spiel auf ein Tor. Der Gastgeber präsentiert sich drückend überlegen. D/A-Torwart Patrick Siefkes bleibt nahezu beschäftigungslos. Bereits in der zweiten Minute marschiert Jasper Gooßen durch die Hamburger Abwehr. Die Hamburger zerren und ziehen an ihm. Drochtersen fordert Strafstoß. Die Pfeife von Schiedsrichter Marius Schlüwe bleibt stumm. Zwei Minuten später verhindert Hamburgs Jonas Behounek mit der Hacke gerade noch so eine Chance für Alexander Neumann.

Die Hausherren müssen längst führen. Aber zweimal Gooßen und einmal Neumann agieren beim Torabschluss zu zaghaft. Die erste hundertprozentige Möglichkeit vergibt Florian Nagel nach gut 20 Minuten. Sein Flachschuss wehrt HSV-Torwart Morten Jens Behrens mit dem Fuß ab. In der 34. Minute belohnt sich D/A für den permanenten Sturmlauf. Nach einer Flanke von Nagel wehrt Behounek den Ball mit der Hand ab. Der Schiedsrichter entscheidet sofort auf Elfmeter. Nico Mau verwandelt sicher. Außerdem dezimiert sich der HSV personell. Nach einem Foul an Gooßen sieht Kerim Gemil Carolus die Gelb-Rote Karte.

Der HSV schießt in der 39. Minute das erste Mal aufs Tor. Aber der Schuss von Christian Stark landet vier Meter drüber im Fangzaun. Der HSV enttäuscht auf ganzer Linie.

Nach der Pause hat D/A weiter alles im Griff. Nagel und Jannes Elfers scheitern kurz nach Wiederanpfiff. Neumann macht es nach 55 Minuten besser. Er kann sich nach einer starken Vorarbeit von Sven Sören Zöpfgen und Oliver Ioannou eine Ecke aussuchen. Die Führung ist hochverdient und beruhigend. Mau köpft zwei Minuten später an die Latte. Nach einer Ecke von Ioannou hatte Laurens Rogowski auf Mau verlängert. D/A spielt wie eine Spitzenmannschaft. Der HSV wie eine, die sich mit der Niederlage abgefunden hat.

In der 73. Minute scheitert Gooßen an Behrens. Längst ist das Ergebnis schmeichelhaft für die Gäste, die in den vergangenen Wochen so stark auftrumpften.

Mit einem satten Rechtsschuss aus 20 Metern macht Ioannou den Deckel auf ein einseitiges Spiel. Er trifft den Ball perfekt. In der 90. Minute düpiert D/A den HSV, Marius Winkelmann führt gedankenschnell einen Freistoß schnell aus, bedient Ioannou. Der zweite Treffer des Sechsers zum 4:0-Endstand ist nur noch Formsache. „Das war eine Fußball-Gala“, sagt Ioannou, der am Donnerstag seinen 28. Geburtstag feierte und sich nachträglich selbst beschenkte. D/A habe den HSV beherrscht und eine starke kämpferische Leistung gezeigt.

HSV-Trainer Dirk Kunert erkennt das neidlos an. „Drochtersen spielte griffiger und ekliger“, sagt er. Die Tore findet er clever. Seine Spieler hätten sich dabei wie Schüler angestellt. Kunert: „Aber eine Klatsche passiert eben manchmal.“

Die Statistik

Tore: 1:0 (36. HE) Mau, 2:0 (55.) Neumann, 3:0 (84.) Ioannou; 4:0 (90+1.) Ioannou.

Gelb-Rot: Carolus (35., HSV, wiederholtes Foulspiel)

SV D/A: Siefkes, Klee, Rogowski, Mau, Grahle, Elfers, Ioannou, Zöpfgen, Nagel (78. Winkelmann), Neumann (82. Gierke), Gooßen (85,. Kühn).

Schiedsrichter: Marius Schlüwe (BSV Gleidingen)

Zuschauer: 1452

Nächstes Spiel: FC St. Pauli II – SV Drochtersen/Assel (Do., 13. April, 19 Uhr, Hoheluft).

(Quelle: Stader Tageblatt)