D/A: Der Sechser gibt sein Debüt als Torschütze

OLDENBURG. Die Regionalliga-Fußballer der SV Drochtersen/Assel bleiben der Schrecken des VfB Oldenburg. D/A gewann das Auswärtsspiel im Marschwegstadion mit 2:1. Ein Kehdinger Spieler leitete mit seinem ersten Regionalliga-Tor den Sieg ein.

Nur selten schaltet sich der Sechser ins Angriffsspiel seiner Mannschaft ein. Er beschränkt sich im defensiven Mittelfeld vornehmlich auf das Zerstören der Angriffe des Gegners. Der VfB Oldenburg erlebt das häufig am Sonntag. Wo Zöpfgen hingeht, gibt es mitunter auf die Mütze. Aber in dieser siebenten Minute kann Zöpfgen gar nicht anders, als in seiner zweiten Regionalligasaison für D/A erstmals zu treffen.

Der Angriff läuft über die rechte Seite. Florian Nagel spielt eine Flanke auf Alexander Neumann, der weit hinten im Sechszehner der Oldenburger steht. Neumann legt den Ball quer auf Finn-Patrick Gierke an der Strafraumgrenze. Ob Gierke der Ball am Fuß verspringt, oder er den Ball für den heranstürmenden Zöpfgen geschickt auflegt, ist nicht überliefert. Jedenfalls hält der 27-Jährige einfach mal drauf, trifft den Ball in der Luft millimetergenau und vollendet zur umjubelten Führung. „Ich habe nicht lange überlegt beim Schuss“, sagt Zöpfgen. Die Zeit hatte er gar nicht. Ob mit der Pike oder dem Spann. Nicht mal das weiß Zöpfgen so genau.

Zöpfgen macht, was der Trainer sagt

Der Mittelfeldmann hat einen Lauf. Bereits gegen Hildesheim am Mittwoch war Zöpfgen einer der besten Spieler auf dem Platz beim 2:1-Sieg seiner Elf. „Ich erfülle einfach die Aufgaben, die der Trainer von mir verlangt“, sagt Zöpfgen. Das Spiel gegen Hildesheim sei schon eine Art Befreiungsschlag gewesen. Mit jetzt 34 Punkten, dem guten Torverhältnis und den anstehenden Nachholspielen habe D/A jetzt ein bisschen Luft nach unten.

Nach dem 1:0 für D/A entwickelt sich ein Kampfspiel im Marschwegstadion. Klare Chancen sind Mangelware. In der 41. Minute wirft sich Zöpfgen in einen Schuss eines Oldenburgers und verhindert Schlimmeres. Kurz vor der Halbzeit schwimmen die Drochterser bei Standardsituationen.

Der Tabellenneunte hält kurz nach der Pause die Luft an, als Torwart Jannis Trapp bei der Ballaufnahme an der Strafraumgrenze einen Fehler begeht. Die Oldenburger Conrad Azong, Ibrahim Temin und Christopher Kramer schaffen es in Überzahl nicht, den Fehler zu nutzen. Nach diesem Schnitzer steht D/A wieder stabil. Nach seiner Verletzung ist D/A-Stammtorwart Patrick Siefkes wieder ins Training eingestiegen. Er gibt sich zuversichtlich, am Freitag gegen den HSV II wieder auflaufen zu können.

Im Laufe der zweiten Halbzeit sehen die Gastgeber ihre Felle davonschwimmen. Sie entpuppen sich als schlechte Verlierer. Die Fouls werden ruppiger, die Kommentare an der Seitenlinie lauter. Immer wieder liefern sich Oldenburgs Coach Dietmar Hirsch, D/A-Coach Enrico Maaßen und Präsident Rigo Gooßen verbale Gefechte über vermeintliche Unsportlichkeiten. Hirsch vermutet hinter jeder Behandlungspause und nach jedem Foul, dass die Drochterser nur Zeit schinden wollen. Dabei hat Björn Hakansson nach dem Foul an Meikel Klee in der 81. Minute Glück, dass er nicht mit Rot vom Platz fliegt. Sein Angriff gilt nur dem linken Knöchel des D/A-Kapitäns. Oldenburg spielt zu diesem Zeitpunkt längst in Unterzahl. Dino Fazlic sieht nach einem Foul an Zöpfgen Gelb-Rot. Fazlic schreit noch eine an Drochtersen gerichtete Beleidigung in den leicht bewölkten Himmel und geht in Richtung Kabine.

Nein, die beiden Vereine werden keine Freundschaftsbändchen mehr austauschen. Die vergangene Saison hatte D/A dem VfB mit dem Sieg im Pokalhalbfinale schon vermiest. Und am Sonntag läuft ein feiernder Enrico Maaßen nach dem 2:0 ein bisschen provokant an der Oldenburger Bank vorbei. Denn Danny-Torben Kühn macht vier Minuten vor dem Abpfiff den Deckel auf die Partie. Nach einem Konter hat er freie Bahn. In der 90. Minute verkürzt Joshua Adomako für Oldenburg auf 1:2. Das Tor ist die letzte ernsthafte Offensivaktion des Spiels.

„Das war ein ganz großer Schritt in Richtung Klassenerhalt“, sagt Rigo Gooßen. Der Sieg wirke beruhigend. Gerade, weil am kommenden Freitag mit dem HSV II eine der besten Rückrundenmannschaften der Liga ins Kehdinger Stadion kommt. Vielleicht sogar mit Bundesliga-Profi Pierre-Michel Lasogga im Sturm. „Wir hoffen auf einen Zuschauerrekord und erwarten 1200 Menschen“, sagt der Präsident.

Und auch hier schon mal der Hinweis:

Wer schon früh anreisen möchte, der kann sich die Zeit beim Vorspiel zwischen den beiden U 11 Teams der SV D/A und der JSG Geest vertreiben.

Pünktlich zum Saisonfinale ist bei D/A das Quäntchen Glück vor dem Tor zurückgekehrt. Sven-Sören Zöpfgen hat solch einen Glückstag erwischt.

Quelle: Stader Tageblatt