D/A gegen HSV: Systeme prallen aufeinander

DROCHTERSEN. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel empfängt am Freitag um 19.30 Uhr die U 23 des HSV im Kehdinger Stadion. Der Neunte spielt gegen den Dritten. Der Amateurclub gegen einen mit Profis gespickten Kader.

D/A-Trainer Enrico Maaßen erklärt, wie er die Mannschaft auf einen Gegner vorbereitet, dessen Aufstellung im Grunde erst Minuten vor dem Anpfiff feststeht.

Beim Hinspiel in Hamburg beorderte HSV-Trainer Dirk Kunert sechs Spieler, die mit einem Profivertrag ausgestattet sind, in die Startelf. Wenn die SV Drochtersen/Assel gegen die U 23-Mannschaften von Bundesligaclubs antritt, geht D/A-Trainer Enrico Maaßen von unkalkulierbaren Gegenspielern auf etwa fünf Positionen aus. Das sind seine Erfahrungswerte. Deshalb richtet Maaßen seine Spieler nicht in erster Linie auf die Personalien des Gegners aus, sondern orientiert sich an dessen Gesamtkonzept.

In den vergangenen Wochen beobachtete Maaßen einen überzeugend auftretenden HSV. Im Laufe der Saison sei die Mannschaft reifer geworden. Der D/A-Trainer geht davon aus, dass der HSV früh das Drochterser Angriffsspiel stört, viel Laufarbeit leistet, kompakt steht und sehr aktiv agiert. „Die spielen ja nicht grundlegend anders, wenn sie den ein oder anderen Profi mehr einsetzen“, sagt Maaßen.

Athletisch, spielerisch, technisch und taktisch seien die meisten Hamburger Spieler den Drochtersern womöglich überlegen, vermutet Maaßen. Das ergibt sich bereits aus der Ausbildung. Ein Spieler, der die U 23 des HSV erreicht hat, durchlief sämtliche Jugendmannschaften, stand bereits als 14-Jähriger unter den Fittichen von Athletik- und Techniktrainern und musste sich jedes Jahr aufs Neue beweisen. Die Profis im Team des HSV trainieren mehrfach pro Woche zudem zweimal am Tag. D/A könne die Erfahrung gestandener Spieler, die Robustheit und die mannschaftliche Geschlossenheit entgegensetzen.

Maaßen kann dem Einsatz von Profis bei der U 23 durchaus etwas Positives abgewinnen. „Das macht doch unseren Sport aus. Meine Spieler können sich mit diesen starken Gegnern messen“, sagt Maaßen. Ein rustikaler Verteidiger wie Nico Mau in der Abwehrkette kann testen oder erleben, ob er einem Spieler wie Luca Waldschmidt, der in dieser Saison bei elf Bundesligaeinsätzen 319 Minuten auf dem Rasen stand, das Wasser reichen kann. Ein Vorteil für Drochtersen könne es sein, wenn Profis bei einem Einsatz in der Bundesligareserve nicht mit vollem Herzen dabei sind, mutmaßt Maaßen. Außerdem griffen die spielerischen Automatismen womöglich nicht oder die mannschaftliche Geschlossenheit fehle. Auf jeden Fall würden am Freitag zwei Mannschaften aufeinandertreffen, deren Spielsysteme grundlegend verschieden sind.

D/A kann mit dem Selbstvertrauen aus zuletzt zwei gewonnenen Auswärtsspielen in die Partie gehen. Der HSV hat in den letzten fünf Spielen nicht verloren. Bei D/A fehlen verletzungsbedingt Kapitän Sören Behrmann und der linke Außenverteidiger Henry Sung. Stammtorwart Patrick Siefkes ist nach zwei Spielen Pause wieder fit. Der am vergangenen Sonntag in Oldenburg verletzungsbedingt ausgewechselte Meikel Klee konnte in dieser Woche ohne Probleme trainieren.

„Nuancen werden das Spiel entscheiden“, sagt Enrico Maaßen. So war es schon immer gegen den HSV. Eine knappe D/A-Niederlage und zwei Unentschieden stehen bislang in der eineinhalbjährigen Statistik.

Gegen die Profis

Die zweite Mannschaft des Hamburger SV hat in der bisherigen Regionalliga-Saison schon 31 Spieler eingesetzt. Sieben Spieler des eigenen Kaders haben dabei noch kein Spiel bestritten. Dafür sind schon neun Spieler in der Zweiten zum Einsatz gekommen, die vor der Saison auch zum Kader der Bundesliga gehörten beziehungsweise immer noch gehören: Gideon Jung (1 Regionalliga-Einsatz/27 Profikader-Einsätze), Nabil Bahoui (1/1), Luca Waldschmidt (4/13), Andreas Hirzel (5/0, dritter Torhüter der Bundesliga-Mannschaft), Young-Jae Seo (5/0), Bakery Jatta (16/0). Aus der eigenen Jugend kommen Ashton Götz (13/1), Finn Porath (18/1) und Frank Ronstadt (19/0), die vor der Saison in beiden Kadern geführt wurden. Mit Vasilije Janjicic (16/1) wurde ein Spieler für die Regionalliga-Mannschaft verpflichtet, der mittlerweile auch einen Profivertrag bekommen hat.

Quelle: Stader Tageblatt