D/A: Jannes Elfers trifft in allerletzter Minute

DROCHTERSEN. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Das Regionalligaspiel zwischen der SV Drochtersen/Assel und dem TSV Havelse bot Spannung, Kampf und manchmal Finesse. D/A spielte dominant, der TSV abgezockt. Ein gerechtes 2:2.

D/A-Präsident Rigo Gooßen zitiert Jannes Elfers auf die Tribüne. Er will den Linksaußen stellvertretend für die Kampfkraft der Mannschaft zum Spieler des Tages küren. Elfers verlässt seine Kollegen, die auf der Gegengeraden auslaufen und trabt gemächlichen Schrittes zur Haupttribüne. Er hat viel Zeit, sich ein Statement auszudenken und entscheidet sich letztendlich für ein kurzes und knackiges: Er sei enttäuscht, dass D/A nur 2:2 gespielt habe. Zu seinem Treffer in der 90. Minute sagt er nur so viel: „So ein Tor muss man auch mal machen.“

Elfers hat den Schalk im Nacken. Denn der Treffer ist mehr ein Zufallsprodukt. Meikel Klee wirft von rechts weit ein. Zunächst klärt die Havelser Abwehr. Schiedsrichter Simon Rott verbiegt gekonnt seinen Oberkörper, um den Ball nicht abzufälschen. Nico Mau chippt das Leder in den Strafraum, Danny-Torben Kühn bringt den Ball unter Kontrolle und legt ihn auf Elfers ab. Der zieht mit links ab. Ein Havelser Spieler gibt dem Ball die entscheidende Richtungsänderung. TSV-Torwart Alexander Dlugaiczyk springt in die falsche Ecke und ist geschlagen.

Ausgleich ist gerecht

Dass D/A so kurz vor Ende des Spiels noch den Ausgleich erzielt, ist nur gerecht. Die Drochterser spielen jeweils in den ersten 25 Minuten jeder Halbzeit mit der Wucht, die Trainer Enrico Maaßen von ihnen verlangt. Havelse ist in fast allen Zweikämpfen zweiter Sieger, D/A drückt, presst, läuft und erarbeitet sich eine Vielzahl hochkarätiger Chancen. Nico Maus Schuss in der dritten Minute klärt Feldspieler Tobias Holm für seinen längst geschlagenen Torwart auf der Linie. Alexander Neumanns Linksschuss landet neben dem Pfosten. Der Unparteiische pfeift einen klaren Elfmeter für Drochtersen nicht, nachdem Jasper Gooßen im Strafraum gefällt wurde.

Das 1:0 für die Gastgeber fällt in die Sturm- und Drangphase nach Wiederanpfiff. Finn-Patrick Gierke schlägt aus dem rechten Halbfeld mit links einen Freistoß, der am zweiten Pfosten immer länger wird. Neumann steht als dankbarer Abnehmer bereit. Nach einer Stunde rauscht Matti Grahle an einer Flanke von Gierke vorbei. Nach 62 Minuten legen Marius Winkelmann und Gierke für Neumann auf, der den Ball aus zentraler Position nicht voll trifft.

In Folge eines Konters über die linke Seite erzielt der Tabellenvierte aus Havelse das 1:1. Matti Grahle und Marcel Brunsch werfen sich final noch in den Schuss von Deniz Cicek, können das Tor aber nicht mehr verhindern. Mit seiner zweiten Chance geht der TSV Havelse vier Minuten vor dem Abpfiff in Führung. Drochtersens Kapitän Meikel Klee könnte Fabian Wenzel im Mittelfeld mit einem Foul stoppen, stoppt ihn aber nicht, sondern nimmt die Hände weg und lässt ihn gewähren. Wenzel spielt in die Gasse. Deniz Undav überwindet Patrick Siefkes. Vielleicht wollte Klee die nächste Partie beim VfL Wolfsburg II nicht gelbgesperrt auf der Tribüne verbringen. Es wäre seine fünfte Gelbe Karte gewesen.

In den letzten Spielminuten zeigt D/A die Mentalität der vergangenen Saison, wirft alles nach vorne und belohnt sich wenigstens mit einem Punkt. Drochtersen spielt zum neunten Mal in dieser Saison Unentschieden. Nur Havelse selbst hat eins mehr auf dem Konto. In mindestens sechs dieser Partien agiert D/A überlegen. „Uns fehlt in diesem Jahr das Quäntchen Glück, solche Spiele für uns zu entscheiden“, sagt Enrico Maaßen.

Die Statistik

Tore: 1:0 (48.) Neumann, 1:1 (73.) Cicek, 1:2 (86.) Undav, 2:2 (90.) Elfers.

SV D/A: Siefkes, Klee, Brunsch (77. Fiks), Mau, Grahle, Elfers, Ioannou, Winkelmann, Gierke (69. Balat), Neumann (69. Kühn), Gooßen.

Schiedsrichter: Simon Rott (Arsten)

Zuschauer: 500

Nächstes Spiel: VfL Wolfsburg II – SV D/A (Sbd., 4. März, 14 Uhr).

Quelle: Stader Tageblatt