D/A empfängt Lüneburger SK Hansa

Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel empfängt am Sonntag um 15 Uhr den Lüneburger SK Hansa im Kehdinger Stadion. D/A verpflichtete zuletzt immer gerne Spieler aus Lüneburg. Zu einem naheliegenden Wechsel ist es nicht gekommen: Jannis Opalka.

Der Lüneburger SK Hansa hat in der Regionalliga einen Saisonstart hingelegt, der die Experten überraschte. 19 Punkte sammelte das Team seit seiner Regionalligazugehörigkeit in der Saison 2014/2015 sonst frühestens bis zur Winterpause. Jetzt steht diese Punktzahl bereits nach neun Spielen auf der Habenseite. Der LSK galt immer als Abstiegskandidat. Der Verein krempelte den Kader jedes Jahr auf links. Den Start der Saison 2015/2016 erlebten nur zwei Spieler aus dem Stammkader des Vorjahres. Im Vorfeld der aktuellen Saison gab der LSK lediglich fünf Leistungsträger ab und holte Ersatz. Die neue Personalpolitik scheint dem Verein gut zu bekommen.

„Wir mussten in der Vorbereitung diesmal nicht bei Null anfangen“, sagt Jannis Opalka. In den Vorjahren habe der LSK meist in der Hinrunde Lehrgeld gezahlt. Erst in der Winterpause habe sich der Kader gefunden und in der Rückserie dann die nötigen Punkte gegen den Abstieg gesammelt. Platz zwölf im Jahr 2015 und Platz 13 ein Jahr drauf reichten für den Klassenerhalt.

Opalka spielt seit 2014 in Lüneburg. Der gebürtige Stader durchlief die Jugendmannschaften des VfL Stade, verbrachte ein Jahr in Amerika und vier Spielzeiten in der deutschen Mittelrheinliga beim VfL Alfter. Heute ist der Student mit dem Schwerpunkt Unternehmensentwicklung nur noch zu Familienfeiern in seiner Heimatstadt, verfolgt aber durchaus den Stader Fußball und hält auch die Fusion des VfL und der TuS Güldenstern für sinnvoll. Opalka macht kein Geheimnis daraus, dass er lieber gegen den VfL Güldenstern Stade in der Regionalliga spielen würde, als gegen die SV D/A.

Opalka hat seinen Lebensmittelpunkt längst nach Lüneburg verlegt und lebt dort mit seiner Freundin. Und er ist Kapitän beim LSK. Die SV Drochtersen/Assel schien einmal nicht uninteressiert an Opalkas Verpflichtung gewesen zu sein. „Wir haben uns schon unterhalten“, sagt D/A-Trainer Enrico Maaßen. Schließlich sei Opalka ein guter Innenverteidiger und nicht zu Unrecht Kapitän.

Neben der neuen Personalpolitik sei LSK-Trainer Elard Ostermann „Erfolgsfaktor Nummer 1“, sagt Opalka. Unter ihm habe er viel gelernt. Ostermann hatte in der Winterpause der vergangenen Saison eigentlich schon seinen Rückzug als Trainer in Lüneburg angekündigt, blieb dann aber doch. Die offizielle Erklärung: In Lüneburg herrschte Aufbruchstimmung, eine neue Führung im Verein etablierte neue Strukturen. Die Kritik an den alten Strukturen und Köpfen war dabei nicht überhörbar.

Jannis Opalka trifft am Sonntag im Kehdinger Stadion auf ehemalige Weggefährten. Mit D/A-Mann Stefan Wolk hat er gemeinsam gespielt, mit dem derzeit verletzten Matti Grahle und Oliver Ioannou ebenso. Die Drei wechselten im vergangenen Jahr nach Drochtersen und rissen in Lüneburg ein riesiges Loch. „Ihr Abgang war nur schwer zu verkraften. Aber ich bin D/A nicht böse. Das ist völlig normal“, sagt Opalka. Wolk, Grahle und Ioannou seien in der vergangenen Saison der Grund für den D/A-Erfolg gewesen. Am Sonntag werde er mit ihnen vor dem Spiel wohl einen Plausch halten, in den 90 Minuten danach vornehmlich in den Zweikämpfen aber jedwede freundschaftlichen Beziehungen ausblenden.

Das Spiel werde schwierig genug. „D/A muss man erstmal knacken“, sagt Opalka, der dem defensiven Stil der Drochterser etwas Positives abgewinnen kann. Der Erfolg gebe dem Verein recht, sagt er. Lüneburgs Spielphilosophie spricht für spielerische Momente, Kompaktheit und Kombinationen im Mittelfeld.

Den Schock vom Mittwochabend musste auch ein Jannis Opalka erstmal verdauen. Beim Tabellenführer SV Meppen kassierte der LSK in einem vorverlegten Spiel in der Nachspielzeit das 1:2. Um ein Haar wäre Lüneburg der erste Regionalliga-Club gewesen, der dem Spitzenreiter Punkte stiehlt. Am Sonnabend zuvor riss die Positiv-Serie des LSK nach sechs Spielen ohne Niederlage bereits bei der 0:1-Heimspielpleite gegen den VfB Lübeck. Jetzt werde Lüneburg D/A genau sezieren. Der LSK wird vorbereitet sein.

„Der LSK hat einen Lauf“

DROCHTERSEN. Gegen den Lüneburger SK Hansa hat die SV Drochtersen/Assel immer gut ausgesehen. Das Hinspiel in der Vorsaison war legendär. Kwasi Okyere Wriedt, der den LSK in Richtung VfL Osnabrück verlassen hat, brachte Lüneburg früh in Führung. In der 89. Minute erzielte Danny-Torben Kühn zunächst den Ausgleich, Sören Behrmann markierte in der Nachspielzeit den Siegtreffer. Kühn ist längst nicht mehr da und Behrmann ist verletzt. Das Rückspiel in Lüneburg gewann D/A 1:0 nach einem Tor von Marcel Brunsch. Lüneburg beendete die Saison auf Rang 13, D/A bekanntermaßen auf Platz vier. In der laufenden Saison haben sich die Vorzeichen geändert. Nach acht Spielen rangiert D/A auf Platz 15 und Lüneburg ist Zweiter. Drochtersen erzielte in acht Spielen drei Tore, der LSK 14 in neun Partien. „Lüneburg befindet sich in der besten Phase seit vielen Jahren“, sagt D/A-Trainer Enrico Maaßen. Seit Wochen stelle LSK-Coach Elard Ostermann die gleiche Elf auf. Maaßen: „Die Automatismen greifen. Sie haben eine gute Qualität und machen vieles richtig.“ Der Drochterser Trainer hat eine turbulente Woche hinter sich. Die personelle Lage bei D/A ist angespannt. Definitiv ausfallen neben Behrmann werden Henry Sung (Schulter) und Matti Grahle (Patellasehne). Eine Handvoll Spieler sind angeschlagen. „Aber wir werden nicht ins Jammern verfallen“, sagt Enrico Maaßen. Die Mannschaft werde „alles reinhauen, um dieses Spiel zu gewinnen“. Es wäre der erste Sieg vor eigenem Publikum.

Quelle: www.tageblatt.de