Nagel: „Wir haben Leute, die Tore schießen können“

DROCHTERSEN. Beim Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel herrscht offensiv derzeit Flaute. Drei Tore in sechs Spielen reichen gerade mal für den dreizehnten Tabellenplatz.Das TAGEBLATT hat mit dem Drochterser Kreativspieler Florian Nagel gesprochen.

Was ist so schwierig daran, Tore zu schießen?

Wir legen unseren Fokus im Spiel erstmal auf die Defensive und arbeiten dann nach vorne. So haben wir es auch im letzten Jahr gespielt, nur sind wir dieses Jahr im Nachrücken nicht konsequent genug. So ist es schwer, vorne die Tore zu machen. Zudem darf man auch nicht vergessen, dass wir erst vier Gegentore kassiert haben, welches der zweitbeste Wert der Liga ist.

Spielt D/A zu defensiv, um Tore zu schießen?

Ich denke, das Toreschießen hat in der vergangenen Saison auch geklappt. Da haben wir nicht großartig anders gespielt. In dieser Saison fehlt uns nur bei der einen oder anderen Situation das Quäntchen Glück.

Fehlt D/A ein Knipser?

Wir hatten letztes Jahr auch keinen Knipser, höchstens einen, der die Bälle vorne besser festgemacht hat. Auch da sehe ich keinen großen Unterschied zur Vorsaison. Wir haben die Leute, die die Tore schießen können. Wir sind derzeit nur nicht konsequent genug. Es muss uns auch einfach bewusst sein, dass es erst unsere zweite Regionalligasaison ist und dass es schwer ist. Wir werden uns da reinkämpfen, zusammenhalten und wieder unsere Stärke finden.

Ist Toreschießen auch Kopfsache? Ja, ich denke schon. Wenn man einen Lauf hat, dann traut man sich mehr, dann trifft man auch eher mal das Tor.

Ist es nicht bezeichnend, dass Sie als Kreativkraft bereits zwei der drei Saisontore geschossen haben?

Das war Zufall. Die Mannschaft hat in dem Moment gut gespielt und ich war nur der Vollstrecker. Vermissen Sie mehr kreative Spieler neben sich? Nein. Wir haben genug kreative Kräfte. Marius Winkelmann ist ein unglaublich ballsicherer Spieler mit guten Ideen. Auch Oliver Ioannou. Uns fehlt in unserer Spielart noch ein wenig die Kompaktheit, um einzelne Situationen besser ausspielen zu können. Dass wir in der Lage sind, auch schöne Passstafetten zu spielen, haben wir, denke ich, schon öfter unter Beweis gestellt.

Die Standards verpuffen auch zurzeit. Wann werden Freistöße und Ecken wieder zum probaten Mittel?

Daran müssen wir arbeiten. Standards sind Superchancen, um Tore zu machen, gerade wenn es aus dem Spiel heraus nicht so läuft. Standards können Flaschenöffner sein. Derzeit ist es nicht unsere Stärke.

Wie lange geht das noch gut?

D/A hat nach sechs Spielen nur einen Sieg, drei Unentschieden und zwei Niederlagen.

Wird der Ton in der Mannschaft langsam rauer? Nein. Alles ist sehr entspannt. Wir wissen, woran wir sind und wo wir stehen. Wir sind uns bewusst, dass wir auf einem Tabellenplatz stehen, auf den wir gehören, aber auf dem wir nicht bleiben wollen. Um das zu ändern, arbeiten wir jeden Tag. Die Stimmung ist weiterhin echt gut.

Wird der Erfolgsdruck mit jedem Spiel höher?

Von außen hört man immer viel. Dass die Leute mit unserer Spielweise unzufrieden sind. Aber man sollte nicht vergessen, wo wir herkommen. Wir haben hier ein super Spielniveau und können froh sein, in der Regionalliga spielen zu dürfen. Wir haben keinen Druck. Und mein Gefühl sagt mir, dass der Erfolg wiederkommen wird.

Am Freitag geht es gegen die U 23 des VfL Wolfsburg. Der VfL liegt euch. In der vergangenen Saison gab es gegen den amtierenden Meister zwei Unentschieden. Kann dieses Spiel zum Brustlöser werden?

Denn Wolfsburg kann man schlagen, wenn man so spielt, wie D/A spielt, wenn man richtig eklig ist. Ja, könnte man sagen. Die liegen uns. Auch da werden wir wieder versuchen, drei Punkte rauszuholen.

Wann sehen die Zuschauer mal ein schönes 5:0?

Ich hoffe, dass das in dieser Saison noch mal irgendwann vorkommt.

Hier das Interview nochmal als Video: http://www.tageblatt.de/video-fotos/videos_video,-DA-Auf-der-Suche-nach-dem-Erfolgserlebnis-_videoid,12184.html